aktualisiert: 15.02.2012 16:23 Uhr
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MÜNCHEN/NÜRNBERG
Streit um Dürer-Bild spitzt sich zu
CSU-Abgeordneter: Münchner Verhalten illoyal
Um Albrecht Dürers berühmtes „Selbstbildnis im Pelzrock“ ist ein heftiger innerbayerischer Streit entbrannt. Das Germanische Nationalmuseum in Dürers fränkischer Heimatstadt Nürnberg will das Werk für seine große Dürer-Ausstellung, die im Mai beginnt, ausleihen. Die Alte Pinakothek in München will es aber, wie bereits berichtet, nicht herausrücken.
Am Dienstag kündigte der fränkische CSU-Landtagsabgeordnete Karl Freller an, seine Zustimmung zu einem neuen Münchner Musiksaal davon abhängig zu machen, ob das Dürer-Werk nach Nürnberg ausgeliehen wird. „Ohne Dürer kein Ja zum Münchner Konzertsaal“, überschrieb er eine Mitteilung. Auch der Fränkische Bund forderte eine Zustimmung zur Leihgabe und fragte in einer Mitteilung: „Wofür hält man uns hier in Franken eigentlich? Für Hinterwäldler?“ Die Weigerung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Gemälde herauszugeben, bezeichnete der Sprecher des Fränkischen Bundes, Joachim Kalb, als „absurd“.
„Das Verhalten aus München ist illoyal“, betonte der Vizechef der CSU-Landtagsfraktion, Freller. „Und Loyalität ist bekanntlich keine Einbahnstraße.“ Für ihn sei die Haltung der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, die das Bild mit dem Verweis auf konservatorische und touristische Gründe nicht herausgeben will, unverständlich und nicht akzeptabel. „Mit etwas gutem Willen ließe sich mit Sicherheit eine positive Entscheidung zustande bringen“, betonte Freller. Die Haltung der Staatsgemäldesammlung trübe seinen Willen, dem geplanten neuen Münchner Konzertsaal zuzustimmen. Er habe Probleme damit, „weitere Millionen auch fränkischer Steuerzahler“ für die Kulturlandschaft Münchens abzunicken. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte bereits zuvor Gespräche mit der Wittelsbacher Landesstiftung als Eigentümer angekündigt.
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vulture (464 Kommentare) am 31.01.2012 20:46
USA, Spanien, England, Frankreich,Berlin...sie alle leihen Bilder. München nicht. Es zeigt deutlich wie das CSU-Bayern-Kolonial-Unterdrückungssystem funktioniert. Das dann Parlamentsstimmen für den (fünften) Münchner Konzertsaal innerhalb der Einheitspartei als Verhandlungspfand gelten...zeigt nur wie lächerlich der epresserische Zentralismus dieser überkommenen Schergen ist. Wer CSU wählt, wählt gegen Verteilungsgerechtigkeit, gegen die fränkische Wirtschaft, gegen moderne Kulturpolitik - für Pfründe und Korruption. |
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