aktualisiert: 06.02.2012 18:58 Uhr
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HAMMELBURG
Schüler auf den Datenschutz sensibilisieren
Welche Gefahren birgt das Internet? Experte erklärt an der Mittelschule den vorsichtigen Umgang mit Daten im Netz
Die Mittelschule Hammelburg setzt auf Aufklärung, auch, wenn es um den Datenschutz im Internet geht. Besonders für die jugendliche Zielgruppe halten die sozialen Netzwerke im Netz eine Reihe von Gefahren bereit. Per Handy und Computer sind viele Jugendliche ständig online, senden Nachrichten und stellen zum Teil ungefiltert sehr persönliche Informationen oder Fotos in Netz.
Leider werde oft zu wenig darüber nachgedacht, dass diese Daten für jeden einsehbar und vor allem dauerhaft im Internet verfügbar sind, erklärt der stellvertretende Schulleiter der Mittelschule, Frank Paul von Schoen. „Die Jugendlichen müssen lernen, was sie im Internet von sich preisgeben und welche Einstellungen an ihrem Profil in diversen sozialen Netzwerken vorgenommen werden müssen, damit sie sich selbst vor Schaden schützen können.“
Im Hinblick auf den von der Europäischen Union initiierten Tag des „Safer Internet“ am heutigen 7. Februar, lud von Schoen den Experten Patric Rudtke von der Danes GmbH an die Schule ein. Er ist für den Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) tätig und besucht im Rahmen des Projekts „Datenschutz geht zur Schule“ die Schüler, um ihnen das Thema Sicherheit im Netz näher zu bringen. Vorsicht sei bei allen Informationen geboten, die im Internet veröffentlicht werden, so der Experte. „Wenn sie einmal eingestellt sind, sind sie im Prinzip für jeden zugänglich.“ Der Datenschutz, so Rudtke, orientiere sich an den Grundrechten. „Der Mensch soll davor geschützt werden, dass jemand mit seinen Daten Missbrauch betreibt.“ Er wies die Schüler auf Urheberrechte hin und auf das Recht eines jeden an seinem eigenen Bild. „Es sollte nicht jedes Foto einfach so ins Internet gestellt werden.“ Werden beispielsweise Bilder von Freunden in einem sozialen Netzwerk gepostet, müssten – streng genommen – die Bekannten zuvor eingewilligt haben. Bei jüngeren Kindern müsste sogar eine Einwilligung der Eltern vorliegen.
Besonders sollten die Jugendlichen darauf achten, dass Daten wie Geburtstage, Adressen oder Telefonnummern nicht einfach so weiter verbreitet werden. In kleinen Filmchen, Zeitungsausschnitten oder eigenen Anekdoten veranschaulichte Rudtke, wo die Gefahren liegen. „Je mehr man von sich preisgibt, umso mehr läuft man Gefahr, dass die Informationen anderweitig benutzt werden.“ Um Vorsicht bat der Datenschützer die Schüler auch beim Kommentare schreiben im Netz. Viele Arbeitgeber überprüften heutzutage ihre Bewerber in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. Da könnten eingestellte Sätze und Fotos von Partygelagen sehr nachteilig sein. Vielmehr könnten die Plattformen eine Möglichkeit sein, sich mit besonderen Aktivitäten zu präsentieren, erklärte er. Als Beispiel nannte Rudtke die Mitarbeit im Schülerrat oder das Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Was den Bereich Cyberfreunde angeht, warnte der Experte die Jugendlichen: „Wenn ihr jemanden persönlich treffen wollt, den ihr im Netz kennengelernt habt, wählt für die Verabredung einen öffentlichen Ort, zum Beispiel ein Café oder einen Jugendtreff. Und geht nicht allein dorthin, sondern nehmt einen oder mehrere Freunde mit.“ Zum Thema Cybersex kam eine klare Ansage: „Niemals die Hüllen fallen lassen.“ Man müsse damit rechnen, dass solche Aktionen zum Beispiel gefilmt und weiterverbreitet werden.
Auch über die Sicherheit von Passwörtern informierte Rudtke die Jugendlichen: „Sichere Passwörter fangen erst bei 12 Stellen an und müssen ein Gemisch aus Buchstaben, Zahlen und Zeichen sein.“ Für verschiedene Accounts sollten auch verschiedene Passwörter benutzt werden. Bestimmt hat der Experte vielen Schülern die Augen geöffnet. Die 14-jährige Kerstin jedenfalls hat sich vorgenommen von nun an mit ihren Kommentaren und Fotos im Internet noch vorsichtiger zu sein.
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