aktualisiert: 26.03.2008 09:03 Uhr
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BAD KISSINGEN
Auch die Kissinger Spielbank leidet unter Rauchverbot
Rückgang bei Besucherzahlen und Spielertrag, besonders im Automaten-Saal
Einbrüche verzeichnen die bayerischen Spielbanken in den ersten beiden Monaten dieses Jahres: Um etwa ein Viertel ging der Spielertrag zurück. Auch die Besucherzahlen verminderten sich, sowohl im Roulette-Saal, deutlich mehr aber noch im Automaten-Saal. Dies bekam auch das Kissinger Casino zu spüren. Hauptursache dafür ist für Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung, das neue Nichtraucher-Schutzgesetz.
Nicht nur Gaststätten- und Festzeltbesucher hat die bayerische Staatsregierung mit ihrem Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern getroffen und verärgert. Auswirkungen, und zwar ziemlich drastisch, hatte es im Januar und Februar auch auf die neun bayerischen Spielbanken. Über 26 Prozent Rückgang beim Spielertrag bayernweit sei ein deutlicher Fingerzeig, so Erwin Horak.
Otmar Lutz, Direktor der Bad Kissinger Spielbank, schließt sich dieser Einschätzung an. Seit Jahresanfang sei im Automaten-Saal ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten.
Im Januar gab es laut Lutz beim Spielergebnis ein Minus von 34 Prozent (im Vergleich zum Vorjahresmonat), im Februar waren es zehn Prozent. Auch die Besucherzahlen seien rückläufig, so Lutz. Im Januar kamen 28 Prozent Besucher weniger, im Februar waren es 22 Prozent.
„Für beide Ergebnisse ist im Automaten-Saal das Anti-Raucher-Gesetz die Ursache“, ist sich Lutz sicher. Früher habe es solche Schwankungen nie gegeben. Von 1999 bis 2006 habe es immer sehr hohe, manchmal sogar zweistellige Zuwachsraten beim Spielergebnis gegeben. „Dass es mal weniger wird, war klar. Aber dass es so viel weniger wird, hat mich überrascht“, sagt der Direktor der Kissinger Spielbank.
Ein Abwärtstrend sei im Automaten-Saal seit Mitte 2007 zu beobachten, beschreibt Lutz die Entwicklung. Hier wirken sich seiner Ansicht nach die wirtschaftliche Lage, die Spielhallen und die Online-Spiele aus – gleichwohl letztere verboten sind.
„Das Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern war dann das i-Tüpfelchen“, so Lutz. Der Gast überlege, ob er überhaupt kommt. Die Verweildauer in der Spielbank vermindere sich, wozu die häufige Unterbrechung des Spiels, wenn der Gast auf seine „Raucherinsel“ auf dem Hochwassersteg geht, sicher beitrage.
Das Resultat sei, dass die Gäste in Spielbanken außerhalb Bayerns ausweichen. Nächste Konkurrenten seien da Kassel und Bad Homburg, aber wohl auch die Casinos auf tschechischem Territorium, vermutet Lutz.
Nicht ganz so dramatisch sieht Lutz die Entwicklung im Roulette-Saal. Er ist optimistisch, dass sich das Spielergebnis hier einpendeln und unterm Strich ein Bruttospielertrag wie 2007 erreicht wird. Den Rückgang beim Spielertrag im Januar dieses Jahres um 45 Prozent führt Lutz auf Spielschwankungen zurück. Denn im Februar gab es ein Plus von sieben Prozent.
Weniger Besucher wurden auch im Roulette-Saal registriert: Im Januar gab es ein Minus von 15 Prozent, im Februar von sechs Prozent. Auch hierfür sieht Lutz die Ursache im Anti-Raucher-Gesetz. Um seinen Gästen etwas entgegen zu kommen, hat der Spielbankdirektor in Nähe des Roulette-Saales einen Raucherbereich eingerichtet.
. . . und die Stadt leidet mit
Die rückläufigen Einnahmen in den Spielbanken wird spätestens zum Ende des Jahres bei den Politikern ankommen. Auch die Stadt Bad Kissingen wird weniger Geld im Stadtsäckel haben, denn immerhin bekommt sie 15 Prozent vom Bruttospielertrag eines Jahres. In guten Zeiten waren das schon mal 1,7 Millionen Euro.
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