publiziert: 17.08.2012 17:47 Uhr
aktualisiert: 19.08.2012 12:05 Uhr
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Start mit 100 Schülern denkbar

Positive Signale in Sachen Fach- und Berufsoberschule – Landkreis will Schulhaus bauen

Die Vorzeichen für eine Berufs- und Fachoberschule (FOS/BOS) im Landkreis stehen gut. Wenn es nach Landrat Thomas Bold geht, können junge Leute mit Mittlerer Reife vielleicht schon ab 2013/14 am Standort Hammelburg die Schulbank drücken. Eine Probe-Einschreibung im März 2013 soll es nämlich ans Licht bringen, ob mindestens 100 Schüler da sind, die in einer solchen Einrichtung das weitere Rüstzeug fürs Berufsleben erwerben wollen. Unterdessen hat die Stadt Hammelburg schon ein Grundstück parat, auf dem der Kreis eventuell bauen könnte.

Die Idee, auch im Landkreis eine Fach- und Berufsoberschule einzurichten, spukt schon länger in den Köpfen der Verantwortlichen. Die CSU brachte das Thema im Frühjahr 2012 im Kreistag aufs Tapet und rief als Standort für die Schule in spe die Stadt Hammelburg aus. Denn dort könnte man nicht nur all die Schüler aus dem Landkreis Bad Kissingen aufnehmen, sondern überdies auch noch solche aus der Rhön- und Spessart-Nachbarschaft rekrutieren.

Denn schließlich haben junge Leute aus Bad Brückenau, Karlstadt oder Gemünden dann einen kürzeren Schulweg zurückzulegen, als wenn sie täglich nach Bad Neustadt, Schweinfurt oder Marktheidenfeld kutschieren müssen. Politisch gesehen will man so den Schulstandort Hammelburg nachhaltig stärken. Von Seiten des Kultusministeriums könnte es auch ein Zuckerl dafür sein, dass die Stadt wohl noch länger an den erheblichen Folgen des seit 2011 wirksamen Truppenabbaus knabbern wird.

Probe-Einschreibung im März

Eine unlängst vorgenommene Anfrage bei den Realschulen und Mittelschulen mit M-Zügen in der Umgebung ergab ein hoffnungsvolles Resultat: Man kam auf 300 junge Leute, die künftig in Hammelburg ihre Fachhochschulreife anstreben könnten, sagt Landrat Bold im Gespräch mit der Main-Post. Beginnen müsste man dann wohl mit mindestens vier Klassen, das heißt zweizügig in mindestens zwei der drei üblichen Bereiche (technisch, kaufmännisch und sozial).

Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, wird die Probe-Einschreibung im März ergeben, die der Landkreis vor kurzem beim Kultusministerium beantragt hat. Zu diesem Zeitpunkt müssen sich fortbildungswillige Schüler dann zwar offiziell für eine der drei bestehenden FOS/BOS in Bad Neustadt, Schweinfurt und Marktheidenfeld einschreiben. Gleichzeitig können sie sich jedoch auch für den möglichen neuen Standort Hammelburg bewerben, erklärt Bold.

Sollten sich ausreichend viele Schüler für den Standort Hammelburg interessieren, will man von Seiten des Kreises sofort reagieren und für das Schuljahr 2013/14 zunächst entsprechende Räume in Realschule, Gymnasium und dem ehemaligen Deula-Gebäude bereitstellen. Dann müssten sich die Fachleute auch gleich mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes befassen, sagt Bold.

Das Raumprogramm macht er abhängig von der Ein- oder Zweizügigkeit der Jahrgänge und den Fachrichtungen, die angeboten werden. Mindestens fünf Millionen Euro muss man nach Ansicht des Kreischefs für das neue Gebäude einplanen, wobei es freilich auch hier, wie bei anderen Schulhausbauten auch, einen ansehnlichen staatlichen Zuschuss gibt.

Die Stadt Hammelburg hat unterdessen ihre Hausaufgaben schon gemacht. Gemäß eines Ratsbeschlusses will sie, angrenzend ans Sportzentrum, ein mehr als 5000 Quadratmeter großes Areal für das Bauvorhaben des Kreises zur Verfügung stellen.

Neue Schule als Attraktion

Bürgermeister Ernst Stross ist von dem neuen Projekt sehr angetan. „Dadurch werden zusätzlich Menschen in die Stadt kommen“, ist er sicher. Allein die Tatsache, dass die Sprösslinge praktisch ihre ganze Schullaufbahn in Hammelburg absolvieren können, wird etliche ansiedlungswillige Familien für die Stadt erwärmen können, glaubt Stross. „Allein das Angebot stärkt die Nachfrage“, lautet seine Devise. Für ihn wäre das Bekenntnis des Freistaats zur neuen Schule auch ein klares Signal dafür, dass die vielzitierte Stärkung des ländlichen Raumes nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.

Von unserem Redaktionsmitglied ISOLDE KRAPF
    
    

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