publiziert: 21.03.2010 20:02 Uhr
aktualisiert: 21.03.2010 21:05 Uhr
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NS-Gebirgsjäger töteten Zivilisten

Mittenwald erinnert mit Denkmal an die Opfer von Verbrechen in der Nazizeit

(epd) Mit einem Denkmal erinnert die Gemeinde Mittenwald an die Opfer von Verbrechen der NS-Gebirgsjäger. Das Denkmal wurde am Sonntag um 15 Uhr von der Gemeinde Mittenwald und dem Arbeitskreis „Angreifbare Traditionspflege“ sowie Überlebenden des Holocaust offiziell eingeweiht.

Damit erhofft sich Oberbürgermeister Arnolf Hornsteiner (CSU) auch einen „versöhnlichen Abschluss“ der langjährigen Auseinandersetzungen mit dem Arbeitskreis. Der Arbeitskreis hatte das Denkmal 2009 während einer Demonstration gegen die Traditionspflege des Kameradenkreises der Gebirgsjäger vor dem Bahnhof Mittenwald aufgestellt. Es war wenige Tage später von der Gemeinde wieder entfernt worden. „Das Denkmal wurde widerrechtlich und ohne Rücksprache mit dem Besitzer auf öffentlichem Grund aufgestellt“, erklärte Hornsteiner. Inzwischen habe die Gemeinde mit allen Gruppierungen und Beteiligten gesprochen und sich mit der Geschichte auseinandergesetzt. Das Denkmal werde nach Absprache mit allen vor der Grund- und Hauptschule aufgestellt.

Denkmal vor der Schule

Das Denkmal besteht aus einer massiven Metallstele mit einer Glasvitrine mit der Inschrift „Nie wieder Faschismus“. Hinter dem Glas liegen Steine und Überbleibsel aus den Ruinen des von Gebirgsjägern am 27. Juni 1944 zerstörten italienischen Ortes Falzano di Cortona, die von der dortigen Gemeinde gestiftet wurden.

Der Arbeitskreis „Angreifbare Traditionspflege“ hatte seit 2002 mit Demonstrationen und Veranstaltungen gegen die seit 1952 vom Kameradenkreis der Gebirgstruppe organisierten Gedenkfeiern für die in den zwei Weltkriegen gefallenen Soldaten protestiert. Die Gebirgstruppe sei für „zahlreiche Kriegsverbrechen und etliche Massaker während der Naziherrschaft in Europa“ verantwortlich, erklärte Markus Mohr vom Arbeitskreis.

Als der Arbeitskreis mit seinen Protestaktionen begann, seien die „Mörder in Uniform“ nicht verurteilt, sondern vom Kameradenkreis als Helden gefeiert worden. Die Gemeinde Mittenwald habe diese Traditionspflege „offensiv verteidigt“ und Zeitzeugen nicht empfangen. Der politische Druck des Arbeitskreises habe dazu beigetragen, dass sich ein Mitglied des Kameradenkreises, Josef Scheungraber, 2009 in München vor Gericht verantworten musste und wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Scheungrabers Einheit hatte im August 1944 als „Vergeltung“ gegen Partisanenangriffe 15 Zivilisten in Falzano di Cortona ermordet. An der Feierstunden am Sonntag beteiligte sich neben Bürgermeister Hornsteiner auch Landrat Harald Kühn, der Bürgermeister der Gemeinde Cortona, Andrea Vignini, Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Arbeitskreis „Angreifbare Traditionspflege“.

Symposium im DGB-Haus

Im Vorfeld der Veranstaltung in Mittenwald hatten die Partei „Die Linke“ und der Kurt-Eisner-Verein am Samstag von 10 bis 17 Uhr im Münchner DGB-Haus zu einem Symposium über den Umgang mit den Gebirgsjägern in Vergangenheit und Gegenwart eingeladen. Dabei stellte Mohr die Arbeit der vergangenen acht Jahre vor.

    
    

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Die neuesten Kommentare

apfelblüte (94 Kommentare) am 22.03.2010 08:20

Adolf

Der Bürgermeister von Mittenwald heiß Adolf und nicht Arnolf. Auch wenn der Name im oben genannten Zusammenhang sicherlich etwas peinlich ist, für seinen Namen kann man nichts.
(0)
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