publiziert: 05.02.2012 19:07 Uhr
aktualisiert: 06.02.2012 08:08 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text MÜNCHEN
Geht ohne Grafenrheinfeld in Bayern das Licht aus?

Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) fordert mehr Tempo bei der Energiewende: „Naturschutz darf nicht länger Vorrang haben.“
  • Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Fehlt ohne seinen Atomstrom in Bayern bald Energie?
    Foto: Theresa Müller
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Ein Freund des deutschen Atomausstiegs war Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) nie. Vor allem den beschlossenen Ausstiegszeitraum von gut zehn Jahren hielt der Liberale aus Bayern stets für zu ambitioniert.

Doch jetzt schlägt Zeil Alarm: Wenn Ende 2015 mit dem unterfränkischen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) der zweite bayerische Reaktor vom Netz geht, könnten in Bayern die Lichter ausgehen, warnt er. Falls das Tempo der Energiewende nicht deutlich schneller werde, könne er dann „aus heutiger Sicht die Versorgungssicherheit in unserem Land nicht mehr ohne Wenn und Aber garantieren“.

Schuld am schleppenden Energie-Umbau ist aus Zeils Sicht die schwarz-gelbe Bundesregierung. Denn beim Bund liege der größte Teil der Kompetenzen: „Wenn aber Berlin so weiterwurstelt, wie bisher, gerät der Wirtschaftsstandort Bayern in Gefahr“, warnt der Minister. Mit seiner besonders hohen Abhängigkeit vom Atomstrom und seinen vielen Industriearbeitsplätzen sei der Atomausstieg für den Freistaat schließlich besonders schwierig: „Für kein anderes Land und seine Arbeitsplätze stellt die Energiewende ein so hohes Risiko da“, sagt Zeil.

Vor allem beim Ausbau der Stromnetze sei bisher viel zu wenig passiert: Bis 2020 würden 4500 Kilometer neue Stromtrassen in Deutschland benötigt. Bisher seien erst 200 Kilometer gebaut. Zeil fordert deshalb ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren – wie bei den Straßenbauprojekten nach der deutschen Wiedervereinigung. Dabei müssten auch ökologische Belange zurückgestellt werden, fordert Bayerns Wirtschaftsminister: „Der Naturschutz darf nicht länger Vorrang vor der Energieversorgung haben.“

Ebenso muss aus Sicht des bayerischen Wirtschaftsministers die staatliche Förderung von Solaranlagen deutlich zurückgefahren werden. Derzeit zahle ein durchschnittlicher Haushalt pro Jahr rund siebzig Euro zur Förderung der Photovoltaik. Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aber auch im Sinne der Verbraucher dürfe Strom aber nicht „zu einem Luxusgut werden“.

„Der Bund muss aufhören, die Energiewende nach den Regeln der Planwirtschaft zu organisieren“, schimpft Zeil. Mehr Markt müsse her – auch um den Bau neuer Gaskraftwerke für Investoren attraktiv zu machen. Vier bis fünf solcher Kraftwerke brauche Bayern, um den eigenen Strombedarf im eigenen Land zu erzeugen, erklärt Zeil. Doch mögliche Investoren aus Russland, Norwegen und den Niederlanden, mit denen der Freistaat bereits verhandelt habe, zögerten – auch weil „der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien den Betrieb großer Gaskraftwerke derzeit wenig lukrativ macht“.

Weil sich zu wenig bewege, seien bereits im vergangenen Jahr etwa die Atomstromimporte aus dem tschechischen Temelin stark angestiegen. „Das darf nicht sein“, empört sich Zeil. „Denn das offenbart eine Doppelmoral, die zumindest ich mir nicht zu eigen mache.“

Von unserem Korrespondenten Henry Stern
    
    

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»Alle 39 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Frankenpatriot (529 Kommentare) am 07.05.2012 11:18

Re Du_di_ned_oo: Franzosen wärmen sich mit deutschem Strom aus Solarzellen und Windrädern

dem kann ich nur total zustimmen!! Ich hoffe, wir kriegen Grafenrheinfeld noch vor 2015 dauerhaft stillgelegt!! Dieses Ding gefährdet hier die Region Schweinfurt und Umland völlig unnötig!!

Und dieser Stromengpass und die so viel gefürchteten Blackouts sind bislang nicht aufgetreten, wie du ja selber sehr schön belegst. Und was es noch besser belegt, ist die Tatsache dass auch bei Abschaltungen für Wartungen die Lichter und Computer in bayern und Deutschland nicht ausgegangen sind!!

