aktualisiert: 10.03.2009 16:34 Uhr
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STAATSBAD
Reflexionen von und über Wagner
Große Oper im kleinen Salon des Zwischenspiels
(mmh) Werke des für seine prachtvollen und mächtigen Orchestrierungen bekannten Richard Wagners auf dem Programm eines Kammermusikkonzertes? Die Instrumentalisten des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau und Sprecherin Marion Freundorfer folgen mit ihrem Programm „Wahnsang“ einer Tradition, die im 19. Jahrhundert in den Salons des Bürgertums groß geschrieben wurde. Im Rahmen des „Zwischenspiels“ am Freitag, 13. März, laden sie im Kursaalgebäude des Staatsbades ein zu einer Reise in diese Zeit. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.
In vornehmen Kreisen war es damals üblich, Besucher mit Salonstücken zu erfreuen, die zumeist von der Tochter des Hauses am Klavier vorgetragen wurden. Um symphonische Werke salontauglich zu machen, mussten die Stücke für kleinere Besetzungen arrangiert werden. So entstanden zahlreiche Bearbeitungen großer Symphonien und Opern in Besetzungen, die von Klavier solo über Streichquartettfassungen bis zum Salonorchester reichen.
Die Besetzung eines Salonorchesters ist nicht genau definiert; bekannt sind regionale Traditionen wie die Wiener oder Berliner Besetzung. Eine große Rolle spielen fast immer Klavier oder Harmonium, die gelegentlich durch Akkordeon ersetzt werden. Das Ensemble des Bayerischen Kammerorchersters Bad Brückenau hat sich für eine völlig neue, unkonventionelle Besetzung entschieden, die sehr reizvolle Klangfarben zu bieten im Stande ist: Stephan Moosmann spielt Klarinette, die Bratschistin Martha Kneringer fertigte die Arrangements. Den virtuosen Akkordeon-Part übernimmt Harald Pröckl, das Quartett komplettiert der Tubist Karlheinz Siessl.
Erklingen werden unter anderem Höhepunkte aus „Tristan und Isolde“, „Lohengrin“, „Tannhäuser“ und einigen anderen Wagner-Operndramen. Die Texte von Richard Wagner wurden von Burghard Braun zusammengestellt und mit eigenen Gedanken ergänzt.
Der Wagnerfan und Schauspieler wurde in Köln geboren, dort absolvierte er seine Ausbildung und ist seit 1999 am Landestheater Vorarlberg engagiert. Mit seinen informativen wie unterhaltsamen Komponistenporträts war er bereits bei diversen Opern-Matineen zu sehen. Seine Texte trägt Marion Freundorfer vor, die sich als freie Künstlerin nicht nur dem Schauspiel widmet, sondern auch zahlreiche Auftritte bei Fernsehserien vorzuweisen hat, zuletzt im Tatort und bei „Liebes-Leid und -Lust“.
Karten für das „Zwischenspiel“ gibt es bei der Staatlichen Kurverwaltung Bad Brückenau, Tel. (0 97 41) 80 20 sowie an der Abendkasse ab 19 Uhr. Für Kurgäste von Bad Brückenau ist der Eintritt gegen Vorlage der Gästekarte frei.
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