aktualisiert: 13.12.2010 19:34 Uhr
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ERLACH
„Staatlich inszeniertes Massaker“
Rechtsanwalt aus dem Landkreis Main-Spessart will gegen Drückjagden vorgehen
Alljährlich im Herbst und im Winter ziehen die Jäger auch in Unterfranken in Scharen aus, um in den Wäldern bei großräumigen Drückjagden Rehe, Hirsche und vor allem Wildschweine zu erlegen. Nicht selten wird gleichzeitig in mehreren aneinandergrenzenden Revieren gejagt. Doch zumindest damit soll jetzt Schluss sein.
Das jedenfalls ist der Wille von Dominik Storr. Der 39-jährige Rechtsanwalt aus Neustadt am Main (Lkr. Main-Spessart) fordert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf, den „revierübergreifenden Bewegungsjagden“ einen Riegel vorzuschieben.
„Verstoß gegen geltendes Recht“
Storr ist im Auftrag mehrerer Tierschutzorganisationen und Gruppierungen tätig, die sich die Abschaffung der Jagd auf die Fahnen geschrieben haben. Er begründet seine Forderung damit, dass revierübergreifende Bewegungsjagden gegen geltendes Recht verstoßen würden. So sei im Jagdgesetz klar geregelt, dass die Jagd nur innerhalb von Jagdrevieren ausgeübt werden dürfe. Für das Jagen über Reviergrenzen hinweg gebe es keine gesetzliche Grundlage.
Storr sieht in Bewegungsjagden überdies einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das flüchtende Wild werde durch ungenaue Schüsse oft nicht tödlich getroffen, sondern nur verwundet. Dadurch würde den Tieren vermeidbarer Schmerz zugefügt, was laut Tierschutzgesetz strafbar sei. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner stifte die Jäger daher zum Gesetzesbruch an, wenn er sie, wie kürzlich geschehen, auffordere, durch revierübergreifende Bewegungsjagden den in Feld und Flur zu Schaden gehenden Wildschweinen zu Leibe zu rücken. Storr spricht von „staatlich inszeniertem Wildschweinmassaker“.
Zügellose Vermehrung
Das von den vor allem in der Forst- und Landwirtschaft zu findenden Befürwortern ins Feld geführte Argument, wonach gerade die Wildschweinpopulation ohne großräumige Bewegungsjagden nicht reguliert werden könne, lässt Storr nicht gelten. Die Jagd sei nachweislich „kontraproduktiv“, behauptet er. Als Beleg nennt der Anwalt eine Langzeitstudie des renommierten „Journal of Animal Ecology“. Diese besage, dass der „hohe Jagddruck hauptverantwortlich“ für die zügellose Vermehrung der Wildscheine sei.
Storr fordert das Forstministerium auf, der „gesetzeswidrigen Jagdmethode“ durch ein „Rundschreiben an nachgeordnete Behörden“ und Jagdverbände „eine klare Absage zu erteilen“. Sollte dies nicht geschehen, sei die derzeitige Jagdpraxis „ein Fall für den Staatsanwalt“, so Storr.
Und was sagt das Ministerium dazu? Pressesprecher Hubertus Wörner bezeichnet Storrs Argumentation als „Unsinn“. Revierübergreifende Bewegungsjagden gebe es genau genommen gar nicht. Es sei zwar gängige Praxis, dass die Inhaber von benachbarten Jagdrevieren ihre Jagdtermine absprechen. In den einzelnen Revieren seien jedoch jeweils auch eigene Jagdgesellschaften aktiv. Auch die Tatsache, dass sich das Wild bei den Jagden über die Reviergrenzen hinweg bewege, ändere daran nichts. Es gebe also keinen Verstoß gegen das Reviersystem und somit auch keinen Gesetzesverstoß, so Wörner.
Diese Argumentation hält Storr für „scheinheilig“. Ein „Großteil der Jägerschaft“ teile seine Kritik, ist sich der Anwalt sicher.
Das wiederum sieht Enno Piening anders. Er ist unterfränkischer Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes, in dem der überwiegende Teil der knapp 50 000 bayerischen Jäger organisiert ist. Rechtsanwalt Piening ist sich sicher, dass sein Berufskollege Storr mit seiner juristischen Einschätzung der Bewegungsjagden falsch liegt. Genauso ist sich Piening sicher, dass bei der großen Mehrheit der gut 5500 unterfränkischen Jäger die Bewegungsjagd als „probates Mittel“ zur Regulierung der Wildschweinbestände anerkannt sei. Jochen Raue sieht das genauso. Der Bezirksvorsitzende des in Unterfranken rund 100 Mitglieder zählenden Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV) kennt „keinen Jäger, der wirklich gegen Bewegungsjagden ist“.
