aktualisiert: 08.02.2012 18:59 Uhr
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NÜRNBERG/MÜNCHEN
Fotos belegen Schäden an Dürer-Bild
München verteidigt sich
Im Streit um die Ausleihe des berühmten Dürer-Porträts „Selbstbildnis im Pelzrock“ nach Nürnberg bleiben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dabei: Das Bild sei nach der letzten Ausleihe nach Nürnberg vor gut 40 Jahren beschädigt gewesen. Das belegten unmittelbar danach angefertigte Fotos des hauseigenen Doerner-Instituts, berichtete Generaldirektor Klaus Schrenk am Dienstag in München.
Allerdings sei das Nürnberger Museum seinerzeit nicht darüber informiert worden. Das Germanische Nationalmuseum hatte erklärt, ihm sei von solchen Beschädigungen des Holzgemäldes nichts bekannt.
Nach Schrenks Angaben belegen die Fotos eindeutig den fragilen Zustand des Dürer-Werks. Sie zeigten am unteren Bildrand eine offene Fuge von zwölf Zentimetern Länge, Risse am oberen Rand sowie „versprödete Partien mit Farbverlusten besonders in den dunklen Bildbereichen“, heißt es in Erklärung Schrenks. Daraufhin sei es „mit Hinweis auf die sichtbar werdende Fragilität“ abgelehnt worden, das Bild noch einmal auszuleihen. Dürer hatte das Selbstporträt anno 1500 auf Holz gemalt. Es hängt in der Alten Pinakothek in München.
Kein Fall für die Versicherung
Zum Hinweis des Germanischen Nationalmuseums, es wisse nichts von einem Versicherungsfall, betonte Schrenk: „Aus den 1971 dokumentierten Schäden entstand kein Versicherungsfall, da die notwendigen Sicherungsmaßnahmen im Doerner-Institut vorgenommen wurden.“ Dem Germanischen Nationalmuseum sei der Fall damals auch nicht schriftlich mitgeteilt worden. „So bleibt festzuhalten, dass von keiner Seite schuldhaftes Verhalten vorlag, sondern gemeinsam eines der typischen Risiken beim Transport empfindlicher Holztafeln eingegangen worden war“, erklärte Schrenk.
Eine Sprecherin des Germanischen Nationalmuseums (GNM) hielt dagegen weiter an der Bewertung der Museumsleitung fest: Es sei eine „Tatsache“, dass das Bild seinerzeit Nürnberg unbeschädigt verlassen habe. Zur Frage eines sicheren Transports eines solchen Gemäldes stellte sie fest: „Wir stellen grundsätzlich sicher, dass wir auf dem neuesten Stand sind, was Transport und Präsentation von solchen Objekten angeht.“ Das Nürnberger Nationalmuseum verfüge über eines der größten Restaurierungswerkstätten. „Wenn die Staatsgemäldesammlungen das Bild allerdings nicht für transportierbar halten, werden wir das akzeptieren“, sagte die Sprecherin.
Das Germanische Nationalmuseum in Dürers Heimatstadt Nürnberg will das Werk für seine große Dürer-Ausstellung, die im Mai beginnt, ausleihen. Die Alte Pinakothek in München lehnt das ab. In der vergangenen Woche hatten sich alle fünf Landtagsfraktionen dafür ausgesprochen, das Bild nach Nürnberg auszuleihen.

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