aktualisiert: 13.07.2009 22:42 Uhr
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MARIA BILDHAUSEN
Tränen der Freude beim Publikum
Klangwerkstatt mit Lisa Batiashivili
Das Konzert rund um die Geigerin Lisa Batiashvili als Klangwerkstatt Nummer 4 im Rahmen des Kissinger Sommers zu bezeichnen, ist eigentlich untertrieben. Denn was die Violinistin mit ihren sechs Musikern im Abteigebäude zelebrierte, das war Kammermusik auf hohem Niveau.
Die in München lebende Lisa Batiashvili spielte in ihrer jungen Karriere schon mit namhaften Orchestern. Eine Kostprobe ihres Könnens bot sie gleich zu Beginn des Konzerts in der zauberhaften Triosonate G-Dur von Johann Sebastian Bach. Sie hatte Musiker an ihrer Seite, die ihr künstlerisches Niveau durchaus mitzugehen und zu ergänzen vermochten.
Igor Levit am Klavier, Valeriy Sokolov mit der Geige sowie Cellist Giorgi Kharadze ergaben ein Quartett, das hoch dekorierte Nachwuchsmusiker auf eine Bühne brachte. Sokolov, als „Geiger der Seelen“ durchaus auch schon mit Menuhin verglichen, oder der gerade mal 22-jährige Levit als mehrfacher Wettbewerbssieger.
Mit Bachs Orgelsonate Nr. 1 Es-Dur und Oboist Francois Leleux ging es weiter hochklassig zu Werke. Diesmal mit Maximilian Hornung am Cello und Guy Ben-Zionys mit der Viola. Das Konzert steigerte sich von einem Höhepunkt zum nächsten. Eben auch Mozarts Präludium und Fuge g-moll und besonders in Bachs Sonate d-moll mit einem feinsinnig agierenden Valeriy Sokolov.
Gab es während der Pause im barocken Gärtlein des ehemaligen Klosters schon genügend Gründe von einem hochklassigen Konzert zu parlieren, so stellten im zweiten Teil Lisa Batiashvili, Igor Levit und Maximilian Hornung im Klaviertrio Nr. 2 e-moll von Dmitri Schostakowitsch ihr Niveau noch einmal mit unter Beweis. Das viersätzige Werk schrieb Schostakowitsch 1944 zum Gedenken an den Musikwissenschaftler Iwan Sollertinski, der einem Herzinfarkt erlegen war. Trauer und Hoffnung, Melancholie und Heiterkeit, all das erklang in ausdrucksstarken Spielweise der Musiker.
Ein Hörereignis erster Güte, Taschentücher wurden in Mengen gezückt, um der Freudentränen Herr zu werden. Mit einer Klangwerkstatt im eigentlichen Sinne hatte dieses Konzert nicht mehr viel gemein.
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