aktualisiert: 28.06.2011 20:06 Uhr
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HAUSEN
Walter Lauter Vierter bei harter Grenzsteintrophy
Die Grenzsteintrophy ist etwas für mutige Radfahrer. Anspruchsvolle Wege, Versorgung unter einfachsten Bedingungen, und das alles über 1250 Kilometer und 18 000 Höhenmeter hinweg. Walter Lauter aus Hausen kam diese Herausforderung gerade recht. Die Tour entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze hat der Radfahrer in nur acht Tagen, drei Stunden und 35 Minuten gemeistert. Am vergangenen Samstag erreichte der 54-Jährige das Ziel. Nun berichtet er von seinen Abenteuern am längsten Grünstreifen Deutschlands.
Sie gilt als zäher Brocken, die Grenzsteintrophy. An der Radtour, bei der es nicht um Schnelligkeit, sondern um die Erinnerung an die Trennung Deutschlands geht, nahmen dieses Jahr 29 Radfahrer teil, nur acht von ihnen kamen bis jetzt ans Ziel. Mindestens zehn mussten die Tour gar abbrechen. Walter Lauter ist einer der wenigen, die die Zähne zusammengebissen und die Strecke komplett bis zum Ziel durchgehalten haben.
Er weiß, mit welchen Schwierigkeiten man entlang der Route zu kämpfen hat. „Einen großen Teil der Strecke fährt man über historische Kolonnenwege der NVA, die aus holprigen Lochplatten bestehen“, erklärt er. Die Huckelpiste frustriere und verlange auch dem Körper einiges ab.
Den Hausener, der jedes Jahr zwischen 17 000 und 21 000 Kilometer mit dem Rad zurücklegt, konnte das nicht erschrecken. Ebenso wenig machte es ihm etwas aus, dass es sich bei der Trophy um eine Selbstversorgerfahrt handelte, bei der die Teilnehmer ihre gesamte Ausrüstung selbst tragen mussten und keine Übernachtung im Vorfeld buchen durften.
Das Einzige, was dem leidenschaftlichen Radfahrer Unannehmlichkeiten bereitete, war eine fünfmarkstückgroße Blase am Gesäß, die schon am zweiten Tag auftauchte. „Ich habe am dritten und vierten Tag versucht, so oft im Stehen zu fahren wie möglich“, erinnert sich der Fahrer. Und mit regelmäßigem Eincremen der Stelle habe er die Reibung etwas gemindert. Selbst den Schmerz in der Achilles-Sehne und das unangenehme Kribbeln in den stark belasteten Händen hat Lauter weggesteckt.
Viel wichtiger als all die Strapazen waren für den Hausener allerdings die Schönheit der Strecke inmitten der Natur – vom Ostseestrand bei Travemünde bis ans Dreiländereck zwischen Bayern, Sachsen und Tschechien. Schließlich, so Lauter, gebe es in Deutschland nur wenige Möglichkeiten, in unberührter Natur unterwegs zu sein, davon große Zeit alleine und mit den meisten Übernachtungen in einem einfachen Behelfszelt.
Eine Grenzerfahrung
„Das war eine Grenzerfahrung im wahrsten Sinne des Wortes“, sagte Lauter nach der Tour in einer Telefonbotschaft. Doch genug scheint es nicht gewesen zu sein. Bereits am Samstag sitzt er schon wieder im Sattel. Diesmal bei der Deutschland-Rundfahrt des Internetportals für Radfahrer quaeldich.de. 1390 Kilometer und 23 000 Höhenmeter – da war die Grenzsteintrophy schon einmal eine gute Aufwärmung.
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