aktualisiert: 30.06.2010 23:00 Uhr
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BAD KISSINGEN
Wenn die Bartoli ihre Augenbrauen auf Moll stellt
Strahlende Cecilia Bartoli beim Konzert im nahezu ausverkauften Max-Littmann-Saal
Die glitzernden Pailletten fand man nur im Publikum an diesem Abend, als Cecilia Bartoli ihr zehnjähriges Jubiläum beim Kissinger Sommer im Max- Littmann-Saal zelebrierte. Denn die Mezzosopranistin trat als Edelmann auf die Bühne: die Haare streng zum Zopf gebunden, darauf ein Dreispitz, Beinkleider mit schwarzen Schaftstiefeln bis über die Knie und ein bodenlanger Umhang. Es fehlte eigentlich nur der Degen. Aber den kann eine Komödiantin wie Cecilia Bartoli ohne Probleme pantomimisch ersetzen.
Barocke Perlen brachte die Römerin zusammen mit dem bestens disponierten Orchestra La Scintilla zum Glänzen, manche von meditativer Innigkeit. Und so war es mucksmäuschenstill im Publikum, als die Bartoli ihre ausdrucksstarken Augenbrauen auf Moll stellte und unglaublich leise und zart Nicola Porporas Arie „Parto, ti lascia o cara“ oder Antonio Caldaras „Quel buon pastor“ intonierte.
Dass sie von ihrer Bronchitis tatsächlich genesen ist, stellte Cecilia Bartoli bei schier endlosen Koloraturen unter Beweis, mit unglaublicher Kondition und unveränderter Präsenz und Spannkraft – bis zum letzten Ton der Zugabe. Das forderte mitten in Francesco Araias Arie „Cadro, ma qual si mira“ schon mal einen Zwischenapplaus heraus.
Das Orchestra La Scintilla mit Konzertmeisterin Ada Pesch erwies sich als ...
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