aktualisiert: 08.07.2009 21:13 Uhr
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BAD KISSINGEN
Witziger Violinist
Ein unterhaltsamer Abend mit Daniel Hope
Geliebt habe Fritz Kreisler die dritte Violinsonate von Edvard Grieg und sie stets auswendig gespielt, erzählte Daniel Hope bei seinem Kissinger-Sommer-Konzert im nahezu ausverkauften Rossinisaal des Regentenbaus. In einem seiner letzten Konzerte verlor Kreisler mitten im Stück den Faden, beugte sich zu Klavierbegleiter Rachmaninoff hinab und fragt: „Wo sind wir?“. Der antwortete: „In der Carnegie Hall.“
Unterhaltsamer als mit Daniel Hope (Violine) und Sebastian Knauer (Klavier) kann ein Kammermusikabend kaum sein. Bei Hope bestand freilich keinerlei Gefahr, dass er sich in den drei Sätzen von Griegs c-Moll-Sonate verirrte, hatte der Brite die Noten doch sicherheitshalber dabei. Der Meister der variationsreichen Bogenführung und Grifftechniken entfachte im Eingangssatz expressive, flirrende Spannungsbögen, tauchte die Romanza in ein larmoyantes, poetisches Licht und spielte im Finale virtuos und leidenschaftlich wie ein Teufelsgeiger auf.
Sebastian Knauer, der immer nach Noten spielte, erwies sich als sensibler Klavierbegleiter, der sich eher in Zurückhaltung, denn im Akzente setzen übte. Zu Beginn zeichneten Hope und Knauer energiegeladen Manuel de Fallas Bilderbogen „Siete Canciones populares espanolas“. Hope führte den Bogen mal ruppig und schroff, dann wieder schwelgerisch und singend.
Er rupfte und riss an den Saiten, um dann wieder zirpende Flageoletttöne auf den Zehenspitzen wippend im zartesten Pianissimo zu gestalten. Die große emotionale Spannweite der dritten d-Moll-Sonate von Johannes Brahms loteten Hope und Knauer gefühlvoll aus. Manchmal pflügten sie schier gegeneinander durch das ton- und stimmungsreiche Werk, dann wieder flossen sie in vollendeter Harmonie ineinander.
Das kongeniale Zusammenspiel zwischen Daniel Hope und Sebastian Knauer blitzte auch im dynamischen „Hexenlied“ auf, einem von Drei Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
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