Wördlich
Dialektwörter aus dem Landkreis

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Serie Wördlich: Noosegigger
Nasenpiekser, so würde man Noosegigger ins Hochdeutsche übersetzen, sind in Poppenlauer Bartnelken. Noosegigger haben zwischen den Blüten kleine Spitzen, die leicht stechen, wenn man mit der Nase zu nahe rangeht.
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Serie Wördlich: derlechd
Ist man derlechd, dann hat man in Burkardroth Durst. In der Marktgemeinde kann man aufgefordert werden: „Hou ema en Boaddel Mousd dunnen Kaauer! Ich bin ganz derlechd.“
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Serie Wördlich: medsch
Das schön bildhaft klingende Wörtchen medsch heißt in Euerdorf schmatzen. Man kann sich bei dem Wörtchen richtig vorstellen, dass das Schmatzen klingt, als würde man mit Gummistiefeln durch knöcheltiefen Matsch laufen.
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Serie Wördlich: Fladrwüüsch
Heute mag er etwas aus der Mode gekommen sein, aber der Fladrwüüsch ist ein getrockneter Gänseflügel, den man wie einen Handfeger zum Ofenausputzen verwendet – so gesprochen in Poppenlauer. Ursprünglich hieß das Wort tatsächlich einmal Federwisch beziehungsweise vederwisch.
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Serie Wördlich: Schawesschmuos
Ein Schawesschmuos ist in Hammelburg ein in der Regel von Männern betriebenes oberflächliches Gerede nach dem Sonntagsgottesdienst. Das Wort setzt sich zusammen aus Schawes für Sonntag und Schmuos für oberflächliches Gerede oder dummes Geschwätz.
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Serie Wördlich: Kümmerling
Die Kümmerling sind nichts anderes als Gurken. So gesprochen wir das Wort in Poppenlauer. Der Name Kümmerling leitet sich vom lateinischen Wort für die Gattung Gurke – cucumis – ab.
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Serie Wördlich: Häädle Zälood
Ein Häädle Zälood ist in Euerdorf ein Salatbüschel oder Salatkopf. Die Ähnlichkeit mit dem englischen Wort für Kopf ist verblüffend.
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Serie Wördlich: Baddschglöass
Patschklöße, wie Baddschglöass auf Hochdeutsch heißen würden, sind in Schwärzelbach in die Pfanne gepatschte Klöße aus gekochten Kartoffeln.
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Serie Wördlich: Gääbäuerlich
Vielleicht haben irgendjemanden in Sulzthal die Gääbäuerlich, also Gaubäuerlein, einst genervt wie Stechmücken dies können und wurden so zur Bezeichnung für die nervtötenden Viecher. Bei den Stechmücken kommen die verschiedenen Dialekte im Landkreis Bad Kissingen übrigens nicht zusammen.
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Serie Wördlich: Massigg
Ein Massigg ist in Roßbach ein Schlägertyp, ein bösartiges oder ein altes, ausgedientes Pferd. In Steinach ist ein Massigg ein gerissener Kerl. Das Wort kommt aus dem Jiddischen.
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Serie Wördlich: Oaschgradser
Das sehr bildhafte Wort Oaschgradser, zu hochdeutsch Hinternkratzer, bezeichnet in Thundorf die Bartnelken.
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Serie Wördlich: Foosenaochd
Die fünfte Jahreszeit ist in Rannungen die Foosenaochd. Umstritten ist, ob das Wort Foosenaochd beziehungsweise Fastnacht ursprünglich tatsächlich etwas mit Fasten zu tun oder ob es einen heidnischen Ursprung hat.
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Serie Wördlich: Hagglebaasch
Mit Hagglebaasch sind in Maßbach die Siebensachen oder auch spöttisch Kind und Kegel gemeint. Das Wort Hagglebaasch stammt aus dem Jiddischen.
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Serie Wördlich: Mousdflagge
Ein wirklich wunderbares Wort ist Mousdflagge. Wenn man einen über den Durst getrunken hat und am nächsten Tag an sich eine oder mehrere Blessuren entdeckt, an deren Ursprung man sich vielleicht gar nicht mehr erinnert, dann schimpfen diese Blessuren sich Mousdflagge in Hammelburg.
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Serie Wördlich: Hömmerschdoug
Der Hömmerschdoug, also der Hemdenstock, ist in Poppenlauer das untere Ende eines Hemds. Früher hat man mitunter sogar einen längeren Hömmerschdoug an ein Hemd angenäht, damit man beispielsweise den Hintern warm hatte.
