Wehners Rakoczy-Bilanz „So ein Fest gehört in eine Hand“
Zweimal haben Bad Kissingens Stadträte in diesem Jahr schon Bürgermedaillen verliehen. Und wir finden, es ist jetzt Zeit, dass sie über ein drittes Mal nachdenken. Hubertus Wehner will nach dem 25. Rakoczy-Fest unter seiner Leitung den angekündigten Rückzug als Organisator wahr machen. Einen besseren Anlass, Orden anzuheften, gibt es eigentlich nicht. Allerdings macht Wehner es potenziellen Ehrenden nicht ganz leicht. Der Mann ist und bleibt ein kritischer Geist.
Frage: Na, Herr Wehner, wie hat Ihnen denn das Rakoczy-Fest 2010 so gefallen?Hubertus Wehner: Es hat mir rundum gefallen. Entscheidend ist aber, dass es den Gästen und den Bürgern der Stadt gefallen hat. Ich persönlich war mit dem Festverlauf zufrieden. Das Publikum war gut, es ging harmonisch zu und es gab keine Aggression. Dass am Freitagabend Geplantes abgesagt werden musste, war zum Zeitpunkt der Entscheidung richtig. Dass einige Besucher verärgert waren über den Ausfall ist verständlich, aber es war unvermeidlich. Auch die Absage des Ballonglühens muss man akzeptieren. Sicherheit hat Vorrang. Wichtig war für mich: Dass der Festzug insgesamt gut gelaufen ist. Kein Unfall. Die Kutscher wissen, worauf es ankommt und verhalten sich danach. Auch aus Sicht der Polizei war es ein rundum gelungenes Fest, habe ich gehört. Das Treffen der früheren Quellenköniginnen war eine tolle Zugabe und hat allen Spaß gemacht.
Rakoczy-Fest in Bad Kissingen
Wenn das so ist, haben Sie es sich mit dem angekündigten Rückzug als Chef-Organisator des Festes bestimmt noch einmal überlegt.
Wehner: Nein. Warum sollte ich mir das noch einmal überlegen. Dazu ist auch alles gesagt.
Haben Staatsbad und Stadt schon eine Nachfolgelösung?
Wehner: Nein, mir ist noch nichts bekannt. Ich hätte mir übrigens jetzt bei den verschiedenen Events gewünscht, dass unser OB und Kurdirektor sich gezeigt hätten. Hier stehe ich nicht alleine. Es ist ja nicht mein Fest, sondern das Fest von Stadt und Staatsbad GmbH. Da muss man dauernd präsent sein. Denn mit dem Fest wird Marketing gemacht und mit relativ wenigen Mitteln viel erreichen.
Also gut, wenn Sie es wirklich ernst meinen mit dem Rückzug, müssen wir etwas mehr Bilanz ziehen als nur für ein Fest. Sagen Sie uns doch mal, was war das prägende Moment Ihrer Zeit als Rakoczy-Manager.
Wehner: Das ist schwer. Am meisten Spaß hatte ich, das Fest neu auf die Beine zu stellen. Für mich ist es immer eine reizvolle Erfahrung, Darsteller zu finden, die ihre Figur treffend verkörpern. Oder: Es macht auch mal Spaß die Idee für eine passende Uniform zu entwickeln. Das sind für mich die interessanten Momente.
Welche Neuerungen waren Ihnen ein Anliegen?
Wehner: Wichtig war die Verlängerung von zwei auf drei Tage. Die Saale brennt ist als Ereignis dazugekommen oder auch das Ballonglühen. Wir haben die Reiterquadrille wieder eingeführt und die Dekoration von Heini Ross für den Großen Saal wiederentdeckt. Es sind auch mehr und mehr Festwägen hinzugekommen. Früher sind wir überwiegend mit Kutschen gefahren. Aber der Zar, zum Beispiel, kommt bei uns auf dem Wagen besser zur Geltung. Das gilt auch für Bismarck mit seiner Waage. Der Blumenschmuck ist eine regelmäßige Herausforderung. Ach, es fiel einem jedes Jahr etwas Neues ein.





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