aktualisiert: 24.06.2009 14:39 Uhr
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BAD KISSINGEN
Mehr Wahnsinn – weniger Musik
My New Zoo spielen beim Umsonst und Draußen in Bad Kissingen
Die Region zwischen Main und Saale ist bisher das Bermuda-Dreieck von My New Zoo. Mit dem Auftritt beim Umsonst-und-Draußen-Festival soll sich das ändern. Es wird ihre erste Show in Mainfranken und mit der will die Nürnberger Band den Leuten in Erinnerung bleiben, sagt Sänger Danijel Bubic – mit Tiermasken.
A.I.D.A., das Debütalbum von My New Zoo ist gerade ein halbes Jahr alt. Die Abkürzung steht für die Marketing-Formel „Attention, Interest, Desire, Action“, erklärt Danijel. Eine Losung, die auch für die Live-Auftritte der Band gilt: Die Leute aufmerksam machen, für die Show interessieren und dann mit ihrer Mischung aus Wave und Rock'n'Roll, aus Indie, Pop und Punk mit Synthesizer-Einlagen begeistern.
Ein wichtiges Hilfsmittel dabei sind Pferdemasken. Die begleiten die Band seit den Anfangstagen. „Uns kannte sowieso keiner“, sagt Danijel, „deshalb kamen wir auf die Idee, auf Pressefotos Tiermasken überzuziehen.“ Und das hat sich schnell zum Markenzeichen von My New Zoo entwickelt.
Mit den Masken ist es My New Zoo gelungen, selbst bei dem riesigen Rock-im-Park-Festival in Nürnberg bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Kurz nach den Aufnahmen zu ihrer ersten Demo-CD war die Band dort mit den Masken unterwegs und verteilte die Demos auf dem Festivalgelände. „Wir waren auf jeden Fall ein Hingucker“, sagt der Sänger. Fotos der Band erschienen in vielen Zeitungen und die Fans erinnerten sich auch noch zwei Jahre später an My New Zoo, als sie bei Rock im Park auf der Bühne standen. „Der Wiedererkennungswert ist sehr hoch“, sagt Danijel – auch wenn einige Tiere inzwischen gar nicht mehr im My-New-Zoo sind.
„Pferde findet jeder gut“
Waren anfangs noch Giraffe und Gorilla dabei, sind heute nur die Pferde geblieben. „Pferde kommen immer sympathisch rüber. Pferde findet irgendwie jeder gut, vor allem die Mädels.“ Die Gorillas wirkten für manche Festivalbesucher eher wie eine Aufforderung für Imponiergehabe und Revierverhalten – „gerade für die Jungs, die schon drei Bier drin hatten“, sagt Danijel. Während die Pferde Streicheleinheiten bekamen, wurden die Gorillas herumgeschubst. Klar, dass keiner aus der Band mehr Lust hatte, die Gorillamaske überzuziehen. „Außerdem sollten die Masken besser aussehen als wir selbst – und der Gorilla sah auf jeden Fall schlechter aus.“
Basteln am zweiten Album
Auch in Bad Kissingen wollen sie vor der Show als Pferde übers Gelände streifen, um „Attention“ und „Interest“ zu wecken, und um die Leute vor die Bühne zu ziehen. Die Show spielen sie nur am Anfang in Pferdemasken, danach muss die Musik zünden.
Anfangs gab es nur zwei Musiker im Zoo: Sänger Danijel und Gitarrist Robert Zovko. Verstärkt werden sie inzwischen von Wolfram und Christian Glaser an Bass und Schlagzeug. „Eine Rhythmusgruppe, die exakt aufeinander abgestimmt ist: Die beiden sind eineiige Zwillinge.“
Zurzeit bastelt die Band an ihrem zweiten Album. „Es bleibt zoologisch“, verspricht Danijel. Doch im Gegensatz zum Debüt, auf dem es nur englische Texte gab, wollen My New Zoo jetzt auch auf deutsch singen. Das macht es leichter, die Botschaft rüberzubringen, und das Publikum versteht besser, was die Band zu sagen hat – zumindest diejenigen, die sich mit den Aussagen der selbst ernannten Working-Class-Band beschäftigen wollen. „Für alle anderen sind es einfach gute Pop- oder Rocksongs“, sagt Danijel, der als musikalische Vorbilder Jimi Hendrix und The Who nennt.
Technisch perfekt müsse es dabei nicht sein. „Genaue Akkorde können andere besser als wir.“ So soll das neue Album auch mal schräg klingen. „Wir haben uns vorgenommen: mehr Wahnsinn – weniger Musik.“ Das Ganze paart sich bei My New Zoo mit einer anarchistischen Grundhaltung und Do-It-Yourself-Attitüde: selber machen, statt sich abfüllen zu lassen. So versucht die Band auch, alles in der Hand zu behalten – von den Aufnahmen über Label und Booking bis zur Gestaltung der CDs. Beim Debüt hat das richtig Zeit gekostet, denn My New Zoo haben jede Hülle einzeln mit Farbe besprüht. Auch die Band-Shirts bedruckt oder besprüht die Band selbst. „Wir wollen nichts, das es zwei Mal so gibt.“
Am Freitag, 26. Juni, spielen My New Zoo in Bad Kissingen und die Band freut sich schon riesig. „Wir haben schon fast überall in Deutschland Gigs gespielt, in Würzburg, Schweinfurt oder Bad Kissingen waren wir aber noch nie“, sagt Danijel. Die Region Main-Rhön, eine Art Bermuda-Dreieck für die Band. Mit dem U&D wird sich das ändern.
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