publiziert: 07.02.2012 19:38 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 19:44 Uhr
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Wem Kälte Probleme bereitet . . .

. . . und wem nicht: drei Kissinger Beispiele

(swg/mx) Europaweit gibt es derzeit die erschreckend hohe Zahl von über 300 Toten, die der extremen Kälte zum Opfer gefallen sind. In Bad Kissingen ist nach Einschätzung von Behörden nicht zu befürchten, dass obdachlose Menschen auf der Straße erfrieren. Dies ergaben Anfragen der Main-Post im Rathaus und bei der Polizeiinspektion der Stadt.

„Das Obdachlosenheim in der Peter-Heil-Straße hat derzeit nicht mehr Zulauf als in weniger kalten Zeiten“, sagt Rathaussprecher Thomas Hack. Nach Auskunft des Sozialbetreuers der Stadt, James Broux, gibt es sogar freie Zimmer in der Unterkunft. „Personen ohne Obdach können sich bei uns oder in der Wärmestube in der Hemmerichstraße melden. Wir sorgen dann für eine warme Mahlzeit und eine Übernachtungsmöglichkeit.“

Broux bekommt seiner Aussage nach derzeit täglich Anrufe, weil aufmerksame Bürger sich um Obdachlose sorgen, die immer wieder an bestimmten Plätzen in der Stadt anzutreffen sind. Er habe alle Betroffenen bereits persönlich aufgesucht und ihnen Hilfe angeboten, sagt Broux. „Aber es gibt einige, die partout draußen bleiben wollen.“

Wer nicht buchstäblich von heute auf morgen auf der Straße stehe, komme hier auch bei eisigen Temperaturen zurecht, ist die Erfahrung von Lothar Manger, Sprecher der Polizeiinspektion Bad Kissingen. „Auch wenn es vielleicht komisch klingt: Leute, die schon lange auf der Straße leben, kennen Fleckchen, an denen es wärmer ist und sich aushalten lässt.“ Grundsätzlich halte auch die Polizei immer Ausschau nach Menschen ohne Obdach und sorge im Notfall für Hilfe, so Manger.

Mit „Zwiebelprinzip“ ins Freie

Besonders wachsam sind auch die Erzieher im Waldkindergarten Fliegenpilz. Denn trotz sibirischer Temperaturen, spielen die Kinder draußen. „Wir achten auf kalte Hände oder Füße und gehen bei Bedarf in unsere beheizte Hütte“, erklärt Kindergartenleiterin Vera Wilm. Einen Grund, dauerhaft in geheizte Räume auszuweichen, gebe es nicht. „Den Kindern macht die Kälte weniger aus, als viele glauben.“

Wichtig sei aber die Kooperation mit den Eltern. Sie sollten darauf achten, dass ihre Kinder dem Wetter entsprechend gekleidet sind. „Das Zwiebelprinzip ist dabei wichtig und es sollte lieber eine Kleidungsschicht mehr sein“, sagt Wilm.

Die Zeiten, die die Gruppen im Freien verbringen, richten sich nach dem schwächsten Glied, so Wilm. Nach maximal zwei Stunden wird dann zusammen in der Hütte gekocht und Wärme getankt.

Autobatterien machen schlapp

Apropos Tanken: Besonders aufmerksam sollten derzeit auch Fahrer von Dieselfahrzeugen sein. Diesel kann bei Frost Flocken bilden, die dann den Kraftstofffilter verstopfen. Betroffen seien vor allem alte Filter, meint Wolfgang Speyer vom Abschleppdienst Speyer und Hofmann aus Eltingshausen. Er rät, die Filter kontrollieren und notfalls austauschen zu lassen.

Für den Abschleppdienst verdoppelte sich die Zahl der Einsätze in den vergangenen Tagen. „Wir geben zu ungefähr 40 Prozent Starthilfe“, benennt Speyer den Hauptgrund der Einsätze. Für eine leere Batterie sei die Kälte aber nicht unmittelbar verantwortlich. „Durch die Heizung wird einfach mehr Strom verbraucht.“ Gerade bei kurzen Strecken entlädt sich so die Batterie.

Die Probleme mit schlappen Batterien und verstopften Filtern sind keine regionalen. Sie sorgen in ganz Deutschland für Rekordzahlen in der Pannenstatistik. „Die Plätze zwei und drei in der ewigen Tabelle der Einsatzzahlen, gehen an den 2. und 6. Februar 2012“, sagt ADAC-Sprecher Christian Buric. Nur am 21. Dezember 2009 habe es mit 28 672 mehr Einsätze gegeben.

    
    

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