publiziert: 12.01.2010 17:51 Uhr
aktualisiert: 12.01.2010 20:46 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BAD KISSINGEN
Marla Glen mit vollem Körpereinsatz

Ohrenbetäubender Applaus für die amerikanische Sängerin
  • Begeisterte in Bad Kissingen: Marla Glenn.
    Foto: Carolin Markert
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Die Sängerin Marla Glen begeisterte beim 11. Kissinger Winterzauber von der ersten bis zur letzten Note ihre Zuschauer, die sich trotz „Daisy“ auf den Weg zum Regentenbau in Bad Kissingen gemacht hatten.

Etwas verloren wirkte im ersten Moment die zierliche Marla Glen, als sie in grauem Anzug, blauem Hemd und Krawatte die Bühne im Max-Littmann-Saal betrat. Doch schon nach dem ersten Ton, den die 49-Jährige sang, hatte sie ihr Publikum fest im Griff und ließ es für keine Minute mehr los. Virtuos wechselte ihre Stimme mitten in den Stücken von voll und tragend über kehlig und knurrig plötzlich zu sanft und weich, um dann wieder heiser und rau zu werden.

„Humanology“ heißt ihr neues Programm und ist musikalisch eine Mischung aus Blues, Funk und Soul. Die Themen der Lieder: Liebe, Respekt, Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Und die trägt sie mit vollem Körpereinsatz vor. Nie steht sie still. Sie gestikuliert, tanzt, verbiegt sich, als wäre sie aus Gummi, oder rauft sich die Haare.

„Wer die Frau einmal gesehen hat, vergisst das nie.“

Birgit Frech-Hirschler, Musiklehrerin

In jedem Song geht die Sängerin, die aus der Southside von Chicago stammt, völlig auf. Und auch die Band, mit einem zusätzlichen Percussionisten und einem kleinen Background-Chor, zu dem auch die Frau der Sängerin gehört, zeigt gerade in langen Soli, was sie kann.

Zwischen ihren Songs wirkt Glen sympathisch zerstreut, kramt mal in einem Haufen Zetteln nach dem passenden Songtext, sucht dann im nächsten Moment ihre Lesebrille oder spaßt, dass sie nächstes Mal ein Kleid anziehen wird. Immer wieder hört man sie tief und kehlig lachen. Doch beim ersten Ton jedes Liedes ist sie wieder präsent. Passend zu jedem Titel wird der Saal in farbiges Licht getaucht. Bei „I See Blood“ gibt es intensives Rot, und bei „The Cost Of Freedom“ gehen zu den funkigen Klängen die schweren Kristall-Leuchter an der Decke des Saales – wie in einer Disco – abwechselnd an und wieder aus.

Einige Zuschauer hält es schon nach den ersten Liedern nicht mehr auf ihren Sitzen, in der Loge wird längst getanzt. Doch direkt vor der Bühne bleibt das Publikum, das zwar begeistert klatscht und mitwippt, bis zum Schluss auf den Sitzen kleben.

„Diese Frau ist der pure Rhythmus! Die hat mich bis zum letzten Lied gefesselt.“

Sonja Kuchinke, Marla-Glen-Konzertbesucherin

Was jedoch nicht an Glen und ihrer Band liegt, die in zwei Stunden Bekanntes wie „Travel“, „It's A Man's World“ und ganz zum Schluss „Believer“ spielen, aber auch Neues wie „Rodney King“, eine Erinnerung an den Afro-Amerikaner, der zum Symbol für Rassismus in den USA wurde, als weiße Polizisten auf ihn einschlugen, als er hilflos am Boden lag.

Doch natürlich ist vor allem nach „Believer“ und „It's A Man's World“ der Beifall des Publikums ohrenbetäubend. Nach dem letzten Song schüttelt Glen noch mal allen in den ersten zwei Reihen die Hand. Dann verschwindet sie hinter der Bühne.

Das Publikum bleibt begeistert und berührt zurück. „Diese Frau ist der pure Rhythmus! Die hat mich bis zum letzten Lied gefesselt“, sagt Sonja Kuchinke. Und auch Musiklehrerin Birgit Frech-Hirschler ist überzeugt: „Wer die Frau einmal gesehen hat, vergisst das nie.“

Von Carolin Markert
    
    

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