aktualisiert: 02.02.2012 10:06 Uhr
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BAD KISSINGEN
Sisi, Luitpold und der Kammersänger
Bedeutende und weniger bedeutende Jubiläen, die Bad Kissingen in diesem Jahr begehen könnte
Jubiläumstechnisch kann 2012 mit 2011 und 2013 nicht konkurrieren. Voriges Jahr stand mit dem 100-Jährigen der Wandelhalle ein bedeutender Kissinger Bau-Gedenktag an. Nächstes Jahr folgt mit dem 100-Jährigen des Regentenbaus ein fast noch bedeutenderer. Ein paar lokalhistorisch interessante Jubiläen könnte Bad Kissingen aber durchaus auch heuer feiern, wenn es denn bereit ist, die Messlatte nicht ganz so hoch zu legen.
Zur Kategorie der runden Jubiläen trägt Kaiserin Elisabeth von Österreich doppelt bei. Sisi kam 1862, also vor 150 Jahren, erstmals zur Kur nach Kissingen. Der Aufenthalt im aufstrebenden Weltbad soll ihr sehr gut getan haben. Bei einem ihrer späteren Besuche, 1897, also vor 115 Jahren, trug sie sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
12. 12. 2012
Ein bedeutsamer Gedenktag ist aus Kissinger Sicht auch der 12. 12. 2012. Da jährt sich der Tod von Prinzregent Luitpold zum 100. Male. In Luitpolds Regierungszeit erlebte Bad Kissingen einen bemerkenswerten Bauboom. Viele der damals gestellten Weichen entfalten heute noch Wirkung.
Zum 75. Mal jährt sich in diesem Jahr der Tod von Baptist Hoffmann. Der gebürtige Garitzer war königlich preußischer Kammersänger. Sein Grabmal ist eines der schönsten auf dem Kapellenfriedhof.
Ein Dreivierteljahrhundert vergangen ist darüber hinaus seit der Einweihung des Parkfriedhofs 1937. Im selben Jahr wurde Bad Kissingen zudem Garnisonsstadt. Für die Ansiedlung der später von der US-Armee genutzten und inzwischen aufgelösten Kaserne hatte sich das Rathaus vor allem aus wirtschaftlichen Gründen stark gemacht.
Schon wieder abgerissen
Doppelt so alt, nämlich 150 Jahre, wäre heute die 1862 an der Salinenstraße erbaute Anglikanische Kirche. Sie wurde 1968 abgerissen. Widersprüchlich ist die Datierung des Amtsgerichtsgebäudes an der Ecke Salinenstraße/Maxstraße. Manche Quellen besagen, es werde ebenfalls 150. Andere sprechen von einem Bau um 1865.
Krumme Jubiläen begehen können eine Reihe bedeutender Bauten in der Stadt. Das Kurhausbad, Max Littmanns letzter Bau in Bad Kissingen, wird 85 Jahre alt. 435 Jahre alt wird heuer das Alte Rathaus. Vor 75 Jahren wurde es zudem zur Polizeistation. Eine Nutzung, die bekanntlich schon lange wieder Geschichte ist.
Das älteste Bismarckdenkmal Deutschlands steht seit 135 Jahren in Bad Kissingen. Genauso weit zurück liegt nach Angaben der Chronisten der Stapellauf des ersten Dampfboots auf der Saale. Seine hygienische Fortschrittlichkeit bewies das Weltbad Kissingen vor 120 Jahren durch die Einführung einer allgemeinen Kehrichtabfuhr.
Im Kontrast zur Staatsbaddiskussion unserer Tage immer wieder interessant ist der Hinweis auf die früheren Bemühungen der Stadt, vom Bayerischen Staat die Badpacht übertragen zu bekommen. Vor 115 Jahren richtete Kissingen deshalb sogar eine Petition an den Landtag. Sie wurde nicht erhört.
Selbstbewusste Kurhalter gibt es in Bad Kissingen schon lange. Das beweist die Gründung des Kurvereins vor 120 Jahren.
155 Jahre liegt ein großer Brand in der Kirchgasse zurück. Dieses Ereignis gab nach Einschätzung mancher Chronisten den Anlass zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wenige Jahre später.
Auch in Bezug auf seine Einordnung innerhalb der politischen Verwaltung Bayerns kann Kissingen heuer auf Jubiläen blicken. 1907 wurde die Stadt kreisunmittelbar. Bei der Gebietsreform vor 40 Jahren wurde aus der kreisfreien Stadt dann eine Große Kreisstadt.
Weitere markante Daten der Ortsgeschichte: 1727 suchte die Pest Kissingen mehrfach heim. 1902 wurde die später von den Nazis zerstörte neue Synagoge eingeweiht. 1907 eröffnete die Stadt an der Saale eine Flußbadeanstalt. Sie musste später dem Campingplatz weichen. 1912 überflog erstmals ein Luftschiff die Stadt.
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Die neuesten Kommentare
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Promenadenmischung (200 Kommentare) am 31.01.2012 11:06
UND NOCH EIN GANZ KRUMMES JUBILÄUM:Vor elf Jahren wurde der Versand des Kissinger Heilwassers eingestellt; die unerforschliche Weitsicht des damaligen Kurdirektors ließ offenbar nichts anderes zu, als einen der besten Kissinger Werbeträger einfach zu beerdigen! - Wahrlich eine Glanztat, die im Ranking der für die Zukunft des Bades schädlichsten Kissinger Maßnahmen des letzten Jahrzehnts bestimmt ganz vorne dabei wäre.O-Ton Fuldaer Zeitung: - „Wenn sich jemand findet“, sagt der Kurdirektor, „würden wir den Laden auch verschenken.“ - Gott sei Dank und zum Wohle Bad Kissingens kam es anders und ein neuer Kurdirektor. |
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