publiziert: 04.07.2010 20:45 Uhr
aktualisiert: 05.07.2011 13:24 Uhr
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Mehrheit für die Rauchgegner

Kein blauer Dunst in Bayerns Gastronomie

Bayern wird das bundesweit strengste Rauchverbots in der Gastronomie einführen. Bei einem Volksentscheid ergab sich am Sonntag ein klarer Sieg der Rauchgegner – sie waren in fast allen Kreisen des Freistaates teils deutlich in der Mehrheit. Wie Mainfranken gewählt hat, erfahren Sie hier.

  • Vollständiges Rauchverbot in Bayern? Am 4. Juli werden die Menschen im Freistaat beim Volksentscheid an die Urnen gerufen.
    Foto: dpa
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„Wir haben gewonnen“, rief Sebastian Frankenberger, der Organisator des Volksbegehrens unter dem Jubel der Anhänger. Damit wird das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten in Bayern ausnahmslos verboten. Es ist das bundesweit strengste Rauchverbot und soll vom 1. August an gelten.

Hier geht's zum großen Extra rund um den Volksentscheid

Der Wahlausgang als Schlappe für die CSU - Leitartikel zum Thema

In Würzburg stimmten 71,7 Prozent für den Volksentscheid. Dagegen waren 28,3 Prozent. Damit hat die fünftgrößte Stadt in Bayern weit mehr Stimmen von Rauchgegnern gesammelt als Augsburg und Regensburg.

In Schweinfurt votierten 63,3 Prozent der Wähler mit Ja, dagegen stimmten 36,7 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Sonntagabend mitteilte.

In Unterfranken lag die Beteiligung bei 33,4 Prozent, die Zustimmung bei 66,9 Prozent, die Ablehnung bei 33,1.

Bayernweit war die Wahlbeteiligung bei 37,7 Prozent und damit deutlich niedriger als bei Landtags- oder Bundestagswahlen. Es musste aber kein bestimmtes Mindest-Quorum erreicht werden – die einfach Mehrheit war ausreichend. Knapp 9,4 Millionen Menschen waren zu dem Volksentscheid aufgerufen.

Dem Volksentscheid war ein langer Streit um den blauen Dunst vorausgegangen. Zunächst hatte der Landtag Ende 2007 mit CSU-Mehrheit bereits ein striktes Rauchverbot eingeführt, das Anfang 2008 in Kraft trat – aber nicht lange Bestand hatte: Nach ihren herben Verlusten bei den Kommunalwahlen im März 2008 nahm die CSU Bierzelte vorläufig wieder vom Rauchverbot aus.

Das damalige Gesetz hatte zudem einen Schönheitsfehler: Viele Wirte nutzten ein Schlupfloch, erklärten ihre Gaststätten kurzerhand zu Raucherclubs und unterliefen damit das Qualmverbot. Im Sommer 2009 beschloss die neue CSU/FDP-Koalition aber ohnehin weitere Aufweichungen und nahm Nebenräume von Wirtshäusern, kleine Einraumkneipen und Bierzelte dauerhaft vom Rauchverbot aus.

Dagegen wandten sich Rauchgegner mit einem Volksbegehren – und hatten Erfolg: Ende 2009 unterstützten mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten die Initiative – deshalb kam es zum Volksentscheid.

Das Volksbegehren war von einem breiten Bündnis aus ÖDP, SPD, Grünen, dem Bund Naturschutz sowie Ärzte- und Nichtraucherverbänden getragen worden. Die Gegner hatten sich im Bündnis „Bayern sagt Nein“ organisiert.

Ergebnisse Volksentscheid
  
Ergebnisse Volksentscheid

(dpa/san)
    
    

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»Alle 104 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

amfortas (3 Kommentare) am 08.07.2010 14:13

virsik

Hallo,
einmal möchte ich mich noch melden, denn im Grunde führt dieser Meinungsaustausch doch zu nichts.
Erinnern Sie sich noch daran, wie die Promillegrenze herabgesetzt wurde.Dem damaligen Geschrei nach, dürfte es heute sogut wie keine Gaststätten oder Kneipen mehr geben, zumindest nicht solche die Alkohol ausschenken. Dem alten Spruch nach, "Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird", sollte man doch erst einmal einige Zeit abwarten. Lesen Sie einmal bei Wikipedia nach wie das Rauchverbot in anderen Ländern, z.B. Türkei, Island oder Irland, gehandhabt wird. Dort gibt es ebenso strenge Regelungen wie in Bayern.
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virsik (25 Kommentare) am 07.07.2010 22:15

@amfortas

Es geht nicht um Gastronomie im Allgemeinen, es geht um RAUCHRkneipen. Da braucht sich das Personal ja wirklich keine Sorgen mehr um ihre Gesundheitsgefährdung machen, die Kneipen gibt es ja bald nicht mehr. Und den Arbeitsplatz auch nicht mehr.
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amfortas (3 Kommentare) am 07.07.2010 14:29

virsik

... und was ist mit den Bedienungen und anderem Gastronomie-Personal, das froh ist einen Arbeitsplatz zu haben, aber um seine Gesundheit fürchtet ???
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falke07 (47 Kommentare) am 07.07.2010 13:20

Grundsatz

um jahrelange Kontakte zu pflegen, muss ich nicht in die Kneipe; da trifft man sich privat oder im Restaurant zum Essen.
ein Nichtraucher geht auch nicht in eine Raucherkneipe, wieso auch, er will ja seine Gesundheit nur durch die Triebbefriedigung anderer nicht aufs Spiel setzen.
Vergleiche zum Alkohol oder Straßenverkehr sind reine Ablenkungsmanöver und entlarven eine gewisse Intoleranz.
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virsik (25 Kommentare) am 06.07.2010 17:40

@amfortas

...man kann natürlich, möchte aber nicht. Raucherkneipen für Raucher, Kirche für Gläubige und laute Rock-Konzerte für solche, die es mögen. Keiner MUSS in das andere, wenn er nicht will. Also MUSS auch kein Nichtraucher in eine Raucherkneipe. Aber die gibt es ja bald nicht mehr. Spart Geld: Fernseher, Computer und Flaschenbier zuhause ist ja viel billiger. Lang gepflegte soziale Kontakte? Wozu, BRAUCHT die jemand (j.r.?)
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