aktualisiert: 14.03.2010 17:05 Uhr
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MÜNNERSTADT
Die Schlacht der tapferen Herzen
Sportlicher Wettkampf mit höllischen Hindernissen auf knapp 19 Kilometern
„Isses die da, der da, der da oder die da?“ Wer am Ende die Nase vorn haben würde bei der Schlacht der tapferen Herzen, das wusste Hip-Hopper Thomas D. von den Fantastischen Vier natürlich nicht. Der Schirmherr der ersten BraveheartBattle in Münnerstadt in Unterfranken heizte den 596 Teilnehmern allerdings mächtig ein. „Ich will euch alle siegen sehen!“ johlte er unter tosendem Beifall ins Mikrofon, ehe Bürgermeister Helmut Blank den Startschuss gab.
„Endlich mal was los in Münnerstadt!“ Ein nicht mehr ganz junges Ehepaar hatte sichtlich Spaß, allerlei drahtige und schrille Gestalten beim Sputen durch den Matsch anzufeuern. „Stell dir vor, manche haben nur eine Badehose an“, rief eine ältere Dame aufgeregt in ihr Handy. Und während ein potenzielles Braveheart nach dem anderen in die eiskalte Lauer platschte, sinnierte ein staunender Beobachter im Wintermantel folgerichtig: „Es kommt wahrscheinlich nicht so sehr auf die Kondition an, mehr auf den Willen.“
Das sah auch Arno Reuscher aus Münnerstadt so. Der 44-Jährige nimmt schon seit 20 Jahren an Sport-Events der extremen Art teil. „Triathlon, Ironman, Extremman“, zählte er auf, womit klar war: Besonders vorbereiten musste er sich nicht, „nur ganz normales Lauftraining und bisschen schwimmen“. In maximal drei Stunden wollte er die fast 19 Kilometer mit 33 Hindernisüberquerungen und einer Höhendifferenz von 300 Metern geschafft haben. „Nur Spaß haben ist mir zu wenig.“
Chef-Organisator Joachim von Hippel aus Bad Kissingen und sein Power-Action-Survival-Team hatten sich allerhand höllische Barrieren einfallen lassen. Gesponsert und betreut wurden sie von Firmen aus der Region. Die sechs Meter hohe Brave Wall aus Strohballen war „nichts für Luschen mit Höhenangst“, schätzte ein Zuschauer. Platzangst war ebenfalls unangebracht beim Robben durch enge Autoreifen.
Blutige Knie holten sich die Bravehearts in den Hell Pipes, einem Kriechhindernis aus Betonröhren. Einen gemeinschaftlichen Kniefall hatten die Teilnehmer zuvor schon am Start hingelegt. Für den klösterlichen Segen war eigens Pater Jakob von den Münnerstädter Augustinern durch den Matsch herbeigewatet.
Petrus hatte trotzdem wenig Einsehen. Lausig kalt war es, die Sonne wollte sich nicht erbarmen. Den eindeutig nassesten Platz hatten zwei Freiwillige der Wasserwacht. Die standen – allerdings gut eingepackt in Gummianzügen – knietief in der Lauer, bis auch das letzte tapfere Herz durch war.
Eineinhalb Stunden nach dem Start um 12 Uhr meldete das Rote Kreuz vier Verletzte. „Platzwunden, Gelenksprobleme“, so Pressesprecher Thomas Menz, einer von 140 Einsatzkräften von Rotem Kreuz, Wasser- und Bergwacht. Am Ende waren es 23 Verletzte.
Auch Arno Reuscher hatte sein schmerzhaftes Erlebnis auf dem Slalomparcours Iron Curtain. Da gab's Schläge, elektrische. „Puh, da bin ich angedongt, da musste ich mich erst mal sammeln.“ Der 44-Jährige trabte nach zwei Stunden und 13 Minuten über die Ziellinie. „War echt gut, war machbar“, keuchte er zufrieden. Mit 35 Grad Körpertemperatur war er am Ende locker dabei. „Jetzt heim und duschen!“
Dass die allerletzten Wegabsteckungen noch im Gang waren, als die Flottesten schon unerhört nahe waren, oder dass irgendwann die mobilen Duschen kapitulierten und die restlichen Hüllen auf dem Parkplatz fielen, waren Schmankerl am Rande. „Ein bisschen Chaos gehört halt dazu“, grinste einer aus Hippels Team.
Schließlich wusste auch Thomas D., wer die tapfersten Herzen unter den 410 Finishern waren: Christoph Merz aus Aidhausen als Real Braveheart, die Würzburger Jungs als Teamspirit und die schrille CaBaNauten-Truppe als Best Team. Nicht zu vergessen: Auch 23 ziemlich taffe Frauen hatten es ins Ziel geschafft.
RTL zeigt am heutigen Montag ab 18 Uhr die Zusammenfassung des BraveheartBattle in „RTL explosiv“.
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