Landwirte für Verschärfung
Und auch die Vertreter der von Wildschweinschäden betroffenen Landwirte können sich mit der Forderung nach einem Ende der Bewegungsjagden nicht anfreunden. Walter Schwing, Geschäftsführer des Würzburger Kreisverbandes im Bayerischen Bauernverband, argumentiert angesichts der Schäden in Feld und Flur in eine ganz andere Richtung: Es sei zu überlegen, ob zur Dezimierung der Wildschweinpopulation nicht sogar der bislang verbotene Einsatz von Zielfernrohren mit Nachtsichtfunktion gestattet werde.
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»Alle 42 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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hacada (10 Kommentare) am 21.12.2010 23:25
Wildtierbestandlaßt den Tieren ihren Lebensraum, dann lassen sie auch Euch Euren |
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fam. feuerstein (2510 Kommentare) am 20.12.2010 09:43
Nei in die Wälder und viel mehr schießen !!!Unser wunderbares heimisches Wildfleisch - voran Wildschwein - muss endlich viel erschwinglicher werden!!!NIEDER MIT DEN UNVERSCHÄMT HOHEN WILDSCHWEINPREISEN !!! Man sollte jagen, was gejagt werden muss und der Endverbraucher freut sich - nicht nur an Festtagen !!! - Wozu Hirschedelgulasch und Wildschein aus Neuseeland oder sonst woher ??? - HEIMISCHE WILDSPEZIALITÄTEN GEHÖREN GEFÖRDERT !!! NIEDER MIT DEN WILDPREISEN !!! |
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wildwutz (1 Kommentare) am 18.12.2010 21:20
WildschweinjagdDa sind sie ja alle wieder vereint und Hetzen was das Zeug hergibt!Ich meine natürlich unsere Veganerkranken mit ihrem Oberguru "unbestechlicher"! Schmeißen hier mit Sensationen um sich wie die "Blöd" Zeitung und kommen sich dabei auch noch unheimlich schlau vor! Diesen Leuten ist ein Tierleben mehr wert als ein Menschenleben! Man muss nur einmal in deren einschlägigen Foren rumlesen! Jagd ist und bleibt angewandter Naturschutz! Das problem ist aber auch! Veganer fressen das Fressen von Wildtieren auf und das wollen sie nicht wahr haben! Ach übrigens! @fuertiere Du solltest dir mal eine neue Leier ausdenken und nicht jedesmal bei solchen Berichten mit den gleichen Mist die Kommentarseite zumüllen! Und noch was zu deinen Zahlen! 400000 "Hauskatzen" fressen nicht nur Zuhause sondern gehen ihrem Natürlichen Instinkt nach und das ist "killen"! Vögel,Junghasen,Kaninchen,kleine Reptilien usw., gehören tagtäglich zu ihrem Beutespektrum! 400000 in einem Jahr nur in Deutschland,in Europa Millionen und alle Killen diese o.g. "Wildtiere"! Mal drüber nachdenken wann es keine Singvögel mehr gibt! Aber das sind ja dann alles die Jäger schuld!
Des weiteren bevor jemand gegen die Jäger hetzt! Das erlegen von Wild ist mitlerweile seit vielen Jahren eins der geringsten Aufgaben eines Jägers! Zu den Wildschweinen! Es sollte sich mal jeder erst darübér informieren wieviel Hektar jedes Jahr an Maiss angebaut wird und wieviel ständig dazu kommt! Wenn der Maiss hoch steht,können die Wildschweine sehr schlecht bejagd werden und darum finden in den Herbst/Wintermonaten bis ende Januar Drückjagden auf Wildschweine statt! Ebenso sollte jeder sich erst mal informieren was eine Jagd an Pacht kostet und und was da alles mit dran hängt an Kosten! Der Abschuß von Wild rechnet sich da in keinster Weise! Das zusätzliche "Füttern" von Wild ist ebenfalls in den meisten Bundesländern verboten! |
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sorissa (5 Kommentare) am 15.12.2010 12:55
Wunder, wundern, wundern@rene2907: also geh ich davon aus, dass Sie weder Fisch noch Fleisch essen, Ihre Schuhe, Gürtel etc. sind aus Plastik, sprich Sie konsumieren keinerlei Produkte, für die ein Tier sterben musste?? Ist das richtig so? Oder vielleicht doch nicht... dann lieber Kopf zumachen
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fam. feuerstein (2510 Kommentare) am 15.12.2010 10:02
Rein in unsere Wälder und sauberdezimieren, dann schmeckt der frische Wildbraten noch rechtzeitig zum Fest umso deftiger ... - Der liebe Gott hat uns die Viecher zur Nahrung gegeben und nicht gesagt: seid fruchtbar, mehret Euch und fresst Gras....Und nieder mit den völlig überhöhten Wildpreisen aus heimischen Gefilden !!! |
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