aktualisiert: 11.02.2009 17:37 Uhr
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LANDKREIS KITZINGEN
Die Wahl 2007: Mit Backpulver gegen Mehltau
Die drei Bewerberinnen um das Amt der Fränkischen Weinkönigin hatten einen stressigen Tag. Bei der traditionellen Informationsrundreise der Kandidatinnen tauchten sie tief ein in die Welt des (Franken-)Weines.
Es ist später Nachmittag in Wiesenbronn. Die Kandidatinnen Katrin Blendel aus Escherndorf, Eva Barthelme aus Gaibach und Marie-Luisa Then aus Untereisenheim haben sich mit der amtierenden Weinkönigin Jennifer Herbert und Weinbaupräsident Andreas Oestemer bei ihrer Ankunft im Weingut Gerhard Roth verspätet.
Kein Wunder, schließlich sind sie seit dem frühen Morgen mit einem Mammutprogramm unterwegs. Staatlicher Hofkeller in Würzburg, die Landesanstalt und Lehrkellerei in Veitshöchheim standen auf dem Programm, wie auch das Vogel Convention Center in Würzburg, wo am 15. März die Krone vergeben wird.
Das Nachmittagsprogramm begann bei der Gebiets-Winzergenossenschaft (GWF) in Repperndorf, wo Vermarktung und die neue Vinothek „Wein-Oase“ im Mittelpunkt standen.
„Im Öko-Weinbau braucht man ein feines Gespür für den richtigen Zeitpunkt“
Gerhard Roth Öko-Winzer
Qualitätsmanagement und Ertragsmengen, Kork oder Drehverschluss, Chips im Wein oder Barrique-Ausbau, Rotling oder Rosé, Handlese oder Vollernter-Einsatz. Vielfältig sind die Wein-Themen, mit denen sich die jungen Damen beschäftigen müssen. Dabei sind sie bei allem Stress sehr aufmerksam bei der Sache. Schließlich brauchen sie die Informationen rund um den Frankenwein, wenn sie bei der Wahl der Königin Erfolg haben wollen.
Im Weingut Roth geht es natürlich um ökologischen Anbau und um Rotwein. Winzer Gerhard Roth, Öko-Pionier und anerkannter Fränkischer Rotweinspezialist, weiht die Bewerberinnen in seine Kunst ein. Mit über 30 Jahren Erfahrung als Öko-Winzer berichtet er nicht nur über die Grundregeln des biologischen Anbaus, sondern auch über die Erfahrungen aus der Praxis in Weinberg und Keller. „Im Öko-Weinbau sind Kunstdünger, Pestizide und Fungizide nicht erlaubt. Aber wir können zum Beispiel mit ganz normalem Backpulver effektiv gegen echten Mehltau im Weinberg vorgehen. Das erfordert nur Erfahrung und ein feines Gespür für den richtigen Zeitpunkt“, verrät er den Bewerberinnen.
Dr. Hermann Kolesch vom Weinbauteam Kitzingen hat den Bewerberinnen-Tross in Wiesenbronn ebenfalls erwartet. Der Experte hat nicht nur ein paar aktuelle Themen-Tipps für die Auftritte zur Wahl bereit, sondern er berichtet auch mit einer aufwendigen Powerpoint-Präsentation über das aktuelle fränkische Weintourismuskonzept „Wein.Schöner.Land“.
Während es um heutige und zukünftige Zielgruppen und ihre Erwartungen an die fränkischen Winzer geht, kommt der Wein in der kleinen Rotweinprobe fast etwas zu kurz, schließlich ist der Reisetross nicht zum Vergnügen unterwegs. Doch die verkosteten Rotweine sprechen ihre eigene beredte Sprache und so zieht die Reisegruppe etwas unwillig weiter, als Präsident Oestemer zur Eile drängt. Schließlich wartet noch eine Station beim Weingut Felshof in Sommerhausen, bevor der informationsreiche Tag zu Ende geht.

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