publiziert: 02.02.2012 18:22 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 18:45 Uhr
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Was ein Praktikum bringen kann

Netzwerk Wirtschaft-Schule: Den Jugendlichen eine Perspektive schaffen
  • Spielszene: Felix Lauster (Mitte), Praktikant bei Metallbau Söder, und seine Chefin Vera Söder (links) präsentieren der Sozialpädagogin Christina Füller (GbF) das erste selbst fabrizierte Werkstück.
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Zum vierten Mal präsentierten Schüler, Lehrer und Ausbildungsbetriebe im landkreisweiten Netzwerk Wirtschaft-Schule beispielhafte Ergebnisse des diesjährigen Praktikumjahres. In Spielszenen und Ausstellung gaben sie Auskunft über die praxisnahe Zusammenarbeit aller Haupt- und Mittelschulen mit etwa 1000 Betrieben aus Handwerk und Wirtschaft sowie über die zielgerichtete Berufsfindung mit Hilfe der Agentur für Arbeit und der Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt (GbF).

Hauptpersonen im vollbesetzten Kursaal waren an diesem Abend die Praktikanten und Auszubildenden, die mit Hilfe des Netzwerks Wirtschaft-Schule den für sie geeigneten Beruf gefunden haben oder sogar schon erlernen. Unter der Trägerschaft der GbF, finanziert von der Agentur für Arbeit, dem Landkreis und dem Schulamt Bad Kissingen, konnten nach einer Anschubfinanzierung durch die Europäische Union seit 2008 durch das Landkreis-Netzwerk positive Ergebnisse in der gezielten Vermittlung von Ausbildungsstellen nach einem Betriebspraktikum erzielt werden, berichtete Kathrin Emmerth, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Schülern verschaffe das Netzwerk durch seine Arbeit eine Zukunftsperspektive in der Region, für die Betriebe werde der Fachkräftenachwuchs gesichert, bestätigte Kreishandwerksmeister Werner Paltian. Die nahe Industrie in Schweinfurt ziehe den Nachwuchs aus dem Landkreis durch niedrigere Arbeitszeiten und auch höhere Löhne, sieht er die Gefahr für das regionale Handwerk. Dieser Gefahr müsse man entgegen wirken. Da berufstätige Eltern als Berater der Schüler häufig ausfielen, begrüßte die Pädagogin Ulrike von der Tann die Mitarbeit der Agentur für Arbeit und der Sozialpädagogen der GbF. Oft hätten Schüler völlig falsche oder gar keine Vorstellung von einem Beruf. Hierfür sei die Verzahnung von Schule und Betrieb durch das länger andauernde Lernpraktikum nützlich.

    
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Für die am Netzwerk beteiligten Ausbildungsbetriebe kam Metallbauerin Vera Söder aus Oberthulba in einer Spielszene zu Wort. Wie andere Betriebe habe auch sie anfangs dem Netzwerk skeptisch gegenüber gestanden. Inzwischen habe sie aber die Vorteile der Praktikumswoche und der über das Jahr verteilten Praktikumstage erkannt: „Die Schüler lernen den Betrieb kennen und wir lernen den Praktikanten kennen.“ So wisse man beim Abschluss eines Ausbildungsverhältnisses gleich, worauf man sich einlasse.

Vorteile der über zwei Schuljahre andauernden Erfahrung in der betrieblichen Praxis sind für die Pädagogin Ulrike von der Tann offensichtlich. Die Schüler würden einen Persönlichkeitswandel durchmachen. „Sie lernen Pünktlichkeit und werden selbstsicherer.“ Ansporn zu besserer schulischer Leistung sei oft das Argument des Praktikumbetriebes, den Schüler als Auszubildenden zu übernehmen, „wenn er den Quali macht“.

Auch wenn das aktuelle Netzwerk-Projekt nur noch bis September gesichert ist, zweifelt Landrat Thomas Bold nicht an einer Fortsetzung. Wer einen Beruf habe, könne durch Weiterbildung weiterkommen. Wenn dieser erste Schritt aber fehle, leide der folgende Lebensweg. Man könne sich keinen Ausstieg erlauben, denn jeder Einzelne, dem man bei der Berufsfindung helfe, sei ein Gewinn für die Gesellschaft. „Das machen wir so weiter, das kriegen wir schon hin.“


Von unserem Mitarbeiter Sigismund von Dobschütz
    
    

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