publiziert: 31.01.2012 18:18 Uhr
aktualisiert: 31.01.2012 18:29 Uhr
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Sanitätsstaffel könnte bleiben

Oberstleutnant a. D. zur Zukunft der Bundeswehr

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere hatte es am 26. Oktober verkündet. In Wildflecken fallen 410 der 800 Dienstposten weg. Danach war Raum für Spekulationen. Detaillierte Pläne für die Umsetzung gibt es nicht. Ungeklärt die Fragen, welche Einheiten genau wegfallen und wie sich das auf die Standorte Wildflecken und Hammelburg auswirkt. Antworten versuchte Peter Haje bei einem Nachmittag der CSU-Seniorenunion zu geben. Der Oberstleutnant a. D. sagt: „Es wird alles nicht so schlimm wie befürchtet.“

Peter Haje war von 1959 bis 1994 Soldat – bei Infanterie und Fallschirmjägern. Im Kalten Krieg lag er in Verteidigungsstellung; danach half er bei der Auflösung der Nationalen Volksarmee der DDR. Bei seiner letzten Stelle warb er nach außen für die Bundeswehr.

In den Ruhestand versetzt, leitete Haje an der Infanterieschule Hammelburg jahrelang die Redaktion der Zeitschrift des Bundes der Infanterie. Der Ex-Offizier ist also nicht mehr mittendrin, aber irgendwie dabei.

In dieser Position wisse er „keine Tatsachen, aber das, was kompetente Menschen von der Zukunft erwarten“. Und das sei, dass der Standort Hammelburg-Wildflecken eher gestärkt als geschwächt werde: „Die gesamte infanteristische Ausbildung muss hier durch. Die Einheiten gehen nur zur Spezialausbildung beispielsweise zur Gebirgsjäger- und Winterkampfschule Mittenwald.“

Insgesamt bekomme die Bundeswehr derzeit nicht mehr als 8000 Mann kämpfende Truppe zusammen. Ziel seien aber 10 000 Soldaten in zwei großen Einsatzgebieten. Und das, obwohl die Gesamtzahl an Soldaten von 237 000 auf 185 000 schrumpfen soll, davon 15 000 Freiwillige. Laut Bundesverteidigungsministerium solle eine kleinere, dafür ökonomischere und schlagkräftigere Armee her.

Das große Plus des Doppelstandorts für diese Reform seien das Gefechtssimulationszentrum und die Tatsache, dass „pausenlos Besucher aus ausländischen Armeen“ da seien.

Dass nun in der Außenstelle des VN-Ausbildungszentrums 410 Dienstposten wegfallen, sei hingegen unerheblich. Sie seien nur aus organisatorischen Gründen aufgeführt worden, aber nie wirklich da gewesen.

Die hohe Zahl internationaler Besucher sei auch der Grund, warum die Offiziersheime wohl weiter bestehen könnten: „Am 10. Februar wird darüber gesprochen. Die Heime kommen wohl unter das Dach einer gemeinsamen Gesellschaft.“

Sorge um Zivilbeschäftigte

In diesem Zusammenhang sagte Haje auch der Sanitätsstaffel in Wildflecken eine Zukunft voraus. Sie soll auf dem Papier aufgelöst werden. Doch Oberstabsarzt Dr. Becher, zuständig für das militärische Sanitätswesen in Bayern, habe ihm versichert, dass sie eher gestärkt werde.

Auch der Wegfall der Ausrüstungsentwicklung für die Infanterie sei zu verkraften. Dafür kommt laut Haje die Ausbildung für Einzelkämpfer nach Hammelburg zurück.

Sorgen macht sich der Oberstleutnant a. D. im zivilen Bereich. Matthias Hümmler, Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Hammelburg, rechne mit 40 einzusparenden Stellen – besonders beim Küchenpersonal. Bisher habe man beim Stellenabbau sozialverträgliche Lösungen, zum Beispiel über Altersteilzeit, angestrebt. Doch die Bediensteten seien meist recht jung.

Genaue Zahlen zu den Veränderungen zu nennen, hält Haje für unmöglich. Dazu sei zu unklar, wie die Verschiebungen und Versetzungen zwischen den Standorten aussehen. Angesichts der zu erwartenden geringen Einbußen in Hammelburg und Wildflecken fragt er sich, ob millionenschwere Konversionsprogramme für eine Zeit nach dem Militär gerechtfertigt wären.

st
    
    

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