publiziert: 20.08.2012 18:32 Uhr
aktualisiert: 21.08.2012 08:07 Uhr
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500 Pilger bei Kreuzbergwallfahrt trotzten sengender Hitze

"Heute schwitzt du alles raus" - Viel Arbeit für die Malteser

Hingabe brauchen die über 500 Teilnehmer der diesjährigen Kreuzbergwallfahrt. Gestartet sind sie am Montagmorgen um 4.45 Uhr an einem der heißesten Tage des Jahres.

  • Foto: Holger Laschka
    Wasser, Mütze, Regenschirm: Kreuzbergwallfahrer an einem Verpflegungsstand nahe Wülfershausen (Kreis Schweinfurt).
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„Wandern möchte ich die Strecke nicht“, sagt die gut trainiert wirkende Frau, „bei der Hitze!“ Sie sitzt in Wülfershausen im Schatten eines Gebüschs und hat bereits 36 Kilometer in den Beinen. Nicht wandernd freilich – pilgernd. „Das ist etwas ganz anderes“, sagt sie, „das hat etwas mit Hingabe zu tun, mit Dankbarkeit gegenüber Gott.“

Hingabe brauchen die über 500 Teilnehmer der diesjährigen Kreuzbergwallfahrt der Würzburger Bruderschaft zum Heiligen Kreuz. Gestartet sind sie am Montagmorgen um 4.45 Uhr nicht nur zur mit 49 Kilometern längsten Etappe dieser Tour, sondern auch an einem der heißesten Tage des Jahres. Manche tragen Kreuze vor sich her, viele einen Regenschirm, der sie schützen soll vor der sengenden Sonne hier in der Wülfershäuser Flur, wo kein Baum, kein Strauch Schatten spendet. Dort – im Schatten – würde das Thermometer 35 Grad zeigen.

    
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Kreuzberg Wallfahrer
Kreuzberg Wallfahrer
Kreuzberg Wallfahrer
Kreuzberg Wallfahrer
Kreuzberg Wallfahrer
Würzburg
20.08.2012
    
Für eine 62-Jährige ist kurz vor der Kaffeepause erst mal Schluss, sie taumelt ein wenig, dann bricht sie zusammen, ist zwei Minuten lang „völlig weg“, wie Rettungssanitäter Michael Sala berichtet. Im Begleitwagen der Malteser kommt sie wieder zu sich, ihr Kreislauf war der Belastung nicht gewachsen; sie beendet die Pilgertour für heute im Reisebus.

Drei andere waren ohne Kopfbedeckung unterwegs, bis sie bei Michael Sala über Kopfschmerzen und Übelkeit klagten – „Anzeichen eines Sonnenstichs“. Sie wurden ebenfalls aus der Etappe genommen und noch rund 15 weitere dehydrierte oder schlicht erschöpfte Personen. „Viele trauen sich nicht zu trinken“, sagt der Sanitäter, „weil es problematisch ist, unterwegs auf Toilette zu gehen.“

Dabei muss man das gar nicht, wie Pilgerführer Klaus Rind betont: „Heute schwitzt du alles raus.“ Zum 29. Mal ist er dabei, zum 14. Mal ganz vorne, mit Stab und Hut und schwerem rotem Umhang. Er schwitze nicht darunter, sagt er, „der schützt auch vor der Sonne“. Aber zwischendurch ist er dann doch dankbar, wenn er ihn kurz ablegen kann. Läuft er bei der Hitze langsamer? „Ach was“, sagt Rind und zieht die alle Jahre gültige Marschtabelle heraus. Fünf Kilometer pro Stunde – „das wird minutiös eingehalten“. Hitze habe er schon oft erlebt bei der Wallfahrt („. . . es ist schließlich August“), aber die Leute in den Dörfern seien sehr hilfsbereit, reichten so viel Wasser wie noch nie. Frankenwein und Bier gibt's auch bei den Pausen; die meisten lassen aber die Finger vom Alkohol. Der Renner ist Johannisbeersaftschorle – am liebsten gleich im Maßkrug. Gepilgert wird noch bis Freitag. Die nächsten Tage sollen etwas kühler werden.

Die Hitze dieser Tage sorgt indes in den Krankenhäusern der Region nicht für mehr Patienten. „Wir merken die Temperaturen ein klein wenig, aber nicht massiv“, sagt Dr. Markus Schubring, stellvertretender Leiter der Notaufnahme des Würzburger Juliusspitals. Nur wenige Patienten mit Kreislaufproblemen hätten versorgt werden müssen. Und auch am Uniklinikum in Würzburg waren die Zahlen von Patienten mit Hitzeproblemen „nicht übermäßig erhöht, sondern wie an einem normalen Sommertag“, weiß der Oberarzt in der internistischen Notaufnahme, Dr. Björn Lengenfelder. Gleiches war aus dem Schweinfurter Leopoldina Krankenhaus auf Anfrage zu hören.

Von unserem Redaktionsmitglied Holger Laschka
    
    

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»Alle 12 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

freierchrist (434 Kommentare) am 21.08.2012 15:52

Wallfahrer und Zeugen Jehovas.....

...haben eines gemeinsam.
Sie möchten ihren Glauben nach außen tragen und vor den Leuten zeigen.
Beide Gruppen aber scheinen die Worte von Jesus nicht zu kennen, denn sie ignorieren sie.

Jesus Worte aus Matthäus 6, Verse 5-8:

"Und wenn ihr betet,
sollt ihr nicht sein wie die Heuchler,
die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten,
damit sie von den Leuten gesehen werden.
Wahrlich, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber betest,
so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu
und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist;
und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Und wenn ihr betet,
sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden;
denn sie meinen,
sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen.
Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. "
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freierchrist (434 Kommentare) am 21.08.2012 16:00

Habt acht auf euere Frömmigkeit....

Worte von Jesus aus Matthäus 6, Vers 1:
"Habt Acht auf eure Frömmigkeit,
dass ihr die nicht übt vor den Leuten,
um von ihnen gesehen zu werden;
hr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel."
(0)
freierchrist (434 Kommentare) am 21.08.2012 12:38

- 2 - Unsinnige Wallfahrten !

- Fortsetzung von Martin Luther´s Worten:
-- Unsinnige Wallfahrten - :
"Durch solches Treiben wird auch kein anderes Volk als eitel Heuchler werden.
Wiederum schadet es der Seele nichts, wenn der Leib unheilige Kleider trägt,
an unheiligen Orten, ißt, trinkt, nicht wallfahrtet, nicht betet und alle die Werke anstehen läßt, die die oben genannten Heuchler tun.
Daraus sieht man klar, wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge,so dass er keiner guten Werke bedarf, damit er fromm und selig ist,
sondern der Glaube bringt es ihm alles im Überfluß.
Wenn er töricht wäre und meinte, durch ein gutes Werk fromm, frei, selig oder Christ zu werden, so verlöre er den Glauben mit allen Dingen,
so wie der Hund, der ein Stück Fleisch im Munde trug und nach dem Schatten schnappte,
damit verlor er beides. Fleisch und Schatten."

Martin Luther
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Mehr (445 Kommentare) am 21.08.2012 12:56

Unsinniger Kommentar, (un)freier Christ

Leben und leben lassen! Glauben Sie was Sie wollen, und die Wallfahrer glauben das, woran sie eben glauben! Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, freier Christ!;-)
(9)
steve67 (1183 Kommentare) am 21.08.2012 13:55

Schlafen und

schlafen lassen und nicht im Morgengrauen andere Leute mit lauter Musik aus dem Schlaf reissen!! Alles Schreckliche beginnt im Morgengrauen: Hinrichtungen, Kriege und Wallfahrten - Ab 4.45 wird zurückgebetet....
(1)
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