publiziert: 30.11.2007 17:33 Uhr
aktualisiert: 04.06.2008 20:52 Uhr
» zur Übersicht Olivers Bau-Tagebuch
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text OLIVERS BAU-TAGEBUCH
Nikolaus, pack den Hammer aus

Der schöne Plan, in Nachthemd, Zipfelmütze und Kerze als lebendes Menetekel den Handwerkern Beine zu machen, hat sich leider als graue Theorie erwiesen. Wir saßen vergangene Woche nämlich alleine im Nachthemd da – im übertragenen Sinne. Nun greifen wir also zu härteren Bandagen. Nicht verzagen, Knecht Rupprecht fragen, lautet das neue Motto. Schließlich kommt ja Mitte nächster Woche der Nikolaus und vielleicht sollten sich alle leidgeprüften Bauherren, denen ihre Firmen Sorgenfalten und graue Haare en masse (ich bin doch erst 34!) bereiten, bei uns zusammentun und wir veranstalten dann eine schöne Nikolausfeier.

Wir stellen uns das so vor: Wir laden alle unsere Firmenchefs am Donnerstag zu uns nach Hause ein. Ein Täßchen Glühwein und ein paar Plätzchen würde es geben, sagen wir. Wenn die Chefs dann da sind, schließen wir die Türen ab, verriegeln die Fenster und zünden Kerzen an, denn die Beleuchtung funktioniert immer noch nicht. Vielleicht hilft das schummrige Licht dem Elektriker ein wenig auf die Sprünge. Dann holen wir den Nikolaus und seinen Helfer. Es empfiehlt sich, im Vorfeld beim Nikolaus-Bestell-Dienst zwei möglichst große, kräftige, furchteinflößende Männer zu bestellen. Irgendwie glaube ich, dass nur dann der nötige Ernst in die Sache kommt.

Am meisten freue ich mich darauf, wenn der Nikolaus seine Runde macht vor den in Ehrfurcht erstarrten Chefs. „Na, mein Lieber, ich habe gehört, du hälst deine Termine nicht ein und die Bauherren werden immer mit neuen Ausreden vertröstet“, brummt mein Nikolaus mit sonorer Stimme unter seinem riesigen wallenden Bart (wichtiges Utensil, sollten Sie vorher besorgen) und schon gibt's vom Knecht Rupprecht was mit der Rute auf den Hintern. Nur ein kleiner Pfitzer natürlich, die Chefs sollen ja noch weiter arbeiten können, sonst wäre die Aktion ja kontraproduktiv.

Damit das Ganze einen pädagogischen Wert hat, sollten Sie auch die Chefs einladen, deren Mitarbeiter besonders gute Arbeit geleistet haben. Die werden dann vom Nikolaus belobigt, vom Bauherren geherzt und mit Geschenken überhäuft – als leuchtende Beispiele. Und Sie können sicher sein, liebe leidgeprüften Bauherrenkollegen, es werden sich alle „bösen“ Chefs erheben, tausendmal Abbitte leisten und schon am Freitag früh um 7 Uhr mit ganzer Kraft zur Verfügung stehen . . .

Von Oliver Schikora
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Rückblende 

Blick in die Vergangenheit
Was bestimmte die Schlagzeilen vor zehn, 25 und 40 Jahren im Landkreis Bad Kissingen? »mehr
    
    

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Bad Kissingen. »mehr
    
    

Dialektserie "Wördlich" 

Wörter aus dem Landkreis Bad Kissingen
Wöchentlich stellt der Steinacher Frank Schmitt ein interessantes Dialektwort vor. »mehr
    
Anzeige
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Aktuelle Leserkommentare

    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr