publiziert: 07.09.2011 16:53 Uhr
aktualisiert: 08.09.2011 10:42 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text GIEBELSTADT
Bomben und kein Ende: 100. Blindgänger entschärft

Der einhundertste Blingänger wurde entfernt
  • Da ist der Zünder bereits entfernt, diese Bombe kann gefahrlos abtransportiert werden.
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Bomben und kein Ende: Am Mittwoch wurde in Giebelstadt (Lkr. Würzburg) der hundertste Blindgänger entschärft. Weitere drei folgten unmittelbar. 300 Hektar Land werden um den Giebelstadter Flugplatz systematisch nach Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht. Deutschlandweit dürfte dies einmalig sein. Außergewöhnlich ist Giebelstadt auch, weil hier amerikanische Fliegerbomben gefunden werden, die es in Europa gar nicht geben dürfte.

Vier Blindgänger hat Sprengmeister Josef Beier auf einem Acker zwischen dem Flugplatz und dem Giebelstadter Ortsteil Eßfeld entschärft. „Richtig dicke Dinger“, kommentiert Jürgen Maier von der Ochsenfurter Polizei den neuerlichen Fund. Auf seiner Liste waren es die Bomben Nummer 100, 101, 102 und 103. Gefunden wurden sie auf einem etwa zehn Hektar großem Feld.

    
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Da staunt selbst Beier vom Sprengkommando Ingolstadt. Denn, dass vier Blindgänger so nahe beieinander liegen, ist auch für ihn ungewöhnlich. Warum das so ist, darüber kann er nur spekulieren. Beier vermutet, dass der Bomber eventuell von der Flugabwehr getroffen wurde und schnell seine explosive Fracht entsorgen musste. Auch, dass keine der vier 500 lbs (250 Kilogramm) schweren Bomben explodierte, spreche für diese These. Beier vermutet, dass die Flieger unter Beschuss standen und deswegen besonders tief flogen.

Und noch etwas überrascht den erfahrenen Entschärfer aus Ingolstadt. Die vier Bomben stammen aus einer Charge, die eigentlich für die Flugzeugträger der Amerikaner im Pazifik bestimmt waren und feindliche U-Boote vernichten sollten. Teilweise ist sogar noch das eingravierte Symbol der amerikanischen Marine im Stahl der Fliegerbomben zu erkennen. Warum die hochexplosiven Waffen - eine Bombe enthält rund 130 Kilogramm des Sprengstoffs TNT - trotzdem über Giebelstadt abgeworfen wurden, auch darüber können Beier und Kampfmittelexperte Daniel Raabe nur spekulieren. Sie vermuten, dass den Amerikanern für die Zerstörung des Wehrmachts-Fliegerhorstes in Giebelstadt die Bomben ausgingen und die US-Marine aushelfen musste.

    
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Bombensuche
Giebelstadt
07.09.2011
    

"Oder die Bomben waren einfach auf Lager", so Beier.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war der Fliegerhorst immer wieder Ziel massiver Bombenangriffe. Während der NS-Zeit hat es hier nicht nur Versuche mit Raketenantrieben gegeben. In Giebelstadt war auch die ME 262 stationiert, das erste Militärflugzeug mit Strahltriebwerken. Die Alliierten hatten Angst vor diesem neuen Flugzeugtyp und verschärften deshalb ihre Angriffe. Allein während einer 15-minütigen Bombardierung am 10. September 1944 griffen 112 Flugzeuge der achten Luftflotte der Air Force den Flugplatz an. 1119 Fünf-Zentner-Bomben fielen auf das Flugfeld. Etwa fünf bis acht Prozent davon sind nicht explodiert, schätzen Experten. Rund 15000 Bomben wurden insgesamt über den Flugplatz abgeworfen.

Seit drei Jahren sucht der Magdeburger Kampfmittel-Spezialist Raabe in und um Giebelstadt nach diesen Blindgängern. Die 100. Bombe ist für ihn keine Überraschung. „Irgendwann war sie zu erwarten“, sagt er kühl. 350 000 Euro kostet die Suche nach Blindgängern. Weil die Bomben ziemlich konzentriert auf den Feldern liegen – allein auf einem Acker fand Raabe 14 Blindgänger – beteiligt sich auch der Freistaat Bayern an den Kosten. Auch das ist außergewöhnlich. Denn normalerweise müssten die Eigentümer selbst für die Sondierung auf ihren landwirtschaftlichen Flächen aufkommen. Weil Raabe nicht nur englische und amerikanische Kriegslasten fand, sondern auch Unmengen an Wehrmachtsmunition, beteiligt sich nun auch der Bund an den Kosten. Giebelstadts Bürgermeister Helmut Krämer schätzt, dass letztendlich die Grundstückseigentümer zwischen 20 und 25 Prozent selbst bezahlen müssen. Pro Hektar also zwischen 240 und 300 Euro.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Fritz
    
    

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Die neuesten Kommentare

Mauli (5 Kommentare) am 08.09.2011 19:32

Bombardös...

nosa: wie Recht Er/ Sie hat......
was steht über dem Bundestag, leider auch schon zur ungünstigsten Zeit> dem Deutschen Volke> da lach ich ja mal .......Dann geht mal nach Braunau und seht nach dem Rechten wie...
eben so bei Gericht, wie lauten die Urteile ? im Namen des Volkes? also ich werde nicht gefragt ob der Herr XY hinter Gitter muss...lol;-)
(0)
kampfdackel (269 Kommentare) am 07.09.2011 19:44

lol

Wenn ich dort Grundstückseigentümer wäre, würde ich die Dinger ausbuddeln und auf ebay für Terroristen per Selbstabholer verhöckern, da macht man noch Geld mit statt zu bezahlen :D
(1)
mppthi (346 Kommentare) am 07.09.2011 19:12

weil

wir das Geld für den euro brauchen
(1)
nosa (54 Kommentare) am 07.09.2011 18:38

Wie??

Der Grundstücksbestizer muss für die Kosten der Bombenfunde aufkommen?
traurig
Wer hat denn Krieg geführt, das war ja wohl Groß Deutschland und wer ist Rechtsnachfolger? Die Bundesrepublick Deutschland!
Warum stiehlt sich unser Staat wieder einmal aus der Verantwortung und bestraft Unschuldige?
(1)
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