publiziert: 08.02.2012 11:43 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 20:05 Uhr
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Leben und Wirken des Vaters

Paul Warmuth: Sohn Ekberth gibt Einblicke in dessen Leben
  • Autor: Ekbert Warmut war beim Frauenring zu Gast.
    Foto: Reinshagen
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„Außer einem Stück Brot hat es heute noch nichts gegeben, und dabei es ist schon 18 Uhr – wann dürfen wir endlich nach Hause?“Diese bedrückenden Zeilen aus dem Tagebüchlein seines Vaters Paul Warmuth, geschrieben in französischer Kriegsgefangenschaft, war eines der Zitate, die Ekbert Warmuth aus seinem Buch vortrug. Das hatte er zum 100. Geburtstag seines Vaters im Jahr 2011 veröffentlicht.

Zu der Veranstaltung „Paul Warmuth – Volkssänger, Mundartpoet, Franke“ hatte der Bad Kissinger Frauenring in das Museumsbrauhaus der Familie Stärker in den Stadtteil Garitz eingeladen, und neben Mitgliedern begeisterten sich auch viele Gäste für fränkisches Brauchtum in Sprache und Musik.

Die voll besetzte Gaststube der „Jägersruh“ bot das passende Ambiente für die Lebensgeschichte eines Mannes, der zeitlebens der fränkischen Volksmusik zugetan war und auch viele andere Menschen dafür begeistern konnte. „Die Verbindung des Frauenrings zum Autor Ekbert Warmuth kommt nicht nur dadurch, dass seine Ehefrau Gerlinde im Frauenrings-Vorstand mitarbeitet“, sagte Vorsitzende Karin Reinshagen, „bei etlichen unserer Weihnachts-und Faschingsfeiern hat er die musikalische Begleitung übernommen“. Und diese Musikalität habe ihm wohl sein Vater in die Wiege gelegt.

Der November 1911 war das Geburtsjahr Paul Warmuths, erzählte sein Sohn, der Vater hatte zwei Weltkriege erlebt, dazwischen die Weltwirtschaftskrise und das Dritte Reich und nach 1945 den mühsamen Wiederaufbau. Bis zu seinem Tod habe sein Vater in Hunderten von Veranstaltungen, vor allem mit seinen Hambacher Volkssängern, unzähligen Zuhörern und Zuschauern fränkisches Brauchtum nahe gebracht und den fränkischen Menschen Eigenart und Wert ihrer Heimat bewusst gemacht.

In jahrelanger Kleinarbeit hat Ekbert Warmuth viele Details zusammengetragen, um Leben und Wirken seines Vaters in einem Buch zu beschreiben: Die Tagebuchaufzeichnungen aus der Kriegsgefangenschaft und das „Büchlein der Reime“, das Paul Warmuth aus Blättern von Klopapierrollen und einem Umschlag aus Karton zusammengebastelt hatte, sind besonders eindrucksvolle Dokumente.

Für die Musik habe Paul Warmuth immer Zeit gefunden, und als 1948 ein Brief des Münchner Stadtrates bei Paul Warmuth eintraf, war dies die Geburtsstunde der Hambacher Volkssänger. In diesem Schreiben wurde angefragt, ob Hambach in der Lage sei, eine entsprechende Gruppe in althistorischer Tracht zu stellen, die entweder mit Volkstanz oder Volkslied auftreten könne‘. Die Veranstaltung „Bayrisch Land – bayrisch Lied“ fand unter Beteiligung der Hambacher dann im München statt. „Tanz rüber, tanz nüber, tanz nauf und tanz no“, dieses fränkische Tanzlied gehörte damals zum Programm und bei seiner Buchvorstellung im Gasthaus Jägersruh sang Ekbert Warmuth diese und andere Weisen und begleitete sie mit dem Akkordeon – zur Freude der Gäste, die sich mehrere Zugaben wünschten an diesem stimmungsvollen Nachmittag.

Buch: „Paul Warmuth- Volkssänger –Mundartpoet – Franke“ gibt es in der Buchhandlung Reinisch in Bad Kissingen.

kar
    
    

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