Die Delfinschützer werfen dem Tiergarten vor, wild gefangene Delfine rechtswidrig bei der Delfintherapie verhaltensgestörter Kinder eingesetzt zu haben. Zudem bemängeln sie die nicht artgerechte Haltung der Meeressäuger. „Die Tiere werden nicht primär für die Delfintherapie bei uns gehalten, diese dienten primär zu Forschungszwecken“, erklärte Tiergartendirektor Dag Encke. Solange jedoch Forschungs- und Bildungsaspekte statt kommerzieller Ziele im Vordergrund stünden, gebe es keine rechtlichen Probleme. „Die Fragen sind juristisch x-fach geprüft, und es läuft hier in der Tat alles ordnungsgemäß ab“, betonte auch Söder, der als Umweltminister die oberste Rechtsaufsicht für den Tiergarten darstellt. Söder stärkte dem Tiergarten auch beim Bau der neuen, rund 24 Millionen Euro teuren Delfinlagune den Rücken. „Die Lagune ist ein attraktives und richtiges Modell“, sagte der Minister. In Zoos würden durch die Präsenz der Wildtiere unersetzliche Eindrücke zu einer höheren Sensibilität für den Tierschutz führen. „Wir versuchen überall, Bewusstsein zu wecken für den Artenschutz, denn Artenschutz ist notwendig für die Bewahrung der Schöpfung“, schilderte Söder. Hinsichtlich der artgerechten Haltung der Delfine in der neuen Lagune relativierte Söder frühere Aussagen. „Sie können nie in der Zoologie den Vergleich schaffen zur freien Wildbahn“, betonte er. In der Einladung zum Pressetermin wurde er noch mit der Aussage zitiert, „hier wird auf vorbildliche Art und Weise der natürliche Lebensraum der Delfine nachempfunden“. Als Begründung für diese Einschätzung führte Söder die erweiterte Fläche der neuen Lagune auf.