publiziert: 22.07.2012 19:47 Uhr
aktualisiert: 24.07.2012 12:03 Uhr
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„Behörden vertuschten Versagen“

Olympia-Attentat 1972

Nach dem Münchner Olympia-Attentat mit 17 Toten vor 40 Jahren haben die Behörden nach Informationen des „Spiegel“ ihr Versagen vertuschen wollen. Das belegten bislang geheime Berichte der Ermittlungsbehörden, Botschaftsdepeschen und Kabinettsprotokolle, die die Behörden nun auf Antrag des Magazins freigegeben haben. Laut „Spiegel“ hatte bereits am 7. September 1972, einen Tag nach der Trauerfeier für die Opfer im Münchner Olympiastadion, ein Beamter des Außenamtes jene Linie vorgegeben, die fortan offenbar die Maxime der Regierungen in Bonn und München war: „Gegenseitige Beschuldigungen müssen vermieden werden. Auch keine Selbstkritik.“ Bei dem Anschlag waren elf israelische Sportler, fünf Geiselnehmer und ein deutscher Polizist gestorben.

Später sei dementsprechend in der offiziellen Dokumentation der beiden Regierungen davon die Rede gewesen, dass die Terroristen mit „Präzision“ das Attentat ausgeführt hätten. Tatsächlich sei das Kommando des „Schwarzen Septembers“ eher dilettantisch vorgegangen. Die Gruppe habe Probleme gehabt, vor der Tat ein Hotelzimmer in München zu finden. Am Tag des Anschlags seien die Palästinenser zunächst an den Appartements der Israelis im olympischen Dorf vorbeigelaufen und in einer oberen Etagen auf Sportler aus Hongkong getroffen.

In der Dokumentation bleibt laut dem Blatt auch unerwähnt, dass es schon Wochen vor den Spielen Hinweise und Warnungen auf den Terrorakt gab. So meldete die deutsche Botschaft in Beirut am 14. August 1972, ein Vertrauensmann habe gehört, dass „von palästinensischer Seite während der Olympischen Spiele in München ein Zwischenfall inszeniert wird“. Doch die Sicherheitsbehörden registrierten nicht einmal, was wenige Tage vor dem Attentat in einer italienischen Illustrierten zu lesen war: Das Blatt berichtete, Terroristen planten „eine aufsehenerregende Tat bei den Olympischen Spielen“.

dpa
    
    

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