publiziert: 07.02.2012 14:47 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 22:54 Uhr
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Warten auf das schnelle DSL-Netz: Unmut in Burkardroth

Unmut der Bürger in Katzenbach, Lauter, Oehrberg und Waldfenster ist groß

Gemütlich mit Freunden telefonieren oder ganz entspannt im Internet surfen – das sind nicht nur an kalten Winterabenden beliebte Freizeitbeschäftigungen. Die Bürger von Katzenbach, Lauter, Oehrberg und Waldfenster haben in dieser Hinsicht das Nachsehen. Der Grund: Die von den Hammelburger Stadtwerke GmbH betriebene Versorgungsleitung HAB-Net-DSL bringt nun schon seit Monaten nicht die versprochene Leistung. Der Unmut darüber ist groß in den Burkardrother Ortsteilen.

„Fakt ist: Es geht nicht, beziehungsweise, es geht nicht richtig“, formuliert es Andreas May auf Anfrage der Main-Post knapp. Der Software-Entwickler aus Premich betreibt die Seite „Internet Initiative Burkardroth“, die regelmäßig über das Thema informiert und Fakten zum Stand der Dinge zusammenträgt. May selbst ist kein Kunde von HAB-Net, kennt aber aus Gesprächen den Frust vieler betroffener Bürger. Und er gibt zu: „Allmählich erschöpft auch mich die Thematik.“

Rückblick: Im Rahmen des Konjunkturpaketes II bewarb sich die Gemeinde Burkardroth um den Ausbau der Internetleitung in den oben genannten Ortsteilen, die noch unterversorgt waren. Dabei ging es um einen Zuschuss von 100 000 Euro an die Kommune. Die Zusage für die Netzversorgung bekam HAB-Net.

Doch die Zusammenarbeit ist bislang keine Erfolgsgeschichte, wie Stephan Dausacker, technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Hammelburg, im Gespräch mit der Main-Post nicht verhehlt. Mitte Januar verschickte das Unternehmen eine Information an seine Kunden. Darin heißt es: „Aufgrund technischer Umstellungen im Netz von HAB-Net-DSL kommt es im Moment immer noch zu Schwankungen bei der Internetgeschwindigkeit und zu Qualitätsverlusten bei den Telefonverbindungen (...). Wir bitten Sie deshalb um Ihr Verständnis und noch etwas Geduld. Die Arbeiten werden in Kürze abgeschlossen sein.“

Ende Februar solle das bestehende Netz durch die Zuschaltung einer weiteren großen Glasfaserleitung stabil und qualitativ hochwertig laufen, heißt es in einer weiteren Online-Mitteilung der Stadtwerke, die auch auf der Seite der Internet-Initiative zu finden ist. Die bisherigen Bauverzögerungen werden darin unter anderem „durch Engpässe bei den benötigten Spezialunternehmen“ begründet.

„Diese Situation ist ja auch für uns sehr ärgerlich“, sagt Dausacker. Noch in dieser Woche kämen aber die Termine mit der Deutschen Telekom über die Netzabteilung und die Anschlussarbeiten unter Dach und Fach, versichert der Betriebsleiter.

Kunden verweigern Gebühren

May weiß, dass die Geduld vieler Bürger längst überstrapaziert ist. „Viele weigern sich, ihre Gebühren zu zahlen.“ Der 30-jährige Informatiker hat mehrmals mit Hilfe so genannter DSL-Speedtests die Geschwindigkeit der Übertragungen bei einigen Nutzern in Oehrberg und Waldfenster gemessen. „Bisher war keine Messung dabei, bei der die verkaufte Geschwindigkeit von 16 000 Kilobits pro Sekunde gewährleistet war, die ab Mitte des Jahres 2011 versprochen war“, hat May festgestellt.

Aufgrund der häufigen Verschiebungstermine für den Start der neuen Glasfaserleitung könne man Zweifel und Unmut in der Bevölkerung niemandem übel nehmen, findet der 30-Jährige. Dennoch mahnt er zur Mäßigung: „Man sollte den Stadtwerken jetzt noch die Zeit bis Ende Februar geben. Hoffen wir, dass die Zusagen sich dann bestätigen.“

Das hofft man auch im Rathaus von Burkardroth. Bürgermeister Waldemar Bug beschreibt die Situation für die Betroffenen mit dem Bild einer gut funktionierenden Wasserleitung, „an der irgendwann nur noch ein lascher Gartenschlauch hängt“. Dieses Nadelöhr müsse jetzt schnell behoben werden, fordert Bug.

Online-Tipp

Mehr Details und Diskussionsbeiträge unter   www.internet-initiative-burkardroth.de 

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Wahler-Göbel
    
    

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