aktualisiert: 09.08.2011 17:57 Uhr
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MORLESAU
Messfeier wie vor 700 Jahren
Morlesau feiert das Kirchenpatrozinium des St. Cyriakus mit einem levitierten Hochamt
(ghs) „In der lateinischen Messe geht es viel stiller zu als in den heutigen“, stellten vor allem die jüngeren Besucher des levitierten Hochamts zur Feier des Kirchenpatroziniums St. Cyriakus in Morlesau fest. Überfüllt war die Kirche bei diesem besonderen Gottesdienst.
„Ich fand es toll“, kommentierte Ortssprecher Tobias Knüttel die Gottesdienstfeier. Es war der Wunsch des Pfarrgemeinderates, dass so eine lateinische Messe der alten Art noch einmal in Morlesau gehalten wird. „Vor einem Jahr haben wir uns zusammengesetzt und beratschlagt, was wir von der Kirchenseite alles zur 700-Jahr-Feier beitragen können“, sagt Michael Rotschedl. Denn es sollte in Erinnerung gebracht werden, wie die Messen mindestens 650 Jahre lang in Morlesau gehalten wurden.
Zählt man die Anreise-Kilometer der zu dieser Messe erschienenen Geistlichen und Ministranten zusammen, so kommt man auf über 1000. Nicht nur alle im Altarraum Agierenden waren bayernweit angereist, sondern auch die auf der Kirchenempore in das Messegeschehen eingebundenen Sängerinnen Veronika Deutsch und Monika Rheinschmitt, Vorsitzende von Promissa Tridentina aus Stuttgart.
Da die meisten Besucher des Lateinischen nicht mächtig waren, boten die auf den Kirchenbänken ausgelegten Hefte der „Ordo Missae“ mit synoptisch angeordneten Texten in Latein und Deutsch eine große Orientierungshilfe. Kaplan Kretschmar aus Offenbach, dem die Diakone Christian Jäger aus Amberg und Nicki Schaepen aus Mössingen zur Seite standen, blieb im Altarraum die zentrale Figur des levitierten Hochamtes. Kniend und mit geöffnetem Mund empfingen die Gläubigen die heilige Kommunion.
„Da hat sich im vergangenen halben Jahrhundert einiges für uns geändert“, stellten die Besucher nach der Messe fest. Die Predigt des Kaplans gab es jedoch in Deutsch. Kretschmar erinnerte an den Märtyrertod des Heiligen Cyriakus im Jahre 309. Die Römer hätten diesen unbequemen Christen enthauptet. Die Reliquien des St. Cyriakus befinden sich im Pariser Dom Notre Dame.
Die Form einer alten Messe deute auf das apostolische Erbe aus der Frühzeit des Christentums, erklärte Kaplan Kretschmar: „Gott kommt uns auf dem Altar entgegen.“ Er selbst halte in seiner Heimat oft lateinische Messen, bestätigte Kretschmar. „Man muss es halt oft üben.“ Die meisten Priester seien heutzutage jedoch diese alte Form nicht gewohnt.
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