publiziert: 03.07.2012 19:52 Uhr
aktualisiert: 03.07.2012 20:03 Uhr
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Auto-Zündler auf der Anklagebank

270 Reifen zerstochen?

Ein 23-jähriger Würzburger, der seine Wut an fremden Autos ausgelassen haben soll, steht am Mittwoch in Würzburg vor Gericht. Er soll im November 2011 in einem Würzburger Parkhaus versucht haben, zwei Autos anzuzünden. Er steht auch unter Verdacht, am gleichen Tag sowie in den Nächten zuvor in der Nähe des Parkhauses 270 Reifen zerstochen und Autos zerkratzt zu haben.

Die Polizei kam ihm auf die Spur, weil der Brandstifter als Lunte ein Taschentuch benutzte, auf dem Spurensicherer seine DNA fanden. Er sitzt seit sechs Monaten in Untersuchungshaft. Nach Polizeiangaben hat der Mann die Brandstiftung gestanden, die in der Nacht zum 19. November 2011 stattfand.

Gegen 2.40 Uhr hatte ein Zeuge die Polizei alarmiert, der den Rauch und die Flammen bemerkte. Die Feuerwehr löschte den Brand, konnten aber nicht verhindern, dass ein Auto ausbrannte.

Polizeibeamte stellten fest, dass der Täter versucht hatte, einen zweiten geparkten Wagen anzuzünden: Der Tankdeckel war abgebrochen worden. Überdies befand sich in einem Hinterreifen des geparkten Ford keine Luft mehr.

Tatserie im Stadtteil Grombühl

Dies legte den Verdacht nahe, der Fall könnte mit einer Serie zerstochener Reifen im Stadtteil Grombühl zu tun haben, die in der gleichen Nacht bemerkt wurde. Dort wurden an 70 Fahrzeugen 250 Reifen zerstochen, Schaden 25 000 Euro. In der Nacht zuvor hatten in der Richard-Strauss-Straße 20 Autoreifen ein Loch. Eine Woche davor meldeten acht Autobesitzer am Röntgenring, dass man ihnen mit spitzem Werkzeug den Lack zerkratzt hatte.

Nach Information dieser Zeitung war der junge Mann bereits früher für eine ähnliche Serie verantwortlich, die ihn 2010 vor Gericht brachte.

Damals trank er aus Wut über Probleme mit seiner Freundin mehr Alkohol als ihm guttat. Er zündete – auch damals in der Gneisenaustraße – einen Pkw-Anhänger an und die Fußmatte eines geparkten Rollers. Er warf ein brennendes Taschentuch in ein Wohnmobil, wobei ein Schaden in vierstelliger Höhe entstand.

Und bei zwei Gelegenheiten zerstach er an 36 Autos, 50 Fahrrädern und drei Kleinkrafträdern die Reifen. Er wurde damals auf frischer Tat ertappt und legte ein Geständnis ab.

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
    
    

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