aktualisiert: 03.02.2012 16:38 Uhr
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LANGENDORF
Lenkrad rechts: Eine Frage der Gewöhnung
Meine Maschine und ich: Michael Schönijahn ist mit einem Eigenimport aus Großbritannien unterwegs
Keine breiten Reifen, keine Spoiler, kein anderer Schnickschnack. Und trotzdem fällt Michael Schönijahn mit seinem dunkelgrünen Passat auf. Er lenkt den ansonsten unspektakulären Kombi auf dem rechten Vordersitz.
„Viele gucken“, weiß der 50-Jährige von seinen Fahrten in fußgängerreichen Innenstädten. Dafür sorgt die Macht der Gewohnheit: Auf den ersten Blick wirkt es für Schaulustige, als ob der Wagen ohne Fahrer unterwegs sei. Erst der zweite Blick verschafft Klarheit.
Für Kontinentaleuropäer ist das Lenkrad eben auf der falschen Seite. Das Auto ist für den Linksverkehr in Großbritannien gebaut. Von dort hat Bruder Heiko Schönijahn den Wagen von einem Besuch mitgebracht.
„Das Pfund stand günstig“, begründet er seine Kaufentscheidung. Rund 2000 Euro, und damit beinahe die Hälfte, habe er beim Kauf des Gebrauchtwagens gespart.
Die Umgewöhnung nahmen die Geschwister gerne in Kauf. „Nach einer Stunde hast du das drauf“, beschreibt Michael Schönijahn das Fahrgefühl hinterm Steuer.
Allerdings gibt es ein paar Spielregeln zu beachten. Große Sorgfalt muss der Fahrer beim Ausscheren zum Überholen walten lassen. Vor allem hinter Lastwagen ist das unübersichtlicher, weil ja erst die Beifahrerseite auf die Gegenfahrbahn ausschert. „Mit Abstand klappt das ganz gut“, sagt Michael Schönijahn.
Lange Arme von der rechten Seite des Armaturenbretts sind beim Einfahren ins Parkhaus gefragt. Die Ticketautomaten stehen nun mal links. Schneller gewöhnen sich auch Rechtslenker an das Schalten mit der linken Hand.
Und falls man mal sich aus dem Autofenster am Schalter des Fastfood-Restaurants bedienen möchte, fährt man am besten in Begleitung.
Übrigens muss sich auch der Beifahrer an Bord eingewöhnen. Er öffnet seine Türe auf vielbefahrenen Straßen in den fließenden Verkehr. Und das Mitfahren hart am deutschen Gegenverkehr sorgt für den einen oder anderen Nervenkitzel.
Großzügig ist die deutsche Bürokratie beim Anmelden von Rechtslenker-Autos. Allerdings müssen laut Schönijahn die Scheinwerfer mit 200 bis 300 Euro umgerüstet werden. Rechtslenker-Modelle bündeln das Licht eher auf den linken Fahrbahnrand und würden bei uns den Gegenverkehr blenden.
Wie viele Rechtslenker-Autos es im Landkreis gibt, ist an der Zulassungsstelle nicht bekannt. Dieses Konstruktionsmerkmal wird allenfalls in den Bemerkungen des Kraftfahrzeugscheins erfasst. Diese sind über den Computer nicht abzurufen.
Aus eigener Beobachtung vermutet Heiko Schönijahn, dass es im Landkreis allenfalls fünf solcher seitenverkehrten Exemplare gibt.
Mehr dürften es so schnell nicht werden. Das Pfund steht nicht mehr so günstig, und damit lohnt sich der Import kaum mehr.
Einen Markt für solche Autos gibt es hierzulande sowieso nicht. Aber für dumme Sprüche. Dass sie wohl mit einem Montagsauto unterwegs sind, mussten sich Schönijahns schon öfters anhören.
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Die neuesten Kommentare
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wahrheit (93 Kommentare) am 03.02.2012 23:27
Sinnn-und nutzloser BerichtIst ja ein "toller" Bericht oder vielmehr ein Lückenfüller, denn der Mist interessiert kaa Sau! |
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