publiziert: 01.08.2011 20:17 Uhr
aktualisiert: 01.08.2011 20:41 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text MÜNCHEN
Wirte klagen übers Rauchverbot

Vor allem kleine Kneipen und Wirtshäuser leiden unter Umsatzverlusten
  • Seit einem Jahr „Rauchen verboten“: Wirte kleiner Gaststätten und Kneipen haben Umsatz verloren, wie eine Umfrage ergab.
    Foto: dpa
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Umsatzeinbrüche, Einsparungen beim Personal und Existenzängste – einer Umfrage zufolge kämpfen vor allem Wirte von kleinen Kneipen und Wirtshäusern mit den Folgen des vor einem Jahr in Kraft getretenen strikten Rauchverbots in Bayern.

Von Mai bis Juli 2011 hatte das Münchner Institut für Marktforschung im Auftrag des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG) sowie organisierter Rauchverbotsgegner mehr als 600 Wirte von Bars, Bistros, Diskotheken, kleinen Gaststätten und Kneipen bayernweit und repräsentativ befragt. Das Ergebnis: In der „getränkegeprägten Gastronomie“ – also in Kneipen und Wirtshäusern – beklagen viele Betreiber einen massiven Einbruch der Gästezahlen und damit der Umsätze.

So geben 64 Prozent der Befragten an, deutlich weniger Gäste als vor Einführung des Rauchverbots zu haben. Im Schnitt wird der Einbruch auf knapp ein Drittel beziffert. Zudem erklären zwei Drittel der befragten Wirte, dass die Gäste deutlich kürzer bleiben. Die Umsatzrückgänge werden von der betroffenen Gruppe im Schnitt auf 28 Prozent beziffert, so die Umfrage.

Relativ problemlos läuft dagegen offenbar die Durchsetzung des Rauchverbots: Die große Mehrheit der Wirte berichtet jedenfalls, die eigenen Gäste nie oder nur selten zum Rauchverzicht ermahnen zu müssen. Interessant dabei die regionalen Unterschiede: Während in Franken 81 Prozent der Wirte noch nie Probleme mit rauchenden Gästen hatten, liegt diese Quote in Südbayern nur bei 63 Prozent.

Auch der vor der Einführung befürchtete Ärger mit den kontrollierenden Ordnungsämtern ist anscheinend eher die Ausnahme: Acht von zehn Wirten hatten demnach mit der „Raucher-Polizei“ noch nie Probleme. „Die Wirte übernehmen eine enorme Ordnungsfunktion für den Staat“, so der Leiter der Studie Helmut Aumüller: „Und das für ein Gesetz, das sie mit großer Mehrheit inhaltlich ablehnen.“

Rund neun Prozent der befragten Wirte gaben an, wegen der Folgen des Rauchverbots Personal entlassen zu haben. 15 Prozent haben Arbeitszeiten verkürzt. Knapp ein Drittel denkt über eine Schließung des eigenen Betriebes nach.

Spürbar auf dem Land

Wie viele Kneipen und Wirtshäuser wegen des Rauchverbots bereits aufgeben mussten, sei allerdings nicht seriös zu ermitteln, erklären die Initiatoren der Umfrage. Eine Betriebsaufgabe habe in der Regel mehrere Ursachen, so Bodo Meinsen vom Verein „Bürger für Freiheit und Toleranz“: „Das lässt sich nicht so leicht auseinanderhalten.“

Vor allem Bierwirtschaften auf dem Land spürten jedoch deutlich, „wenn sich der Stammtisch im Schützenheim oder privat trifft“, sagt Werner Gloßner vom Verein „Private Brauereien Bayern“: Ein Rückgang des Bierabsatzes von zehn bis 15 Prozent sei hier die Regel.

Ein Trend, den auch Angela Inselkammer, BHG-Vizepräsidentin, beobachtet hat: „Die normale Speisegastronomie hat kein Problem mit dem Rauchverbot“, so die Wirtin. „Aber die Bierkneipen, die leiden sehr darunter.“

Wenig überraschend, dass drei Viertel der befragten Wirte von der bayerischen Politik eine Lockerung des Rauchverbotes fordern. Immerhin fast jeder fünfte Gastwirt will dagegen Ruhe in der Raucherfrage – und am bestehenden Gesetz festhalten. Dass daran in absehbarer Zeit gerüttelt werden könnte, glauben aber nicht einmal organisierte Verbotsgegner wie Bodo Meinsen: „Das heißt aber nicht, dass wir nicht weiter den Finger in die Wunde legen.“

Von unserem Korrespondenten Henry Stern
    
    

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»Alle 28 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

superkarlchen (4 Kommentare) am 01.11.2011 07:36

gewählt ist gewählt

Allen, die sich beschweren oder gegen das Rauchverbot sind, muß ich sagen: Wo waren diese bei der Wahl?
(0)
miliane (1 Kommentare) am 09.08.2011 12:11

Tatsachen

Liebe Nichtraucher-Lobby,
ich kann ihnen als selbständige Wirtin wirklich Tatsachen benennen.
1. Seit dem 1. August ist mein Umsatz um 35 % zurück gegangen.
2. Waren in meiner kleinen Kneipe 95 % Raucher, 5 % Nichtraucher (alles Stammgäste).
3. Neue Gäste vielmehr Nichtraucher sind nicht dazu gekommen.
4. Meine Nichtraucher fühlen sich in der Kneipe allein gelassen, da die Raucher raus gehen müssen.
5. Das sonntägliche Karten spielen oder die Fußball-Runde wird ebenso beeinträchtigt, ich zahle im Jahr 2000.- € SKY, weiter 210.- GEZ und 250.- € GEMA, damit meine Gäste nicht mehr in Ruhe Fußball sehen können, statt mehr als 90 Minuten im Lokal zu verweilen haben sich viele SKY daheim zugelegt und machen es sich in einer gemütlichen Runde mit Bier und Zigaretten im Partyraum oder Wohnzimmer gemütlich.
6. Meine Aushilfe werde ich entlassen müssen, weil es vom Geld hinten und vorne nicht klappt.
BEI ALLEN DIESER PUNKTE FRAGE ICH MICH WO BLEIBEN DIE NICHTRAUCHER ?
Es ist doch jetzt RAUCHFREI !.
(1)
grayjohn (1540 Kommentare) am 09.08.2011 17:00

Hab ich kommen sehen

deswegen hab ich nämlich als Nichtraucher GEGEN das Rauchverbot gestimmt.

Weil ich nämlich auch als Nichtraucher lieber in eine Kneipe am Ort GEHE, wo es dann ziemlich lustig werden kann, als in eine Kneipe sonstwo zu FAHREN, wo ich zwar nicht eingenebelt werde, aber dafür ein Problem hab, wenn ich der einzige aus "meinem" Ort bin.

Supi und vielen Dank!!
(0)
Pablo1 (4 Kommentare) am 06.08.2011 01:03

Die Studie mit den 3301 Passivrauchtoten ist unserios!

Tut mir leid, aber Waterhead kapiert das nicht.
1. Es schreibt kein Arzt auf den Todesschein "gestrorben durch Passivrauch! Demanch fehtl koplett die empirische Grundlage für eine solche Aussage.
2. Außerdem wird dir jeder Arzt wird dir sagen, dass im Alter von weit über 70 Jahren kein Mensch mehr sagen kann, woran er wirlich gestorben ist. Meist ist Kreislaufversagen usw.
Demnach auch hier wieder kein empirischer Nachweis möglich.

Und der Kommentar einer Artzin im Arzteblatt bzgl. der angeblichen Gefährdung durch Passivrauch lautet wie folgt: "Da müsste man Gerichte verbieten mit mehr als 2 000 Kalorien, ebenso Weißbrot als Darmkrebsrisiko Nummer eins abschaffen, Alkoholverbot aussprechen, die PC-Nutzungszeiten per Stromabschaltung limitieren, Autos kontingentieren und bei Spitze 50 km/h abriegeln und Motorräder verbieten. Ach ja, und in der Disco gibt es nur noch leise Hintergrund-chill-out-Musik. Wäre sicher gesünder für alle . . .

Diese Aussage stammt von einer Ärztin und sie hat recht damit. Warum regen sich die fanatischen Nichtraucher nicht über die 20-30.000 Toten auf, die jährlich nachweislich durch Infektionen sterben, die sie sich in Krankenhäusern geholt haben. Das wäre wirklich sinnvoll. Also hört auf, uns mit der angeblichen Gefährdung durch Passivrauch zu kommen, den man einige Stunden in einer Kneipe einatmen muss, (Wenn ein Nichtraucher dahin gehen will, ist das ja schließlich seine eigene Entscheidung) Auf der Straße atmet man im Laufe einer Woche Tausendmal mehr Schadstoffe ein. Und die meisten Nichtraucher wissen das auch, nur in den Kopf von Waterhead will das nicht rein. Warum wohl?
Pablo
(0)
Pablo1 (4 Kommentare) am 05.08.2011 14:27

Wenn etwas getürkt ist, dann sind es die 3001 angeblichen Passivrauchtoten!

Irgendwie schon komisch. Da wird die seiröse Studie eines Institutes angezweifelt und gleichzeitig beruft man sich auf die 3301 angeblichen Passivrauchtoten, von denen 2/3 im Alter von weit über 80 Jahren gestorben sind. Das sind die getürkten Zahlen, denn da kein Arzt "gestorben durch Passivrauch" auf den Totenschein schreibt, fehlt hier jede empirisch nachprüfbare Grundlage. Jedermann, der sich nur für zwei Minuten mit den behaupteten 3301 jährlichen Toten durch Passivrauch beschäftigt, wird feststellen, dass diese Zahl jeder seriösen, auch wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Es gibt schlichtweg keinen Grund, bei mäßigem Kontakt mit Passivrauch in Zweifel zu verfallen. Andernfalls dürfte man in unseren Großstädten auch nicht mehr vor die Tür gehen. Und eine Ärztin schreibt im Deutschen Ärzteblatt über diese Hysterie: "Da müsste man Gerichte verbieten mit mehr als 2 000 Kalorien, ebenso Weißbrot als Darmkrebsrisiko Nummer eins abschaffen, Alkoholverbot aussprechen, die PC-Nutzungszeiten per Stromabschaltung limitieren, Autos kontingentieren und bei Spitze 50 km/h abriegeln und Motorräder verbieten". Wer sich auch nur ein klein wenig mit den Zahlen beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, dass von den fanatischen Gesundheitsaposteln hier eine ganz geschickte Meinungsmache iniziiert worden ist, auf die leider immer noch viele Menschen hereinfallen. Ein totales Raucherverbot ist völliger Quatsch. Es zerstört die Kneipenkultur und vernichtet Arbeitsplätze. Außerdem kann doch jeder lesen und sehen! Und wenn rund 15 % der Kneipen als Raucherkneipen gekennzeichnet sind, dann wird doch kein Nichtraucher gezwungen, da reingehen zu müssen. Es sei denn, er ist blind. Es kommt aber noch etwas hinzu. Totale Rauchverbote führen nicht dazu, dass weniger geraucht wird, sondern mehr. Das sagen die Zahlen aus Irland ganz eindeutig, denn dort ist nach 10 Jahren Rauchverbote der Anteil der jungendlichen Raucher nicht gefallen, sondern angestiegen. Warum ist doch auch klar: Es wir mehr auf privaten Festen und im Freien geraucht. Jugendschutz ist da nicht und außerdem macht das Brechen von Verboten den Jugendlichen auch noch Spass. Die Forderung muss deshalb ganz klar lauten: Wer wirklich am Jungendschutz interessiert ist, sollte dafür eintreten, dass in einer gewissen Anzahl an kleinen Kneipen wieder geraucht werden darf. Beschilderung dran und Zutritt erst ab 18 Jahren. Damit könnten alle gut leben.
Pablo
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