aktualisiert: 08.02.2012 19:53 Uhr
Text
Text
BAD KISSINGEN
Stadtwerke sehen keinen Spielraum
Debatte über Eingriffe durch Wasserschutz im Talgrund – Entschädigung angeboten
Dieser Konflikt folgt einem fast schon klassischen Muster: Die Stadtwerke Bad Kissingen haben beantragt, die Grenzen des Schutzgebiets ihrer Trinkwassergewinnung im Talgrund bei Münnerstadt neu zu fassen. Betroffene Landwirten und die Stadt Münnerstadt ärgert das sehr.
Aus Sicht der Stadtwerke GmbH ist die Anpassung für die Zukunftssicherung der Trinkwassergewinnung im Talgrund unverzichtbar. Die Landwirte halten dagegen, die Ausweitung entscheidender Schutzbereiche sei überzogen. Und die Stadt Münnerstadt sieht sich durch die Pläne in ihrer Entwicklungsfähigkeit beschränkt.
Vor diesem Hintergrund warben Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Zimmer und Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg als Aufsichtsratsvorsitzender des städtischen Tochterunternehmens am Mittwoch noch einmal für die Kissinger Position.
Geologische Voraussetzungen
Die Stadtwerke hätten die Aufgabe, die Menschen in Bad Kissingen mit stets einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen. Fachleute, wie zum Beispiel Geologen, erklärten, welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind. Und die Stadtwerke hätten deshalb den Antrag gestellt, den sie hätten stellen müssen, meint Blankenburg: „Ein Spielraum ist da praktisch nicht gegeben“.
Hintergrund sei letztlich der von 1992 stammende Bescheid über die erlaubte Wasserentnahme von bis zu 2,5 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr. Bestandteil des damaligen Bescheids sei die Auflage gewesen, die Ausdehnung des Schutzgebiets zu überprüfen und neu festzulegen.
Wasser fördert die Kurstadt im Talgrund seit gut 40 Jahren. Grundsätzlich sei die Versorgung aus diesem Bereich für Bad Kissingen auch weiterhin unverzichtbar, sagen Blankenburg und Zimmer. Aus dem Gebiet bei Münnerstadt kämen über 50 Prozent des Trinkwassers in der Stadt.
Es gehe den Stadtwerken nicht darum, jemanden zu schädigen. In Gesprächen habe das Tochterunternehmen der Stadt Bad Kissingen deshalb auch bereits klar gemacht, dass es sich Ausnahmeregelungen nicht verschließen werde, solange das Trinkwasser für Kissingen nicht gefährdet sei. Darüber hinaus hätten die Stadtwerke schon vor längerer Zeit erklärt, sie seien bereit, betroffene Landwirte für ihren Mehraufwand zu entschädigen.
Gesamtgebiet wird kleiner
Der Blick auf die geplanten räumlichen Veränderungen zeigt, dass die Probleme nicht in der Gesamtausdehnung des Wasserschutzgebiets liegen. Das wird insgesamt sogar kleiner. Statt 56 Quadratkilometer soll es künftig nur noch 38 Quadratkilometer umfassen.
Die Kritik entzündet sich eher an der Ausdehnung der inneren Schutzzonen, in denen größere Nutzungseinschränkungen gelten sollen. Die Zonen I und II sollen sich laut Antrag von 0,96 auf 7,1 Quadratkilometer flächenmäßig versiebenfachen. Die Schutzzone III A soll künftig gut sechsmal so groß sein wie jetzt und 12,3 statt bisher 1,82 Quadratkilometer umfassen. Die Zone III B würde um fast 35 auf 18,7 Quadratkilometer schrumpfen.
Die Entscheidung über die neuen Grenzen des Schutzgebiets träfen nicht Stadt oder Stadtwerke Bad Kissingen. Dafür sei das Landratsamt in seiner Eigenschaft als staatliche Behörde zuständig.
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Rückblende
Baby-Galerie
Gelesen
Kommentiert
|
|
BAD KISSINGEN Radfahrer erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen |
|
|
BAD KISSINGEN Fußgängerzone: Zuschlag für den Zweiten |
|
|
BAD KISSINGEN Jutta Dieing verlässt Staatsbad GmbH Ende Mai |
|
|
POPPENLAUER/LEIPZIG Gotik-Fans waven in Leipzig |
Dialektserie "Wördlich"
Meine Maschine und ich
Stadtkultur Schweinfurt
Kunst und mehr Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
Fotografen und ihre Fotos
Grüsse aus der Region
Testen Sie Ihr Wissen
Aktuelle Leserkommentare
Zeichen setzen
engagierte Bürger Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr

Wetter
