aktualisiert: 02.02.2012 13:38 Uhr
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OBERELSBACH
Rückkehr des Wolfs ist realistisch
Landesamt für Umwelt nimmt Stellung
(md/top) Das Thema Wölfe bewegt die Menschen. So sorgte die Berichterstattung über die jüngst im Haus der Langen Rhön eröffnete Ausstellung „Willkommen Wolf“ für viele Reaktionen. Hatte der Leiter der Oberelsbacher Einrichtung, Michael Dohrmann, doch davon gesprochen, dass die Ausstellung die Funktion habe, die Rhöner darauf vorzubereiten, dass der Wolf in näherer Zukunft durchaus auch hier wieder auftauchen könnte.
Im Internet wurde diese Behauptung einerseits als Unsinn verworfen, anderseits auf die mögliche Bedrohung von Menschen hingewiesen. Schneeschuhwanderer äußerten der Redaktion gegenüber ihre Befürchtungen, sie könnten ihrem Hobby nicht mehr nachgehen, was Gegner dieser Freizeitbeschäftigung wiederum nur begrüßen.
Was ist nun dran, an der Rückkehr der Wölfe in die Rhön? Diese Frage beantwortet Manfred Wölfl vom Referat Wildtiermanagement am Bayerischen Landesamt für Umwelt mit einem klaren Ja. Aufgrund des großen Wanderungspotenzials junger Wölfe sei das Auftreten vor allem von jungen Rüden jederzeit und überall in Bayern möglich.
Auch die Frage, ob die Rhön dem Wolf überhaupt Lebensraum bietet, bejaht der Experte. Wölfe benötigten ausreichend Nahrung und störungsarme Rückzugsräume. Sie seien kein Anzeiger für Wildnis – ihr Überleben in der Kulturlandschaft hänge im wesentlichen von der Duldung durch Menschen ab.
„Wölfe sind grundsätzlich vorsichtig und meiden den Menschen“, stellt Wölfl auf die Frage fest, wie es mit dem Gefährdungspotenzial für Menschen aussehe. Menschen gehörten nicht zum Beutespektrum. Zu vermeiden sei allerdings eine Gewöhnung an menschliche Nähe sowie das Füttern der Tiere.
In einer Veröffentlichung des Landesamts zu den häufigsten Fragen zum Thema Wolf, wird gerade davor dringend gewarnt. In den vergangenen 50 Jahren hat es demnach in Europa neun tödliche Angriffe von Wölfen auf Menschen gegeben. In fünf Fällen seinen die Tiere tollwütig gewesen, in den andern vier, seien sie angefüttert worden.
Der Wolf reagiert auf den Anblick von Menschen vorsichtig, aber er fliehe nicht – meist ziehe sich das Tier gelassen und bedacht zurück. Falls eine Begegnung stattfinde, sollte man Respekt vor dem Tier haben, aber nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen, Hunde sollten Fall angeleint werden.
Dass die Rückkehr des Wolfes Probleme in der Landwirtschaft bedeuten kann, sieht auch der Experte. Bei der extensiven Beweidung gelte es, Möglichkeiten des Herdenschutzes auszuloten. Andererseits gebe es Modelle zur Entschädigung von Landwirten. Seit 1997 gebe es eine Ausgleichszahlung für vom Luchs verursachte Übergriffe auf Schafe, Ziegen oder Gehegewild. Seit 2008 gilt der Ausgleichsfonds auch für Bär und Wolf. Voraussetzung ist eine fundierte Begutachtung des Ereignisses.
Informationen über das Verhalten beim Auftreten von Wölfen unter: www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement/wolf/doc/faq_wolf.pdf
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