publiziert: 17.08.2012 18:52 Uhr
aktualisiert: 17.08.2012 19:13 Uhr
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Es wird tropisch in Mainfranken

Sommer, Sonne, Spaß

Hoch „Achim“ lässt die Deutschen schwitzen. Vor allem in Mainfranken wird es warm: Die Experten erwarten für die Region das „heißeste Wochenende des Jahres“.

  • Abkühlung für Tier und Mensch: Linda Schirling und ihr Pferd Wakonda nehmen ein erfrischendes Bad im Main bei Fahr (Lkr. Kitzingen).
    Foto: Ursula Nienaber
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Am Wochenende steht einem Sprung in den Badesee und einem Grillfest am Abend wirklich überhaupt nichts entgegen: Mainfranken erwartet Sonne, Hitze und Trockenheit. „In Unterfranken werden die Temperaturen am Sonntag auf bis zu 36 Grad Celsius klettern“, sagt Diplom-Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Aber auch schon für den Samstag erwartet der DWD hochsommerliches Wetter bei Werten zwischen 30 und 33 Grad Celsius. Damit werden Allzeit-Rekordmarken noch nicht gerissen (siehe Grafik). Der Sonntag wird aber der bisher heißeste Tag des Jahres. Mit seinen 36 Grad wird er nur gut vier Grad unter dem wärmsten Tag in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Temperaturaufzeichnung im Jahr 1881 liegen: dem 13. August 2003. An diesem Tag des sogenannten Jahrhundertsommers erreichte das Thermometer in Freiburg im Breisgau die Rekordmarke von 40,2 Grad Celsius.

Für einen erholsamen Schlaf bedeuten die Sauna-Temperaturen jedoch nichts Gutes. „Die Nacht zum Montag wird lokal sicher eine Tropennacht“, sagt Jonas voraus. Von einer Tropennacht spricht man, wenn die Werte 22 Grad Celsius nicht unterschreiten. Auch die Nacht zum Dienstag könne örtlich noch sehr lau werden, für die Nacht zum Sonntag erwartet der DWD um die 20 Grad. Am Montag bleibt es sommerlich und voraussichtlich trocken. Bei – wie Jonas scherzhaft sagt – tagsüber „nur“ noch bis zu 35 Grad.

Arzt rät: Viel trinken!

Bei all der Freude über das Hitzewochenende 2012 sollten Sonnenhungrige jedoch nicht ihre Gesundheit außer Acht lassen. „Wenn es so heiß ist, sollte man nicht ausgerechnet mittags in der Gegend herumtigern“, rät Dr. Christian Potrawa. Der Vorsitzende des Ärztlichen Bezirksverbands Unterfranken warnt, dass insbesondere in den Mittagsstunden die Sonneneinstrahlung so intensiv sei, dass sie das Hautkrebsrisiko erhöhe. Wer in den heißesten Stunden des Tages unterwegs ist, solle sich mit luftiger Kleidung und idealerweise einer Kopfbedeckung schützen. Am See oder im Schwimmbad sei ein schattiges Plätzchen ideal.

Eltern von Babys und Kleinkindern rät der Allgemeinmediziner, die Kleinen mindestens mit einer Sonnencreme ab Lichtschutzfaktor 30 einzuschmieren. Und ihnen viel zu trinken zu geben. „Der Wasserhaushalt ist bei Kleinkindern noch sehr labil“, so Potrawa, „genauso wie bei Senioren“. Durch Flüssigkeitsmangel steige der Zell-Anteil im Blut, es werde zäher. „Das ist schlecht fürs Gehirn und den Kreislauf“, weiß der Arzt mit Praxis in Versbach (Würzburg). Der Tipp, viel zu trinken, gelte aber natürlich für alle Altersgruppen. An einem so heißen Tag wie am Sonntag gehe mindestens ein Liter Wasser durch Schwitzen verloren. Zwei bis drei Liter am Tag sollten deshalb getrunken werden.

Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein mattes Gefühl macht der Arzt als Alarmzeichen aus – Achtung Sonnenstich! Wer diese Symptome bei sich beobachtet, solle unbedingt für Kühlung sorgen, viel trinken und etwas Salziges essen. Durch starkes Schwitzen gehen dem Körper nämlich nicht nur Wasser, sondern auch Mineralien verloren. Eine leichte und salzreiche Ernährung empfiehlt Potrawa daher nicht nur, wer es mit der Sonne übertrieben hat.

Sportliche Zeitgenossen sollten ihrem Hobby nicht am Mittag nachgehen, sondern in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Und wer vom Schwitzen nasse Kleidung hat: Nicht den Auskühlungseffekt durch Verdunstung unterschätzen. „Ein tropfnasses Hemd kühlt so gut, da kann es unter Umständen zu Nierenproblemen oder einer Blasenentzündung kommen“, warnt Potrawa.

Die beliebteste Eissorte: Joghurt

Auch wenn viele über die Hitze stöhnen werden – Eisverkäufer nicht. „Wir sind mit der Saison bislang sehr zufrieden“, sagt Lothar Götz von „Eis Stephan“, einer Eisdiele mit über 50-jähriger Tradition in Veitshöchheim (Lkr. Veitshöchheim). Das heiße Wochenende könnte das i-Tüpfelchen werden: „Wir sind gut gerüstet“, so Götz, der jedoch glaubt, dass zu große Hitze nicht gut fürs Geschäft sei: „Vor allem ältere Menschen bleiben bei so einem Wetter lieber zu Hause.“

Die beliebteste Eissorte in diesem Jahr sei Joghurt gewesen. Neben den Klassikern wie Schokolade, Vanille und Erdbeere sind aber vor allem auch Neukreationen beliebt: „Wir haben erstmals ein Mojito-Eis mit Pfefferminzgeschmack und ohne Alkohol gemacht, das kam sehr gut an“, so Götz.

Und wer keine Zeit für Badefreuden oder den Biergartenbesuch hat, sondern am Wochenende arbeiten muss? Für den hat die Regierung von Unterfranken in einer aktuellen Pressemitteilung richtige Verhaltensregeln am Arbeitsplatz zusammengefasst und sogar einen Blick in die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR A3.5 geworfen. Darin hat der Gesetzgeber unter anderem geregelt, dass bei Raumtemperaturen von über 35 Grad Arbeiten nur zulässig sind, wenn beispielsweise Luftduschen, Wasserschleier und zusätzliche Abkühlpausen angeboten werden. Ansonsten, rät die Regierung, sollte früher mit dem Arbeiten begonnen, direkte Sonneneinstrahlung vermieden und viel getrunken werden. Der letzte Tipp gilt den Managern: „Verzichten Sie auf die Krawatte.“ Mitarbeit: ach

Von unserem Redaktionsmitglied Nike Bodenbach
    
    

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