publiziert: 31.01.2012 18:53 Uhr
aktualisiert: 31.01.2012 19:15 Uhr
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Privatschulen fordern mehr Chancengleichheit

Verband verlangt Anhebung staatlicher Zuschüsse

Bayerns 1256 Privatschulen erfreuen sich bei Eltern und Schülern einer steigenden Beliebtheit: So ist nach Angaben des Verbandes bayerischer Privatschulen (VBP) die Schülerzahl in den vergangenen drei Jahren um 3,2 Prozent gestiegen – während gleichzeitig an den öffentlichen Schulen 2,8 Prozent weniger Kinder unterrichtet werden. Jeder siebte bayerische Schüler besucht demnach inzwischen eine private Schule.

„Eltern wollen einfach eine gute Schule mit guten Lernbedingungen“, erklärt der VBP-Vorsitzende Gustav Huber. Und Privatschulen seien eben oft innovativer als staatliche Schulen – etwa beim Ganztagsangebot, der individuellen Betreuung oder der Vermeidung von Klassenwiederholungen. Mehr als die Hälfte der in einer repräsentativen Umfrage befragten Eltern würde deshalb laut Huber das eigene Kind lieber auf eine Privatschule schicken – wäre da nicht das Schulgeld.

Ein Wettbewerbsnachteil, den die Träger der Privatschulen gerne beseitigt wüssten: „Wir wollen, dass die Bezuschussung angehoben wird“, fordert deshalb der Verbandschef. Schließlich spare sich der Staat mit jedem neuen Schüler, der an eine private Schule wechselt, eine Menge Geld: Während an einer öffentlichen Schule ein Schüler dem Staat pro Schuljahr zwischen 6000 und 8000 Euro koste, bekomme eine private Schule nur rund 60 Prozent davon als staatlichen Zuschuss.

„Der Staat spart sich durch die Privatschulen Millionenbeträge“, kritisiert deshalb Andreas Hatzung, Direktor des katholischen Schulwerks in Bayern. Dabei seien etwa kirchliche Schulen in vielen Teilen Bayerns weit mehr als eine Ergänzung des staatlichen Schulangebots: „Ohne kirchliche Schulen ginge es in manchen Schulbereichen gar nicht mehr“, findet Hatzung. So habe etwa jede fünfte Realschule und jede zweite Förderschule einen privaten Träger: „Wir haben damit eindeutig einen öffentlichen Auftrag.“

Diese gesellschaftliche Leistung würden die Privatschulen gerne über eine deutlich höhere staatliche Förderung von rund 80 Prozent der Schulkosten honoriert wissen. „Auch dann spart der Staat immer noch eine Menge Geld“, so Verbandschef Huber.

Im Bayerischen Kultusministerium stellt man allerdings eine ganz andere Rechnung auf: „Es gibt bereits eine deutliche Steigerung der Zuschüsse“, beteuert ein Sprecher von Schulminister Ludwig Spaenle (CSU). So werde etwa die Förderung pro Schüler und Monat bis zum Ende der Wahlperiode um gut 30 Prozent auf rund 100 Euro ansteigen. Und auch inhaltlich wisse das Kultusministerium die pädagogische Leistung der Privatschulen sehr wohl zu würdigen.

„Schöne Worte füllen keinen leeren Sack“, hält Andreas Hatzung dagegen. Die katholischen Schulen etwa seien nur möglich über die unentgeltliche Arbeit von Ordensleuten und kräftige Zuschüsse aus der Kirchensteuer: „Und in beiden Bereichen wird es immer enger.“

rys
    
    

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