publiziert: 13.07.2012 15:13 Uhr
aktualisiert: 15.07.2012 12:03 Uhr
» zur Übersicht Hammelburg
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text RAMSTHAL
SV Ramsthal schloss Mitglied zu unrecht aus

Richterin: Mutmaßungen des Vorstandes, aber kein vereinsschädigendes Verhalten

Zu einfach hat es sich der SV Ramsthal wohl mit dem dreimonatigen Ausschluss von Birgit Kiesel aus dem Verein gemacht. Wie berichtet, hatten sich die Mitglieder in der Jahresversammlung für diesen Schritt ausgesprochen. Dagegen hatte Birgit Kiesel geklagt.

Der Ausschluss trat am 1. April in Kraft. Kurz vor dem Ende der Ausschlussfrist am 28. Juni verurteilte das Amtsgericht den Verein, den Rauswurf aufzuheben und der Klägerin die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb sowie Veranstaltungen zu ermöglichen. Außerdem muss der SV die Kosten des Rechtsstreits tragen.

Die Amtsrichterin kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausschluss rechtswidrig war. Der Verein stützte sich dabei ausschließlich auf eine Anzeige des Ehemannes beim Landratsamt gegen wiederholte nächtliche Ruhestörungen am benachbarten SV-Sportheim. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe stelle die Anzeige kein vereinsschädigendes Verhalten der Ehefrau da.

Auch das Protokoll einer SV-Vorstandssitzung mit einem Tagesordnungspunkt zum „Fall Kiesel“ im Februar gebe keine Hinweise auf ein konkretes vereinsschädigendes Verhalten. Vielmehr seien dort nur Mutmaßungen des Vorstands dokumentiert, wonach auch die „Klägerin die Absicht habe, den Verein rechtlich anzugehen, zu schädigen . . .“. Laut Vereinssatzung können aber nur vereinsschädigende Handlungen mit einem Ausschluss geahndet werden. Gar nicht mehr an kam es der Richterin auf die Frage, ob der Klägerin vor der Entscheidung rechtliches Gehör gegeben wurde.

Die Entscheidung für den Ausschluss bei der Jahresversammlung führt Rechtsanwalt Steffen Vogel auf Halb- und Unwahrheiten zurück, mit denen die SV-Verantwortlichen Stimmung gegen Kiesels gemacht hätten. Diese legen Wert darauf, dass sie nicht immer wieder, sondern nur einmal um 4.30 Uhr die Polizei wegen einer nächtlichen Feier gerufen hätten. Auch hätten sie nicht ständig Strafanzeige erstattet. „Die Eheleute Kiesel wünschen sich eine Beruhigung der Situation, mit der Hoffnung, dass sich der SV an die gesetzlichen Vorgaben hält und die verbreiteten Unwahrheiten richtigstellt“, so der Anwalt.

dübi
    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

christel2 (661 Kommentare) am 16.07.2012 21:43

Freue mich sehr

über das Urteil, denn ich kann diese Familie voll verstehen. Ich weiß, von was ich spreche. Es gibt auch Ramsthaler, die nicht den Mut dieser Familie haben.
(0)
MrsBurns (1517 Kommentare) am 17.07.2012 00:31

Ach Christel

die armen Kiesels. Das mit dem Mut das stimmt. Sonst würde der Ehemann von B. Kiesel nicht ewig grinsend durchs Dorf laufen.
(0)
Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
    
Anzeige

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Bad Kissingen. »mehr
Anzeige

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr

Dialektserie "Wördlich" 

Wörter aus dem Landkreis Bad Kissingen
Der Steinacher Frank Schmitt stellt interessante Dialektwörter aus der Region vor »mehr

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema. »mehr

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr