aktualisiert: 01.01.2012 15:55 Uhr
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MÜNCHEN
Ude glaubt an Wechselstimmung
SPD-Vorstand kürt Münchner OB offiziell zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl
Nun ist es also offiziell: Der Landesvorstand der Bayern-SPD hat den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 gekürt. Ude kündigte danach „mehr Präsenz in allen Landesteilen“ an. Inhaltlich plane er zudem „kein Feuerwerk, sondern ein zweijähriges Crescendo“.
„Es war für mich eine sehr bewegende Sitzung“, sagte Ude vor Journalisten. Es habe vor seiner Kür eine sehr offene Aussprache gegeben „bei der auch meine Defizite nicht unerwähnt blieben“, berichtete der Spitzenkandidat gut gelaunt. Ohne Zweifel seien ihm manche landespolitische Themen noch fremd, räumte Ude unumwunden ein: „Natürlich fehlt es mir an Kenntnissen in Ackerbau und Viehzucht.“
Auch könne er nicht leugnen, fest in München verwurzelt zu sein: „Ich gebe zu: Ich bin eine Großstadtpflanze.“ Er werde die kommenden zwei Jahre aber dazu nutzen, sich „um neue Themen zu bemühen“, versprach der SPD-Politiker: „Ich bin mir im Klaren, dass das zwei Jahre Kärrnerarbeit bedeutet.“
Inhaltlich wollte Ude noch nicht ins Detail gehen, „dafür sind noch hundert Wochen Zeit“. Klar sei allerdings, dass er im Wahlkampf nicht auf „Total-Opposition“ gegen die CSU setze. „Wir erkennen die Verdienste der bisherigen Parlamentsmehrheit an“, formulierte Ude. „Aber wir wollen einige Dinge deutlich besser machen.“ Als Beispiel nannte er die Bildungspolitik. Zudem würde eine von ihm geführte Landesregierung als eine der ersten Maßnahmen die Studiengebühren abschaffen. „Aber vielleicht knickt hier ja die CSU vorher noch ein, wie bei so vielen anderen Fragen auch.“
Ohnehin ist ihm vor direkten Attacken auf den politischen Hauptgegner nicht bang: „Ich glaube, dass der CSU-Parteitag in Nürnberg die tiefe Verunsicherung der CSU-Anhänger nicht beenden kann“, so Ude. Auch könne eine Partei nicht in Berlin für den Euro-Rettungsschirm stimmen und in Bayern den Euro-Gegner Peter Gauweiler zum Partei-Vize wählen: Gleichzeitig für und gegen die Euro-Rettung, das geht nicht“, findet Ude.
Auch in Bayern sind die Wähler die vielen Kehrtwenden der CSU leid, ist die SPD-Spitze überzeugt: „Die Bayern wollen keinen Ministerpräsidenten, der seine Meinung aktuellen Meinungsumfragen entnimmt“, glaubt SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher mit Blick auf CSU-Chef Horst Seehofer.
„Eine Wechselstimmung muss nicht herbeigeführt werden, weil sie besteht“, findet auch Ude. Ihm sei aber wohl bewusst, dass er für einen Wahlerfolg politische Partner brauche. Dass er den Grünen am Vortag dennoch einen „Glaubenskrieg“ in der Verkehrspolitik vorgeworfen hatte, spielte er herunter: „Auch der SPD steht es zu, sich von Wunschpartnern zu unterscheiden“, sagte Ude. Das gemeinsame Ziel der Opposition sei jedoch klar: ein Regierungswechsel in Bayern.
Von unserem Korrespondenten
Henry Stern

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