publiziert: 19.06.2007 18:39 Uhr
aktualisiert: 26.06.2007 03:14 Uhr
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Jäger wollen Spaziergänger in Schranken weisen

Bayerns Jäger kritisieren die stetig wachsende Zahl von Individual-Freizeit-Sportlern: Mit Extrem-Sportarten bedrängten diese das Wild in den heimischen Wäldern, warnt Jagdverbands-Präsident Jürgen Vocke _ und fordert von allen Wald-Besuchern mehr Rücksichtnahme ein.

  • mp-VYLMT_0 Treibjagd in Bergrothenfels . Am 2.12.2006 Samstagmorgen versammelten sich ca. hundert Schützen, Treiber und Hundeführer, um zwischen Neustadt, Rothenfels und Bergrothenfels eine große Treibjagd abzuhalten. Gegen 15°°h konnten Jäger, Jagdpächter und alle Anwesenden auf eine Strecke von 63 Schwarzkittel und 5 Füchse schauen. Am Feuer, im schönsten Abendrot mit Blick über die fränkische Platte , wurde die Jagd von einer Gruppe Jagdhornbläsern beendete. Ob beim anschliessenden Schüsseltreiben auch das Jägerlatein seinen Stellenwert bekam. Entzieht sich der Kenntnis des Autoren .gg
    FOTO GÜNTER GIESSLER
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Bayerns Jäger kritisieren die stetig wachsende Zahl von Individual-Freizeit-Sportlern: Mit Extrem-Sportarten bedrängten diese das Wild in den heimischen Wäldern, warnt Jagdverbands-Präsident Jürgen Vocke - und fordert von allen Wald-Besuchern mehr Rücksicht ein.

Wer seine Freizeit sportlich aktiv gestalten will, hat dafür viele Möglichkeiten: Ob "Vollmond-Nordic-Walking", "Cross-Golf" jenseits angelegter Plätze oder Querfeldein-Jogging - der Individualität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Gerade auch in Wald und Flur bewegten sich die Erholungsuchenden deshalb immer öfter abseits der befestigten Wege, hat Jagdverbands-Präsident Jürgen Vocke beobachtet. Manche treibe dabei wohl auch "der Kick, dass das nicht ganz legal ist", glaubt Vocke, der für die CSU im Landtag sitzt.

Freizeitsport kontra Wildschutz

Die Folgen der intensiven Freizeit-Nutzung der Wälder seien für das Wild jedoch verheerend, warnen Bayerns Jäger. Denn nicht nur Extrem-Sportler setzten den Wildtieren zu: Wenn etwa ein Dackel an einer Futterstelle das Bein hebe, mieden scheue Wildtiere den Ort für Wochen, berichtet Vocke. Die Folge: Wild-Verbiss an jungen Bäumen.

 

Auch unvorsichtige Pilze-Sucher würden immer wieder Wildtiere aufscheuchen, oft ohne es zu merken. Auch deshalb sei die Zahl der Wildunfälle auf Bayerns Straßen an Wochenenden besonders hoch. "Den Menschen ist oft gar nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten im Wald anrichten", glaubt Vocke.

Deshalb wolle der Jagdverband "den Ansturm der Wald-Besucher kanalisieren und Verständnis wecken". Alle Besucher müssten sich eben an Spielregeln halten "und nicht nur sich selbst in den Mittelpunkt stellen". Zu den wichtigsten Spielregeln gehöre, die befestigten Wege nicht zu verlassen. In besonders sensiblen Gebieten könne der zuständige Landrat sogar eine "Wege-Pflicht" verordnen, erklärt Vocke.

Eine entsprechende Forderung an die Politik will der Jagdverband allerdings nicht erheben: "Wir setzten lieber auf gegenseitige Rücksichtnahme." Vor einer staatlichen "Überreglementierung" warnt auch Dieter Rügemer, der im Bayerischen Reit- und Fahrverband etwa 100.000 organisierte Reiter vertritt. Zwar gebe es auch unter Reitern "Rowdys", die sich nicht um Verhaltensregeln scherten. Meist werde aber "das Wild weniger gestört. Eher die Jäger", glaubt Rügemer. In der Tat sei die Freizeitnutzung der Wälder für die Jäger ein großes Problem, gibt Vocke zu - schließlich müssten sie die gesetzlichen Abschuss-Quoten erfüllen. "An vielen Orten kann man aber nur noch bei schlechtem Wetter jagen", so Vocke. Bei Sonnenschein komme man wegen der vielen Besucher "gar nicht mehr an die Tiere ran".

Von Henry Stern
    
    

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