aktualisiert: 11.07.2011 16:45 Uhr
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TRIMBERG
Spielerisch über Hürden in luftiger Höhe
Rettungshundestaffel im Landkreis Bad Kissingen ist seit 20 Jahren aktiv
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Noch etwas unsicher: Anja Schneider mit der jungen goldenen Retrieverhündin Dana im Hindernisparcours.Foto: Gerd Schaar -
Mischlingshund Willi bei der Arbeit: Rettungshunde müssen regelmäßig im Hindernisparcours trainieren, um sich auch in ungewohntem Terrain sicher bewegen zu können.Foto: Gerd Schaar
Als ganz und gar familientauglich bezeichnet Anja Schneider von der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Bad Kissingen ihre Golden-Retrieverhündin Dana. „Der Rettungsdienst ist eine Charaktersache, sowohl für den Hund als auch für den Halter.“ Anja ist stolz, mit Dana dazu zu gehören. Wenn der Hund jemanden beißen würde, dann bedeute dies das lebenslange Aus für das Tier in Sachen Rettungsdienst.
Im Innenhof der Trimburg demonstrierten rund ein Dutzend Rettungshunde ihr Können auf hohen Hindernissen. An zwei Tagen in der Woche übt Anja Schneider regelmäßig mit Dana. Ihr Lebenspartner sei voll und ganz damit einverstanden und schon längst „ebenfalls auf den Hund gekommen“.
Die junge Hündin Dana hat nach einem Jahr schon Vieles gelernt. Dafür ist Schneider ihren Kameraden aus der Staffel dankbar. Doch so sicher und elegant wie zum Beispiel Chip, der Golden-Retriever des stellvertretenden Staffelleiters Erich Mock, ist Dana noch nicht.
„Wir nutzen den Spieltrieb des Hundes für unsere Übungen aus“, erklärt Schneider. Dann klappe es auch immer besser mit der Bewältigung des Übungsparcours. Dort muss Dana den Gang in luftiger Höhe über schmale Gerüstbretter und zum Teil auch wackelige Leitern meistern. Dies sind immer wieder geprobte Übungsszenarien für den Ernstfall. Meist aber komme der hiesige Rettungshund bei der Personensuche in offenen Flächen oder im Wald und ganz selten im Wasser zum Einsatz, bestätigt Staffelleiter Heiko Rittelmeier. Gesucht werde zumeist nach frisch passierten Unglücken.
Heuer ist die Rettungshundestaffel des Kreises 20 Jahre alt geworden. Etwa 20- bis 30-mal jährlich rücken die Rettungsteams mit ihren Hunden in der Region Bad Kissingen sowie in den benachbarten Landkreisen Schweinfurt, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld und Haßberge aus. Auslandseinsätze sind nicht vorgesehen. Bewährte Zusammenarbeit gibt es mit den Feuerwehren, dem Technischen Hilfsdienst, der Bergwacht und der Wasserwacht. Sowohl der Hundehalter als auch der Hund müssen gründlich ausgebildet werden, erklärt Rittelmeier. Der Hundehalter brauche eine umfassenden Sanitätsausbildung inklusive Erste Hilfe für das Tier sowie Kenntnisse in der Geländeorientierung einschließlich GPS-Navigation und Trümmerkunde. Der lernwillige Hund schließlich müsse in seiner Wesensart gutmütig auch zu fremden Personen und anderen Hunden sein. „Es geht hier nämlich um Menschenleben“, betont Rittelmeier.
Derzeit zählen 15 Halter und 20 Hunde zur Rettungsstaffel des Landkreises. Rittelmeiers Golden-Retriever Chip hatte im Jahre 2007 in einem spektakulären Fall eine vermisste Person lebend aufgefunden. „Das ist stets ein besonderer Anlass zur Freude bei uns in der Staffel“, meint Rittelmeier.
Rund zwei bis drei Jahre muss auch Dana ausgebildet werden, bis sie zu ernsthaften Rettungseinsätzen antreten kann. Wer Interesse hat, kann sich bei den Bereitschaften des Roten Kreuzes melden. „Die Hunderasse ist egal“, meint Rittelmeier. Doch sollte man bedenken, dass der Hund mitunter auch getragen werden muss, wenn man zum Beispiel dem Hund das Laufen über Splitterflächen oder heiße Brandflächen ersparen will. Der Hund sollte deshalb nicht allzu viel wiegen.
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