publiziert: 16.12.2011 19:17 Uhr
aktualisiert: 16.12.2011 19:27 Uhr
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B 26n: Wenn ja, dann abgespeckt

Regierung von Unterfranken erteilt Prüfauftrag für eine zwei- bis dreispurige Straße

Die B 26n als vierstreifige, autobahnähnliche Fernstraße durch die Landkreise Schweinfurt, Main-Spessart und Würzburg wird es vermutlich nicht geben. Die am Freitag von der Regierung von Unterfranken veröffentlichte Landesplanerische Beurteilung (LB) sagt das nicht direkt, die Erläuterungen von Regierungspräsident Paul Beinhofer beim Pressetermin legen es jedoch nah. Beinhofer sprach von einer „Kaskade von Prämissen“, ohne deren Beachtung das seit zehn Jahren geplante Projekt den raumordnerischen Erfordernissen nicht entspricht beziehungsweise nicht in die fränkische Landschaft passt.

Die wichtigste Maßgabe: Das Staatliche Bauamt, das seit vielen Jahren prüft und plant, muss nun untersuchen, ob die B 26n mit zwei oder drei Fahrsteifen die ihr zugedachten Funktionen erfüllen kann. Dies ist nach den Worten von Regierungspräsident Beinhofer die „umweltverträglichere Lösung“.

Offenbar hat nur eine abgespeckte Variante der B 26n überhaupt eine Chance, in den nächsten Fernstraßen-Bedarfsplan des Bundes zu kommen. Wie am Freitag bereits berichtet, will der Bund Kosten und Nutzen des Projekts vor einer Aufnahme in den nächsten Bedarfsplan noch einmal gegenrechnen. Eberhard Götz, Bürgermeister von Hettstadt (Lkr. Würzburg), sieht das mit Genugtuung. Der Bedarf für die B26n sei „künstlich hochgerechnet“ worden, sagte er am Freitag.

Unabhängig von diesem Prüfauftrag stellt die LB fest, dass eine vierstreifige, autobahnähnliche Bundesstraße überhaupt nur dann „raumverträglich“ wäre, würde sie in einem Zug von der A 7 bei Werneck (Lkr. Schweinfurt) zur A 3 bei Helmstadt (Lkr. Würzburg) gebaut. Obendrein müsse der Zubringer von einer Anschlussstelle Duttenbrunn-Zellingen nach Lohr unbedingt gemeinsam mit der B 26n gebaut werden, egal in welcher Ausbauvariante. Dieser Zubringer soll – zusätzlich zu der halben Milliarde für die B 26n – weitere 34 Millionen Euro kosten, einen Zeitplan für den Bau der Staatsstraße gibt es bisher noch nicht. Jochen Hofmann-Hoeppel, der sechs von der B 26n betroffene Gemeinden als Anwalt vertritt, zieht aus alledem den Schluss, „dass auf dieser Trasse niemals Fahrzeuge fahren werden“.

Bei der IHK Würzburg-Schweinfurt bleibt man zuversichtlich, dass die B 26n trotz der Unwägbarkeiten bei der Fortschreibung des Verkehrswegeplans und der Projektfinanzierung gebaut werden wird. Die geforderten Veränderungen stellten das Projekt nicht grundsätzlich in Frage, sondern bestätigten seine Notwendigkeit, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Rudolf Trunk.

• Das Thema Seite 8
Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer
    
    

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