aktualisiert: 02. Februar 2012, 20:08 Uhr » zurück zum Artikel
    
    
 
    
 
    
 

MÜNCHEN/WÜRZBURG
Asyl-Debatte nach Suizid in Würzburg

Der Suizid eines Asylbewerbers in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) hat im Landtag eine neue Debatte über Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern in Bayern ausgelöst. Vertreter der Regierungsmehrheit aus CSU und FDP wiesen dabei pauschale Kritik an den Gemeinschaftsunterkünften zurück: „Es gibt hier eine bundesweite Gesetzgebung. Der Tatbestand einer Aufnahmeeinrichtung ist keine bayerische Spezialität“, sagte etwa Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) auf Nachfrage. Auch habe die CSU/FDP-Koalition die Möglichkeiten eines Auszugs aus der GU deutlich erweitert.  »mehr

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doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 02.02.2012 01:51

Wo gibt es denn Wohnungen? fragt Frau Stamm

Das könnte sie zum Beispiel mal das Ordinariat der Diözese Würzburg fragen. Denn in Würzburg dürften kirchliche Gebäude in großer Zahl leer oder so gut wie leer stehen. Schließlich lebten einmal viele Mönche in den Klöstern und den dazugeerbten Anwesen.

Doch ist das nicht die dringendste Frage. Als erstes sollte die Umzäunung des Geländes fallen. Wenigstens für die Kinder sollte ein freundliches Umfeld geschaffen werden. Darüber hinaus wäre ihnen schon aus ökonomischen Gründen, die hierzulande manchmal als die einzig interessierenden erscheinen, eine optimale Bildung zu gewähren; denn gerade dieser Tage jammern die Firmen wieder mal über (selbstverschuldeten!) Fachkräftemangel.

Ist es außerdem provokativ, unsere sich christlich nennenden Politiker an das christliche Menschenbild zu erinnern, das der Würzburger Bischof nach seinem Besuch der GU ihnen nahebringen zu wollen versprach?

Allen "staatstragenden" Parteien sei gesagt: Die Flüchtlinge in großer Zahl zu dankbaren neuen Deutschen zu machen, wäre klug und weise. Sie zu trietzen und rauszumobben, wie es heute als populär gilt, ist schlicht dumm - so dumm wie früher die Inzucht in den Dörfern ... Und ein Eigentor.
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deutzi (161 Kommentare) am 02.02.2012 09:04

doeshoemernitgewissgekoenn

haben sie ein Problem mit der Kirche?Die von ihnen erwähnten Mönche lebten wahrscheinlich nicht so gut wie mancher annimmt.Der Vergleich mit Inzucht in den
Dörfern ist unpassend.Ich frag ja nur.
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Richie54 (59 Kommentare) am 02.02.2012 09:44

Asyl Ja oder Nein

Berechtigter Asylbewerber Ja. Wirtschaftsflüchtlinge Nein. Wenn nur die tatsächlich berechtigten Aslanten bei uns wären hätten wir kein Problem mit der Unterbringung und Versorgung. Deshalb kurzfriste Prüfung ob berechtigt oder nicht. Das mit der Kirche oder christl. Politikern kann ich nicht mehr hören, dass hat doch mit dem Recht auf korrektem Asyl nichts zu tun. Und den Fachkräftemangel werden sie mit Wirtschaftsflüchtlingen ganz sicher nicht lösen. Das wäre Glaube und Hoffnung, mehr nicht.
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doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 02.02.2012 16:38

Sanieren - nicht kaschieren!

Mir geht es um die Beseitigung von Ursachen inhumanen Verhaltens.

Die Unterscheidung zwischen berechtigten und Wirtschaftsflüchtlingen dient als Ausrede. Waren etwa die Besiedler (oft eher Okkupanten) Amerikas nicht vor allem Wirtschaftsflüchtlinge? Auf ihren Buckeln schleppten sie Ausbeuter und Pfaffen in fremdes Land.

Letztere bilden über die Jahrtausende "unheilige" Allianzen - egal ob gewollt oder nicht. Die Verquickung der Moralbesetzer mit den - ja - Ausbeutern ist eines der Haupthindernisse für den geschichtlich überfälligen emanzipatorischen Schritt der Menschheit, das Ende der Ausbeutung der Vielen durch Wenige.

Hierin liegt auch der Hauptgrund für die Verwerfungen unserer Epoche des auslaufenden Kolonialismus. Sie sind auch ursächlich für die Konflikte und Kriege um Ressourcen, die wiederum Menschen in die Flucht treiben.

Diese Ursachen nicht zu benennen, wäre vergleichbar mit der Empfehlung eines Arztes, Weihwasser über einen Verhungernden zu gießen, statt ihm Essen zu verschaffen. Weil ein Patient nach einer Genesung von einer anderen Krankheit befallen werden kann, werden wir ihm ja nicht die medizinische Behandlung verweigern.

Will sagen: Wir, die wie selbstverständlich Güter dieser Erde überproportional beanspruchen, haben nicht das Recht, den eigentlichen Besitzern, Erzeugern und Lieferanten ihren gebührenden Preis vorzuenthalten. Genau das tun wir aber.

Denen, die sich das nicht mehr so ohne weiteres bieten lassen wollen, antworten wir mit der "Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch". Oder mit Bombardierung durch Drohnen. Oder mit Embargo-Strangulation. Oder mit orangenen Revolutionen.

Die Religionen benennen diese Zusammenhänge nicht wirksam, was sie oft könnten. Ihre Funktionäre sind vielmehr eine unentbehrliche Stütze Privilegierter. Kein Wunder; stammen ihre Anführer doch meist den oberen Kasten oder sind Kinder ihrer Ideologien.

Eine solche Ideologie prägte den Begriff Gemeinschaftsunterkunft, mit dem eine Kasernierung verbrämt wird.

Ich wiederhole gern: Umzäunung (auch unserer Herzen) weg! Kinder wie unsere eigenen behandeln! Den Menschen Perspektiven eröffnen!
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