publiziert: 24.06.2009 13:59 Uhr
aktualisiert: 24.06.2009 15:50 Uhr
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Sabine Meyer beim Kissinger Sommer: In heiterster Spielfreude

Sabine Meyer und Fazil Say in Bad Kissingen
  • Sabine Meyer.
    FOTO KIso
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Was machen denn die beiden auf der Bühne des großen Saals im Bad Kissinger Regentenbau mit der Musik? Oder: Was macht die Musik mit ihnen? Für Klarinettistin Sabine Meyer und Pianist Fazil Say scheinen die Instrumente Teile ihres Köpers zu sein, so verschmelzen sie an diesem Kammermusikabend mit ihnen, so schaukeln sie sich in Melodienbögen, in Schwerelosigkeit, in tiefste, heiterste Spielfreude.

Mit einem in allen Farben schillernden Poulenc beginnt das Duo, bevor Fazil Say zusätzlich zum ausgedruckten Programm die G-Dur Sonate von Joseph Haydn zelebriert. Mit fliegenden Fingern zaubert der Türke perlende Läufe. Er scheint Holz und Tasten des schwarzen Flügels zu streicheln, ihm mit beschwörenden Handbewegungen Ehrerbietung darbringen zu wollen. Immer wieder lauscht er versunken in die unter seinen Fingern glühende Musik, lauscht einzelnen Tönen mit in die Schulter geschmiegtem Kopf nach. Wiegt sich hin und her, singt und summt beseelt in sich hinein. Und trillert mit federnden Fingern so manchen Schlenker in die Komposition, der Haydn sicher gefallen hätte.

Glückseligkeit am Spiel auch bei Maurice Ravels Sonatine fis-Moll, bei der Fazil Say sich genussvoll auf die Ideen des Komponisten einlässt und aus dem Nichts schwerelose Klanggebilde hervorholt.

Sabine Meyer steht ihm ihn nichts nach, spielt technisch brillant und hochemotional. Mit dem von ihr gewohnten Klang schmeichelt sie sich in die Ohren der atemlos lauschenden Zuhörer. In Camille Saint-Saëns' Sonate für Klavier und Klarinette in Es-Dur entwickelt die grazile Frau mit der schier unerschöpflichen Power ein organisches Spiel, entfaltet im Lento große, pathetische Volumen und verflicht im Molto allegro Klarinettentöne nahtlos mit dem Klavierspiel. Hier wird Schlichtes schlicht gelassen, beide Künstler dienen trotz aller Leidenschaft ohne Selbstzweck der Musik und deren Schöpfern.

Auch in der zweiten Hälfte des Andantino der Bernstein-Sonate pulsiert das Klavier, ergänzt sich in perfekter Absprache mit der Klarinette. Bei der Scaramouche-Suite von Darius Milhaud drehen beide Musiker noch einmal voll auf, überschütten die Zuhörer mit hochvirtuoser, tempogeladener Darbietung. Tosender Applaus! Als Zugabe eine spannende Komposition von Fazil Say.

Von unserer Mitarbeiterin Ursula Düring
    
    

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