publiziert: 23.08.2009 18:36 Uhr
aktualisiert: 23.08.2009 18:37 Uhr
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Und täglich nervt das Murmeltier

Auf den Almen der Allgäuer Berge stellen die kleinen Nager derzeit ein großes Problem dar

Für Kinder ist die Zipfelsalpe in den Allgäuer Alpen ein Paradies – dort oben auf 1526 Metern Höhe wimmelt es von Murmeltieren. In diesem Jahr aber sind es ganz einfach zu viele.

  • Possierlich, aber für die Allgäuer Bergbauern inzwischen auch eine Plage: Murmeltiere genießen in Deutschland ganzjährig Schonzeit.
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„Ich sehe jeden Tag ganz viele Murmele. Die wohnen ja hier oben beim Opa“, erzählt der dreijährige Florian und zeigt auf die große Wiese vor der Hütte. Sein Großvater Christoph Brutscher ist von den kleinen pelzigen Tieren allerdings weniger begeistert. Sie sind uns Älplern eine echte Plage“, sagt der 58-Jährige.

Die Allgäuer Bergbauern wären froh, wenn sie wie ihre Kollegen im benachbarten Österreich die Murmeltiere zumindest in Hüttennähe jagen dürften. Doch für die kleinen Nager besteht in Deutschland ganzjährige Schonzeit.

Etwa zwei Stunden dauert die Wanderung von Hinterstein im Oberallgäu zur Zipfelsalpe. Auf den letzten Höhenmetern zu der bewirtschafteten Berghütte bleiben viele Wanderer neugierig stehen, wenn sie das Pfeifen der Murmeltiere hören. „Wenn zu viele Menschen unterwegs sind, lassen sich die Tiere selten sehen. In den ruhigeren Stunden tollen sie hier dann richtig rum“, erzählt Brutscher.

Der Hindelanger verbringt seit 34 Jahren den Sommer auf der Zipfelsalpe. Er mag Murmeltiere: „Ich sehe sie gerne. Es sind possierliche Tierchen, die in den Bergen zu Hause sind. Aber in dieser Menge sind sie für uns hier oben Ungeziefer.“

Er schätzt, dass derzeit bis zu 100 Murmeltiere in der Umgebung der Zipfelsalpe leben. Dass die Nager den Winter über Schutz in der Hütte suchen und das Gebäude teilweise untergraben, stört Brutscher weniger. „Sobald wir hier im Frühjahr zum ersten Mal auftauchen, verziehen sie sich wieder. Die Gänge unter der Hütte baue ich mit Steinen zu.“ Da die Zipfelsalpe über 350 Jahre alt ist und entsprechend zugig ist, sei der Gestank der Tiere und ihrer Hinterlassenschaften gering. „Aber neuere Alpenhütten, die isoliert sind, haben damit große Probleme.“

Brutscher sind die vielen Löcher, die die Murmeltiere auf der Grünfläche graben, ein Dorn im Auge. Bis zu einen Meter tief ragen die Höhleneingänge senkrecht in den Boden und stellen gefährliche Stolperfallen für die Rinder dar. Rund um die Zipfelsalpe sind auf etwa 50 Quadratmetern zehn solcher Löcher zu sehen. „Dreimal hatte ich in den letzten fünf Jahren bei meinem Vieh Beinbrüche zu beklagen“, ärgert er sich. Die verletzten Rinder mussten mit dem Hubschrauber ins Tal gebracht und geschlachtet werden.

Der Tipp gegen die Murmeltier-Plage: ein mit Parfüm getränktes Tuch in den Eingang des Baus halten. „Sobald sie merken, dass etwas Fremdes in ihrem Bau ist, suchen sie das Weite“, rät Gottfried Mayrock, Leiter des Naturschutzreferats am Landratsamt Oberallgäu. Das sollte man allerdings nicht machen, wenn die Tiere ihren Winterschlaf halten – oder ihre Jungen im Bau großziehen.

Von dpa-Korrespondentin Birgit Klimke
    
    

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