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Serie Wördlich: Ranzewäeddich
Wer in Euerdorf Ranzewäeddich hat, dem tut die (nicht der) Ranze, also der Bauch, weh. Zugegebenermaßen ist Ranzewäeddich etwas vulgär. Wenn man es feiner sagen will, sagt man in Euerdorf Moochewäeddich, also Magenweh, oder gleich Bauchwäeddich.
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Serie Wördlich: In die nöhsde Hegge schneid ma die besde Schdegge
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Eine alte Volksweisheit in Garitz drückt dasselbe aus, nur viel schöner: In die nöhsde Hegge schneid ma die besde Schdegge. Vor allem früher wurde der Spruch auch gerne in Bezug auf die Wahl des Ehepartners gebraucht, weiß eine Garitzerin zu berichten.
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Serie Wördlich: Einen guten Beschluss!
Was wünscht man sich in Franken am Jahresende standesgemäß? Richtig: „Einen guten Beschluss!“ Bei einem Beschluss geht es aber keineswegs um eine Entscheidung oder um die guten Vorsätze. Man schließt mit dem Jahr einfach ab, beschließt das Jahr also.
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Serie Wördlich: Äbbelsgrübbs
Ein Äbbelsgrübbs ist in Roßbach ein Apfelbutzen, oder wie auch immer man den Rest eines Apfels nennen will. Das Wort Äbbelsgrübbs zeigt den schon deutlichen hessischen Einfluss im nordwestlichen Landkreis.
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Serie Wördlich: Hoosekuh
Eine Hoosekuh, also wörtlich eine Hasenkuh, ist in Hausen keineswegs ein etwas seltsames Tier, sondern ein Kaninchen oder Stallhase. Das Wort hat wohl ursprünglich einen weiblichen Hasen bezeichnet.
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Serie Wördlich: urwed
Es ist urwed, sagt man in Oberbach, wenn das Wetter zwar nicht schön draußen ist, aber doch trocken, so dass man etwas im Freien arbeiten kann. Woher das schöne Wörtchen allerdings kommt, ist nicht leicht zu sagen. Es bieten sich mehrere mögliche Erklärungen an.
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Serie Wördlich: Arwesbaar
Der Arwesbaar ist in Hammelburg eine in Stroh gekleidete Gestalt, die an Fasching den Winter symbolisieren soll und vor dem Faschingszug hergeht beziehungsweise hergetrieben wird. Statt des Erbsenbärs gab es in Burkardroth die Böüwu.
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Serie Wördlich: Bodschamber
Das Wort Bodschamber ist heute wohl schon alleine deshalb nicht mehr so gebräuchlich, weil Nachttöpfe, nichts anderes ist ein Bodschamber in Schönderling nämlich, etwas aus der Mode gekommen sind.
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Serie Wördlich: Oadra
Der Oadra ist in Riedenberg ein Abhang oder ein steiles Gefälle. Ein Leser hat sich schon gefragt, wo das Wort herkommt, und ist auf der Suche sogar auf das finnische Wort für Pflug, das wohl ähnlich heißt, gestoßen.
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Serie Wördlich: Kirfich
In einigen Orten im Landkreis heißt der Friedhof noch Kirfich, so zum Beispiel in Oerlenbach. In Poppenlauer beispielsweise heißt der Friedhof wieder ganz anders.
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Serie Wördlich: Scheese
Je mehr Kinder es gibt, desto mehr Scheesen, also Kinderwägen, gibt es in Althausen. Das Wort Scheese stammt wohl noch aus einer Zeit, als das Französische großen Einfluss hierzulande hatte.
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Serie Wördlich: Schoaffmellich
Das leider viel zu wenig verbreitete Wort Schoaffmellich, hochdeutsch sind das Schafmäulchen, heißt in Sulzthal schlicht und einfach Feldsalat. Wenn er von Schoaffmellich spricht, könnte ein Sulzthaler anderswo im Landkreis aber missverstanden werden.
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Serie Wördlich: Rües
Das Wörtchen rües heißt in Garitz so viel wie wühlen, kramen oder räumen. Man kann Dinge hi unn ha rües, also hin und her räumen, oder etwa einen alten Streit wieder aufrües.
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Serie Wördlich: Hinnerschdöüwerschich
Das für nichtfränkische Ohren vielleicht etwas sonderbar klingende Wort hinnerschdöüwerschich heißt in Euerdorf nichts anderes als verkehrt herum.
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Serie Wördlich: Bissgurrn
Eine Bissgurrn ist in Burkardroth eine böse, zänkische Frau. Das Wort, das anderswo auch als Biss- oder gar Pissgurke bekannt ist, kommt wohl von einem bissigen Pferd.
