aktualisiert: 15.07.2012 12:03 Uhr
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RAMSTHAL
SV Ramsthal schloss Mitglied zu unrecht aus
Richterin: Mutmaßungen des Vorstandes, aber kein vereinsschädigendes Verhalten
Zu einfach hat es sich der SV Ramsthal wohl mit dem dreimonatigen Ausschluss von Birgit Kiesel aus dem Verein gemacht. Wie berichtet, hatten sich die Mitglieder in der Jahresversammlung für diesen Schritt ausgesprochen. Dagegen hatte Birgit Kiesel geklagt.
Der Ausschluss trat am 1. April in Kraft. Kurz vor dem Ende der Ausschlussfrist am 28. Juni verurteilte das Amtsgericht den Verein, den Rauswurf aufzuheben und der Klägerin die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb sowie Veranstaltungen zu ermöglichen. Außerdem muss der SV die Kosten des Rechtsstreits tragen.
Die Amtsrichterin kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausschluss rechtswidrig war. Der Verein stützte sich dabei ausschließlich auf eine Anzeige des Ehemannes beim Landratsamt gegen wiederholte nächtliche Ruhestörungen am benachbarten SV-Sportheim. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe stelle die Anzeige kein vereinsschädigendes Verhalten der Ehefrau da.
Auch das Protokoll einer SV-Vorstandssitzung mit einem Tagesordnungspunkt zum „Fall Kiesel“ im Februar gebe keine Hinweise auf ein konkretes vereinsschädigendes Verhalten. Vielmehr seien dort nur Mutmaßungen des Vorstands dokumentiert, wonach auch die „Klägerin die Absicht habe, den Verein rechtlich anzugehen, zu schädigen . . .“. Laut Vereinssatzung können aber nur vereinsschädigende Handlungen mit einem Ausschluss geahndet werden. Gar nicht mehr an kam es der Richterin auf die Frage, ob der Klägerin vor der Entscheidung rechtliches Gehör gegeben wurde.
Die Entscheidung für den Ausschluss bei der Jahresversammlung führt Rechtsanwalt Steffen Vogel auf Halb- und Unwahrheiten zurück, mit denen die SV-Verantwortlichen Stimmung gegen Kiesels gemacht hätten. Diese legen Wert darauf, dass sie nicht immer wieder, sondern nur einmal um 4.30 Uhr die Polizei wegen einer nächtlichen Feier gerufen hätten. Auch hätten sie nicht ständig Strafanzeige erstattet. „Die Eheleute Kiesel wünschen sich eine Beruhigung der Situation, mit der Hoffnung, dass sich der SV an die gesetzlichen Vorgaben hält und die verbreiteten Unwahrheiten richtigstellt“, so der Anwalt.
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christel2 (539 Kommentare) am 16.07.2012 21:43
Freue mich sehrüber das Urteil, denn ich kann diese Familie voll verstehen. Ich weiß, von was ich spreche. Es gibt auch Ramsthaler, die nicht den Mut dieser Familie haben. |
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MrsBurns (1496 Kommentare) am 17.07.2012 00:31
Ach Christeldie armen Kiesels. Das mit dem Mut das stimmt. Sonst würde der Ehemann von B. Kiesel nicht ewig grinsend durchs Dorf laufen. |
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