Von daher können wir sehr gut auf die Kernkraft verzichten!!! Je eher, desto besser für Deutschland. Und ich freue mich schon, wenn nun endlich das Ende für Fessenheim besiegelt ist!! Denn dieses Teil soll ja nu nach Willen von Hollande abgeschaltet werden. Die Gründe sind, dass es zum Einen in einer erdbebengefährdeten Region steht und zweitens ist es nur 1,5 Kilometer von der französisch-deutschen Grenze weg!! Und wenn diese zwei Dinger weg sind, muss auch Temelin abgeschaltet werden, weil es ebenfalls zu nah an der deutsch-tschechischen Grenze steht!!!

Gruß
Frankenpatriot
(0)
Du_di_ned_oo (2930 Kommentare) am 10.02.2012 19:44

Franzosen wärmen sich mit deutschem Strom aus Solarzellen und Windrädern

Photovoltaik und Windstrom aus Deutschland schützt die Netze vor dem Zusammenbruch.
Grund dafür der hohe Stromverbrauch im völlig auf Atomstrom angewiesenen Frankreich.

Ich habe bereits Quellen genannt. hier weitere:

Warten auf den Blackout in Frankreich
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36396/1.html

Ein schöner Extraprofit
Wie der Sonnenstrom den Netzbetreibern im kalten Winter die Taschen füllt und Panikmache über vermeintliche Engpässe das Publikum davon ablenken soll

Der große Blackout, der uns für diesen Winter versprochen worden war, ist ja nun ausgeblieben. Statt dessen liefern die Tausenden von "völlig unsinnigen" Solaranlagen auch im Winter jede Menge Strom. Heute über Mittag dürften es, wie auf der Seite der Leipziger Strombörse mit einiger Verzögerung nachzulesen sein wird, für mehrere Stunden zwischen fünf und sechs Gigawatt (GW) gewesen sein, eine Leistung, die etwa vier der größeren AKW entspricht.
...
http://www.heise.de/tp/blogs/2/151403

Trotz Atomausstiegs Deutscher Strom rettet Frankreich
08.02.2012 · Es ist paradox: Nach Fukushima war Deutschland auf französischen Strom angewiesen. Nun aber, wo viele wegen der abgeschalteten Kernkraftwerke Engpässe und Stromausfälle befürchtet hatten, liefert Deutschland Strom in das Nachbarland.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/trotz-atomausstiegs-deutscher-strom-rettet-frankreich-11642130.html

Analyse: Franzosen wärmen sich mit deutschem Strom
http://www.wz-newsline.de/home/politik/inland/analyse-franzosen-waermen-sich-mit-deutschem-strom-1.898942
(1)
peter_pan (859 Kommentare) am 08.02.2012 11:52

soviel zu zeils geschwätz!

Trotz des Atomausstiegs produzieren deutsche Kraftwerke immer noch mehr Strom, als im Inland verbraucht wird - zu Frankreichs Glück: Weil der Verbrauch in dem Nachbarland wegen der Kälte auf Rekordwerte steigt, ist es auf deutsche Hilfe angewiesen - und wird auch mit Solarstrom bedient.

Interessant in diesem Artikel der Hinweis auf Solar und Windenergie....

Quelle: Spiegel Online vom 08.02.2012
Und hier der ganze Artikel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,814008,00.html
(2)
debaser72 (13 Kommentare) am 07.02.2012 12:47

Wenn ich jetzt mal rausschaue....

...sehe ich das Dilemma. Hochnebel und kaum Wind.Schaut man auf die Seite von 50Hertz sieht man, dass Deutschland in den letzten Tagen im Schnitt ca. 500MW Wind (ein halbes KKW) und zu Spitzenzeiten gute 1000MW Photovoltaik (fast ein KKW) im Netz hatte...demgegenüber steht aber ein recht hoher Verbrauch, der den Import von Strom zu Spitzenzeiten aus dem Ausland notwenidig machte (auch wenn über den Tag gesehen Strom exportiert wurde)...Das zeigt doch genau, wie es aussieht. WIR SIND ABHÄNGIG GEWORDEN! Und wir werden es immer mehr, da sie Netzausbauten usw. einfach nicht voran kommen....da können die "Intellektbefreiten" so viel schreien auf der Montagsdemo wie sie wollen; und der Energeimärchenstunde von Frau Günther und Herrn Waldherr lauschen...Fakten sind unbestechlich und sprechen die Wahrheit.

Quo vadis bavaria/germania?
(2)
ropel (190 Kommentare) am 07.02.2012 21:33

hallo debaser72

Sie lügen !!

wir hatten in den letzten 1 1/2 wochen ssarkwind aus osten, und sehr guten sonnenschein. die windleistung betrug ca. 15 gigawatt, und die photovoltaik 6 - 7 gigawatt.

gott sei dank, sonst wären in Ihrem hochgelobten atomfrankreich die lichter ausgegangen.

Sie sind ein lügner !!
(3)
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