publiziert: 14.03.2011 16:50 Uhr
aktualisiert: 14.03.2011 16:54 Uhr
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Spaceman Spiff rockte das Wasserhaus

Hannes Wittmer aus Fuchsstadt machte auf seiner Tour durch Deutschland Station in Hammelburg
  • Gaben alles beim Konzert im Wasserhaus: Hannes Wittmer alias Spaceman Spiff und Felix Weigt am Cello.
    Foto: Angelika Silberbach
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„Ich hab's dem Hannes schon zu Gung-Fu-Zeiten gesagt, dass er es als Solomusiker schafft“, jubelt Dani von der Hammelburger Musikinitiative. 40 CDs und 20 Vinylplatten verkaufte sie am Freitagabend beim Konzert im Wasserhaus für Hannes Wittmer alias Spaceman Spiff.

Der sympathische Musiker, der in Fuchsstadt aufwuchs und nun als Wahlhamburger vor dem Durchbruch als Liedermacher steht, tourt durch viele Großstädte und stellt seine zweite CD vor „und im Fenster immer noch Wetter“. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete ihn in einem kürzlich erschienenen Artikel als „Alltagspoet“, der das Zeug habe, für die „Neon-Generation“ zum „neuen Helden“ zu werden.

Dagmar Golle holte ihn in die Bayern3-Newcomer-Show und nannte ihn ein „Juwel aus Franken unter den deutschen, jungen Liedermachern“. In dem knapp neunminütigen Interview, das als Podcast in der BR-Mediathek steht, plaudert Hannes Wittmer ganz locker über seinen Werdegang vom Sportstudenten zum Musiker, der ersten CD „Bodenangst“ und der letzten Literatur-Konzerttour mit dem Jungschriftsteller Finn-Ole Heinrich (wir berichteten).

Beim Wasserhauskonzert signierte Wittmer schon beim Auftritt der Vorgruppe „Hidden Tapes“ CDs und plauderte mit früheren Bandmitglieder von „Gung Fu“ und „Taschenrocker“. In der Hammelburger Musikinitiative ist er groß geworden: „Ohne die Musikini wäre ich heute nicht der, der ich bin.“ So besingt er es auch in dem Lied „Hamburg“: „Woanders bin ich wer gewesen, hier muss ich irgendwer sein.“

Die Liedtexte spiegeln sein Seelenleben wider, schildern den Alltag des Musikers und Sinnsuchenden mit einer aufhorchen lassenden Prosa, die berührt ohne kitschig zu sein. Der 25-Jährige beschreibt das Erwachsenwerden und das Ende mancher Jugendträume. „Jetzt steh ich hier wie die Axt im Wald und wollt doch eigentlich ein Baum sein“, heißt es in „Mit Scherenhänden“.

Ein Tausendsassa ist der Multiinstrumentalist Felix Weigt, der Spaceman Spiff begleitet. Auf dem Bügelbrett von Hannes Wittmers Mutter hat er eine Multitasking-Palette von Instrumenten aufgereiht: Glockenspiele, Melodica und Keyboards. Manchmal legt er einen Grundton über die Lieder, als permanente Tastenhalter dienen eingeklemmte Zigarettenstängel. Prägnant das Cellospiel von Weigt, das den Liedern vom Gitarrespielenden Wittmer eine unverwechselbare Note gibt.

Die Songs von Spaceman Spiff leben vom Text. Es ist oft mucksmäuschenstill, das Publikum ist sehr aufmerksam. Die Zuhörer sind begeistert, fordern Zugaben, die Spaceman Spiff gerne gibt. Doch die allerletzte Zugabe wird in keiner der zahlreichen release-Konzerte für die neue CD zu hören sein. Denn die gibt nicht Spaceman Spiff, sondern Hannes Wittmer. Es ist der Song „Mit dem Pinsel von Bob Ross“ von den Taschenrockern. Es ist eine Verbeugung von Hannes Wittmer vor der Musikini und all seinen Freunden.

Von unserer Mitarbeiterin Angelika Silberbach
    
    

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