publiziert: 07.07.2010 17:35 Uhr
aktualisiert: 07.07.2010 18:41 Uhr
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Nichtraucher-Initiative: Auch Kellner brauchen Schutz

Debatte um Rauchverbot schlägt weiter hohe Wellen

(dpa) Nach dem bayerischen Volksentscheid für ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie schlägt die Debatte um einen besseren Nichtraucherschutz weiter hohe Wellen. Die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) begrüßte die Überlegungen für eine fraktionsübergreifende Initiative im Bundestag, mit der bundesweit einheitlich ein striktes Rauchverbot in Gaststätten durchgesetzt werden soll. Es sei höchste Zeit, die Kellner und Bedienungen vor den schädlichen Auswirkungen des Passivrauchens zu schützen, sagte NID-Vizepräsident Ernst-Günther Krause am Dienstagabend.

Die Krebsanfälligkeit von Kellnern und Bedienungen sei wesentlich höher als in der sonstigen Bevölkerung. Deshalb müsse in der Arbeitsstättenverordnung endlich ein bundesweites Rauchverbot in der Gastronomie verankert werden, sagte Krause. Für eine entsprechende fraktionsübergreifende Initiative hatten sich am Dienstag Bundestagsabgeordnete von SPD und Grünen ausgesprochen.

Es sei ein Armutszeugnis und absolut unmöglich, dass Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und die Ministerpräsidenten der meisten Bundesländer in der Frage eines absoluten Rauchverbotes auf Tauchstation gingen und keinen Handlungsbedarf sähen, kritisierte Krause. Denn nicht nur in Bayern, wo die Wähler am Sonntag in einem Volksentscheid für ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie votiert hatten, sei die Meinung der Bevölkerung eindeutig. Dies zeigten Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums. Demnach wünschten sich fast drei Viertel der Deutschen, nämlich 74,4 Prozent, rauchfreie Gaststätten. Krause widersprach auch dem Sprecher der bayerischen Rauchverbotsgegner, dem Gastwirt Franz Bergmüller. Dieser hatte gesagt, trotz des Volksentscheids könnten Bayerns Wirte in geschlossenen Gesellschaften – etwa bei Hochzeiten – weiter das Rauchen zulassen. Er sehe nicht, dass die Rechtslage dies hergebe, sagte dagegen Krause. Mit Spannung wird dazu die Auffassung des zuständigen bayerischen Umwelt- und Gesundheitsministers Markus Söder (CSU) erwartet. Dessen Ministerium hatte sich am Dienstag aber zu Bergmüllers Position bedeckt gehalten und erklärt, man arbeite nach dem Volksentscheid an Vollzugshinweisen für die Kommunen.

    
    

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