publiziert: 01.08.2010 18:17 Uhr
aktualisiert: 04.08.2010 14:06 Uhr
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Bald „Genießerclubs“ für Raucher?

Initiative will Modell für bedrohte Gaststätten vorstellen
  • Damit ist's vorbei: Seit Sonntag gilt in der bayerischen Gastronomie das bundesweit strengste Rauchverbot. Auch in Nebenräumen von Gaststätten und Diskotheken, in kleinen Kneipen und Bars sowie in Bier- und Festzelten darf nicht mehr gequalmt werden.
    Foto: dpa
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In Bayern ist in der Nacht zum Sonntag das bundesweit strengste Rauchverbot in Kraft getreten. Damit darf in Gaststätten, Restaurants und Bierzelten grundsätzlich nicht mehr geraucht werden.

Die Initiative „Fairness für Raucher“ sammelt unterdessen Geld für eine Sammelklage. Sprecher Heinrich Kohlhuber sagte am Sonntag auf ddp-Anfrage: „Der Kampf geht weiter.“ Der Bundesverein Gastronomie und Genuss (BVGG), dessen Vorsitzender Kohlhuber auch ist, will am Montag zudem ein Modell vorstellen, das in ihrer Existenz bedrohten Gaststätten über sogenannte „BVGG- Genießerclubs“ das Rauchen im Lokal wieder ermöglichen soll.

Hier lesen Sie Berichte, Analysen und Diskussionen zum Rauchverbot in Bayern.

Kohlhuber griff Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für dessen Zurückhaltung während des Volksentscheids scharf an. „Für mich hat Seehofer versagt“, betonte er. Mit einem runden Tisch hätte die CSU nach Meinung Kohlhubers dafür sorgen müssen, „dass Raucher, aber vor allen Dingen auch die Nichtraucher zu ihrem Recht kommen“.

Der Initiator des Volksentscheides, Sebastian Frankenberger, rief alle Raucher auf, „ihrer Lieblingskneipe die Treue zu halten und zum Rauchen einfach vor die Tür zu gehen“. Auch die Nichtraucher sollten die rauchfreien Gaststätten und Festzelte „bevölkern“ und beweisen, „wie fröhlich und stimmungsvoll Nichtraucher feiern können“. An Wirte und Gastronomen appellierte Frankenberger, das Gesetz zügig umzusetzen und nicht mit Hilfe geschlossener Veranstaltungen „auszuhebeln“.

Unterdessen schließen in Bayern erste Lokale aufgrund des Rauchverbots. Die Münchner „Bistro-Bar Namenlos“ feierte am Freitag und Samstag gleichzeitig sechsjähriges Jubiläum und die Schließung. Wie „Namenlos“-Wirt Jürgen Füssl auf ddp-Anfrage sagte, sind nicht ausbleibende Kunden der Grund für das Ende des Bistros. Das Problem sei vielmehr der Lärm „mitten in einem Wohngebiet“, der durch die Raucher vor der Türe entstehe. Füssl geht nun zurück in seine oberpfälzische Heimatstadt Altenstadt an der Waldnaab. Dort werde er ein neues Lokal in einem Industriegebiet eröffnen, wo es keine Nachbarn gebe, erklärte der gelernte Hotelbetriebswirt.

Beim Volksentscheid am 4. Juli hatten in Bayern 61 Prozent der Wähler für eine Verschärfung des Rauchverbots in der Gastronomie und damit für das bundesweit schärfste Rauchverbot gestimmt. 39 Prozent wollten die bisherige Regelung mit Ausnahmen für kleine Eckkneipen, Wirtschaften mit Rauchernebenzimmern und Festzelten beibehalten.

Von ddp-Korrespondent Christoph M. Schröder
    
    

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