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Serie Wördlich: Fasöelich
Das zauberhaft klingende Wort Fasöelich heißt in Brünn nichts anderes als Bohnen. Das Wort für die aus Südamerika stammende Gartenbohne kommt aus dem Lateinischen.
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Serie Wördlich: Walsche Nöss
Walsche Nöss sind in Oberbach natürlich die Walnüsse. An den Oberbacher Walnüssen kann man sehr schön erkennen, woher das Wort Walnuss eigentlich stammt.
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ZEITLOFS
Leserzuschrift zur Serie Wördlich: Das "Raaf" als ein Teil der Sense
Das Wörtchen Raaf oder Reef war am vergangenen Samstag in der Dialektserie „Wördlich“ an der Reihe. In der Thüngenschen Cent um Zeitlofs ist ein Reef eine lange dürre Frau. Leo Uebelacker aus Zeitlofs hat für den Ursprung des Wortes eine sehr einleuchtende Erklärung.
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Serie Wördlich: Undisnachde
Undisnachde heißt in Haard vorgestern. Nachde für gestern versteht man überall im Landkreis. Das Wort kommt vom mittelhochdeutschen nehten.
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Serie Wördlich: Raaf
Ein Raaf ist in Wollbach etwas bösartig ausgedrückt eine dürre, unansehnliche, vielleicht auch große Frau. Wahrscheinlich kommt das Wort von der Raufe, aus der die Tiere im Stall ihr Heu fressen.
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Serie Wördlich: Kolder
Eine Kolder ist in Riedenberg eine Wolldecke. Das Wort stammt, man sieht es ihm vielleicht nicht an, aus Frankreich.
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Serie Wördlich: Moggele
Moggele ist eines der Lieblingswörter von Michl Müller. Das Wort kann in Garitz etwa ein goldiges Kindchen oder sogar einen Ehemann bezeichnen. Ursprünglich stammt es aus dem Tierreich.
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Serie Wördlich: Schbilg
Ein Schbilg ist in Steinach ein geselliger Abend zum Tratschen bei jemandem daheim in der Stube. Das Wort Schbilg ist mit dem englischen gospel verwandt.
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Serie Wördlich: Bolandi
Wenn jemanden für einen anderen den Bolandi macht, dann ist er dessen willenloser Diener, ein Hanswurst, ein Depp. Das Wort Bolandi, so gesprochen wird es in Maßbach, kommt wahrscheinlich aus dem Rumänischen.
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Serie Wördlich: Grumbirn
Die Grumbirn sind nichts anderes als Kartoffeln – so gesprochen in Oerlenbach. Was wäre die fränkische Küche nur ohne Grumbirn? Das hat sich auch Michl Müller in seinem Krumbeernszelod Reggae gefragt. Aber woher kommt das Wort?
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Serie Wördlich: Audzu is koi Aggerläing!
Die Burkardröther Redewendung „Audzu is koi Aggerläing!“ besticht durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Zum einen kann sie bedeuten „Jetzt ist gut, es reicht“, zum anderen kann man sie verwenden, wenn man ausdrücken will, dass jetzt das Tagwerk vollbracht ist oder dass irgendetwas zu Ende gegangen oder aus ist.
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STEINACH
Rhöner-Bluat-Frontmann Frank Schmitt präsentiert "Wördlich"
(bjk) Der Steinacher Frank Schmitt, Frontmann der Band Rhöner Bluat, stellt die „Wördlich“ nun in kurzen Videos vor. Der Vorsitzende des Steinacher Heimatvereins sammelt selbst Dialektwörter, seit er 17 ist.
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Serie Wördlich: Doud
Der Taufpate wird in Reichenbach Doud genannt. Das Wort ist eventuell jiddischen Ursprungs. Im Hebräischen nämlich ist der dod (mit langem „o“) ein geliebter Mensch, ein Oheim oder ein Onkel.
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Serie Wördlich: Maddebloodz
Ein Maddebloodz (mit einem dunklen „o“ wie in doch), wie man in Roßbach sagt, ist wörtlich ein Quarkblechkuchen, also ein Käsekuchen. Madde ist fränkisch für Quark.
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LKR. BAD KISSINGEN
Dialektwörter gesucht
Noch gibt es sie zuhauf, die interessanten und oft farbigen Dialektausdrücke, die Dinge häufig viel besser auf den Punkt bringen als das mitunter seelenlos daherkommende Hochdeutsch. Letzterem fehlt schlicht die historische Reifung in der Region.
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Serie Wördlich: Doochenöchdlich
Das schöne Wort Doochenöchdlich heißt Stiefmütterchen. Gesprochen wird es so in Haard. Übersetzt ins Hochdeutsche würden die Blümlein Tag- und Nachtlein heißen.
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